PRAC-Sicherheitswarnungen: AkdÄ Drug Safety Mail 2022-18
Hintergrund
Die Drug Safety Mail 2022-18 der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) fasst aktuelle Empfehlungen des Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC) zusammen. Diese basieren auf der Auswertung neuer Sicherheitssignale aus dem März 2022.
Das Dokument beinhaltet verbindliche Anpassungen der Fach- und Gebrauchsinformationen für verschiedene Arzneimittel. Ziel ist es, medizinische Fachkreise über neu identifizierte Risiken und notwendige Überwachungsmaßnahmen zu informieren.
Die aktuellen Änderungen betreffen den monoklonalen Antikörper Alemtuzumab, verschiedene Immunsuppressiva (Calcineurin- und mTOR-Inhibitoren) sowie den COVID-19-Impfstoff Spikevax (Elasomeran).
Empfehlungen
Die AkdÄ-Sicherheitsinformation formuliert spezifische Warnhinweise für drei unterschiedliche Wirkstoffgruppen.
Alemtuzumab
Laut Dokument wird Vitiligo als neue Nebenwirkung in die Fachinformation aufgenommen. Die Häufigkeit des Auftretens wird als gelegentlich eingestuft.
Calcineurin- und mTOR-Inhibitoren
Die Warnung betrifft die Calcineurin-Inhibitoren Tacrolimus und Ciclosporin sowie die mTOR-Inhibitoren Everolimus, Sirolimus und Temsirolimus. Es wird auf eine signifikante Wechselwirkung mit Cannabidiol hingewiesen:
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Cannabidiol hemmt das intestinale P-Glykoprotein (P-gp).
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Dies führt zu einer erhöhten Bioverfügbarkeit und steigenden Blutspiegeln der genannten Immunsuppressiva.
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Es wird eine engmaschige klinische Überwachung auf Nebenwirkungen empfohlen.
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Die Talspiegel im Vollblut sollen kontrolliert und die Dosierung bei Bedarf angepasst werden.
Zusätzlich wird betont, dass die gleichzeitige Gabe von starken CYP3A4- oder P-gp-Inhibitoren beziehungsweise -Induktoren vermieden werden sollte. Ist dies nicht möglich, wird eine strikte Spiegelkontrolle gefordert.
Elasomeran (Spikevax)
Das Dokument warnt vor Schüben eines Kapillarlecksyndroms (Capillary Leak Syndrome, CLS) in den ersten Tagen nach der Impfung. Medizinisches Personal soll auf folgende Symptome achten:
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Rasche Schwellung von Armen und Beinen
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Plötzliche Gewichtszunahme
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Schwächegefühl und niedriger Blutdruck
Bei Personen mit bekannter CLS-Anamnese wird empfohlen, die Impfung nur in Zusammenarbeit mit entsprechenden medizinischen Experten zu planen.
Dosierung
Die Leitlinie definiert keine klassischen Dosierungsschemata, hebt jedoch spezifische pharmakokinetische Interaktionen hervor, die Dosisanpassungen erforderlich machen können:
| Wirkstoffgruppe | Betroffene Wirkstoffe | Interaktionspartner | Klinische Konsequenz |
|---|---|---|---|
| Calcineurin-Inhibitoren | Tacrolimus, Ciclosporin | Cannabidiol | Erhöhte Blutspiegel durch P-gp-Hemmung |
| mTOR-Inhibitoren | Everolimus, Sirolimus, Temsirolimus | Cannabidiol | Erhöhte Blutspiegel (AUC und Cmax steigen ca. 2,5-fach) |
| mTOR-Inhibitoren | Temsirolimus (> 25 mg) | Moderate CYP3A4-Inhibitoren | Kombination soll vermieden werden |
Kontraindikationen
Gemäß der Sicherheitsinformation gelten folgende Einschränkungen für die Begleitmedikation:
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Die gleichzeitige Behandlung von Everolimus oder Sirolimus mit starken CYP3A4- oder P-gp-Inhibitoren wird nicht empfohlen.
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Die Kombination von starken CYP3A4- oder P-gp-Induktoren mit Everolimus oder Sirolimus wird ebenfalls nicht empfohlen.
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Bei Temsirolimus in Dosierungen über 25 mg sollte die gleichzeitige Gabe von moderaten CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Diltiazem, Verapamil, Clarithromycin) vermieden werden.
💡Praxis-Tipp
Ein besonders relevanter Aspekt im klinischen Alltag ist die Interaktion von Immunsuppressiva mit Cannabidiol (CBD). Da CBD-Produkte zunehmend frei verkäuflich erworben werden, wird empfohlen, transplantierte oder onkologische Personen aktiv nach der Einnahme solcher Präparate zu fragen, um toxische Blutspiegel von Calcineurin- oder mTOR-Inhibitoren zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut PRAC-Empfehlung wurde Vitiligo als neue Nebenwirkung in die Fachinformation von Alemtuzumab aufgenommen. Die Häufigkeit wird als gelegentlich angegeben.
Cannabidiol hemmt das intestinale P-Glykoprotein (P-gp). Dies führt zu einer erhöhten Bioverfügbarkeit und folglich zu steigenden Blutspiegeln von Tacrolimus und anderen Immunsuppressiva.
Es wird eine engmaschige klinische Überwachung auf Nebenwirkungen empfohlen. Zudem sollen die Talspiegel im Vollblut kontrolliert und die Dosierung von Everolimus bei Bedarf angepasst werden.
Das Dokument weist auf mögliche Schübe eines Kapillarlecksyndroms (CLS) hin. Typische Symptome sind rasche Schwellungen der Extremitäten, plötzliche Gewichtszunahme und Blutdruckabfall.
Bei einer bekannten Anamnese für ein Kapillarlecksyndrom wird empfohlen, die Impfplanung nur in enger Zusammenarbeit mit entsprechenden medizinischen Experten vorzunehmen.
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Quelle: AkdÄ: Änderung des Wortlauts von Fach- und Gebrauchsinformationen – Empfehlungen des PRAC. (AkdÄ, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.