StatPearls2026

Eitrige Beugesehnenscheidenentzündung: Kanavel-Zeichen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die eitrige Beugesehnenscheidenentzündung (Pyogenic Flexor Tenosynovitis, PFT) ist eine schwere bakterielle Infektion innerhalb des geschlossenen Raums der digitalen Beugesehnenscheiden. Sie macht etwa 2,5 bis 9,5 Prozent aller Handinfektionen aus und kann zur Nekrose der Sehnen sowie zum Funktionsverlust des Fingers führen.

In den meisten Fällen wird die Infektion durch eine penetrierende Verletzung verursacht. Der häufigste Erreger ist Staphylococcus aureus, der in etwa 75 Prozent der Fälle isoliert wird, gefolgt von MRSA und anderen Bakterien wie Pasteurella multocida bei Tierbissen.

Durch die Eiteransammlung entsteht ein hoher Druck innerhalb der Sehnenscheide, der die ohnehin prekäre Blutversorgung der Beugesehnen weiter einschränkt. Dies begünstigt Narbenbildung, Sehnenrupturen und eine rasche Ausbreitung der Infektion.

Empfehlungen

Der StatPearls-Artikel formuliert folgende Kernaspekte zur Diagnose und Behandlung:

Diagnostik

Die Diagnose wird primär klinisch anhand der vier Kanavel-Zeichen gestellt:

  • Symmetrische, fusiforme Schwellung des betroffenen Fingers

  • Beugestellung des Fingers in Ruhe

  • Schmerzen bei passiver Streckung (frühestes Zeichen)

  • Druckschmerz entlang der Beugesehnenscheide (spätes Zeichen)

Ergänzend wird eine Röntgenaufnahme empfohlen, um Fremdkörper oder eine Osteomyelitis auszuschließen. Der Ultraschall wird als kostengünstige und nicht-invasive Methode zur Bestätigung von Flüssigkeitsansammlungen in der Sehnenscheide beschrieben.

Klassifikation

Die Leitlinie nutzt die Michon-Klassifikation zur Einteilung des Schweregrads der Infektion:

StadiumKlinischer Befund
Stadium 1Seröses Exsudat sammelt sich in der Beugesehnenscheide an
Stadium 2Die Beugesehnenscheide ist mit eitriger Flüssigkeit gefüllt
Stadium 3Beugesehne, Sehnenscheide und Ringbandsystem zeigen Zeichen von Nekrose

Konservative Therapie

Ein konservativer Versuch wird laut Text nur bei einer Präsentation innerhalb von 48 Stunden nach der Verletzung und bei milden Kanavel-Zeichen erwogen. Die Maßnahmen umfassen die Gabe von intravenösen Breitbandantibiotika, Hochlagerung des Arms und Schienung.

Es wird eine engmaschige klinische und laborchemische Überwachung empfohlen. Bei fehlender klinischer Besserung oder einer Verschlechterung der Symptomatik ist eine sofortige chirurgische Intervention indiziert.

Operative Therapie

Der Text betont, dass fast alle Fälle eine chirurgische Behandlung erfordern. Als minimalinvasives Verfahren wird die geschlossene Katheterspülung über zwei kleine palmare Inzisionen auf Höhe des A1- und A5-Ringbands beschrieben.

Bei fortgeschrittener Nekrose oder verzögerter Vorstellung wird ein offenes Vorgehen mit umfassendem Debridement empfohlen. Postoperativ wird eine frühzeitige aktive Bewegungstherapie angeraten, um Verklebungen und Gelenksteife zu minimieren.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Schmerz bei passiver Streckung des Fingers gilt als das früheste und zuverlässigste Kanavel-Zeichen, während der Druckschmerz über der Sehnenscheide oft erst spät auftritt. Ein Fehlen des Druckschmerzes schließt eine eitrige Beugesehnenscheidenentzündung daher nicht aus.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls ist Staphylococcus aureus mit etwa 75 Prozent der Fälle der häufigste Erreger. Bei Bissverletzungen werden auch Eikenella corrodens (Menschenbiss) oder Pasteurella multocida (Tierbiss) als Ursache beschrieben.

Die klassischen Zeichen umfassen eine symmetrische Schwellung, eine Beugestellung des Fingers, Schmerzen bei passiver Streckung und Druckschmerz über der Beugesehnenscheide. Diese Befunde weisen eine hohe Sensitivität für die klinische Diagnose auf.

Ein konservativer Behandlungsversuch mit intravenösen Antibiotika und Ruhigstellung wird nur bei einer frühen Vorstellung innerhalb von 48 Stunden und milden Symptomen beschrieben. Bei fehlender Besserung ist eine sofortige Operation indiziert.

Der Text beschreibt sowohl die geschlossene Katheterspülung über zwei kleine Inzisionen am A1- und A5-Ringband als auch die offene Spülung mit Debridement. Die offene Methode wird besonders bei verzögerter Vorstellung und Gewebenekrosen angewendet.

Zu den schwerwiegenden Folgen zählen Sehnenrupturen, Weichteilnekrosen und eine dauerhafte Gelenksteife. Bei unzureichender Durchblutung oder massiver Infektionsausbreitung kann eine Amputation des Fingers erforderlich werden.

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Quelle: StatPearls: Pyogenic Flexor Tenosynovitis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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