AkdÄ2022

PRAC-Sicherheitswarnung: Enzalutamid, Obinutuzumab, Sorafenib

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hat im März 2022 basierend auf Empfehlungen des Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC) neue Sicherheitsinformationen veröffentlicht. Diese beinhalten Anpassungen der Fach- und Gebrauchsinformationen für drei onkologische Präparate.

Die Aktualisierungen betreffen die Wirkstoffe Enzalutamid, Obinutuzumab und Sorafenib. Es wurden neue, teils lebensbedrohliche Nebenwirkungen in die Produktinformationen aufgenommen, die eine erhöhte Aufmerksamkeit im klinischen Alltag erfordern.

Empfehlungen

Die PRAC-Empfehlungen umfassen spezifische Warnhinweise und Verhaltensmaßregeln für die betroffenen Wirkstoffe:

Enzalutamid (Xtandi)

Für Enzalutamid wird das Risiko eines Erythema multiforme in die Fachinformation aufgenommen. Es wird darauf hingewiesen, dass bei schweren Hautausschlägen, Hautablösungen, Blasenbildung oder wunden Stellen im Mund sofortige medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden sollte.

Obinutuzumab (Gazyvaro)

Unter der Therapie mit Obinutuzumab wurde über Fälle von disseminierter intravasaler Gerinnung (DIC), einschließlich tödlicher Verläufe, berichtet. Die Mehrzahl der Fälle betrifft eine nicht-manifeste DIC mit subklinischen Veränderungen der Thrombozyten und Gerinnungsparameter.

Diese Veränderungen treten meist innerhalb von 1 bis 2 Tagen nach der ersten Infusion auf. Sie klingen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen spontan ab, ohne dass ein Therapieabbruch oder eine spezifische Intervention erforderlich ist.

Es wird empfohlen, Personen mit Verdacht auf eine nicht-manifeste DIC engmaschig klinisch und laborchemisch zu überwachen. Bei ersten Anzeichen einer manifesten DIC muss Obinutuzumab abgesetzt und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden.

Sorafenib (Nexavar)

Für Sorafenib wird das Tumorlysesyndrom (TLS) als neue Nebenwirkung aufgeführt. Es wurden teils fatale Verläufe dokumentiert.

Als Risikofaktoren nennt das Dokument:

  • Hohe Tumorlast

  • Chronische Niereninsuffizienz

  • Oligurie

  • Dehydratation

  • Hypotonie

  • Saurer Urin

Bei Vorliegen dieser Faktoren wird eine engmaschige Überwachung sowie die Erwägung einer prophylaktischen Hydratation empfohlen. Eine sofortige Behandlung ist bei klinischer Indikation einzuleiten.

Kontraindikationen

Das PRAC-Dokument definiert folgende neue Warnhinweise und Nebenwirkungen, die in die Fachinformationen aufgenommen werden:

WirkstoffNeue Nebenwirkung / WarnhinweisHäufigkeit
EnzalutamidErythema multiformeNicht bekannt
ObinutuzumabDisseminierte intravasale Gerinnung (DIC)Gelegentlich
SorafenibTumorlysesyndrom (TLS)Nicht bekannt
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💡Praxis-Tipp

Bei der Gabe von Obinutuzumab ist besonders in den ersten Tagen nach der ersten Infusion auf subklinische Gerinnungsveränderungen zu achten. Laut PRAC-Empfehlung erfordert eine asymptomatische, nicht-manifeste DIC keinen Therapieabbruch, jedoch muss das Präparat beim Übergang in eine manifeste DIC sofort abgesetzt werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut PRAC-Empfehlung wurde das Erythema multiforme als neue Nebenwirkung mit unbekannter Häufigkeit in die Fachinformation von Enzalutamid aufgenommen. Bei schweren Hautreaktionen wird eine sofortige medizinische Abklärung empfohlen.

Die nicht-manifeste disseminierte intravasale Gerinnung (DIC) tritt laut Sicherheitswarnung meist innerhalb von 1 bis 2 Tagen nach der ersten Infusion von Obinutuzumab auf. Sie zeigt sich durch subklinische Veränderungen der Thrombozyten und Gerinnungsparameter.

Nein, das Dokument gibt an, dass eine asymptomatische, nicht-manifeste DIC meist innerhalb von ein bis zwei Wochen spontan abklingt und keinen Therapieabbruch erfordert. Erst bei Anzeichen einer manifesten DIC muss das Medikament abgesetzt werden.

Als Risikofaktoren für ein Tumorlysesyndrom nennt das Dokument eine hohe Tumorlast, chronische Niereninsuffizienz, Oligurie, Dehydratation, Hypotonie sowie sauren Urin. Bei Vorliegen dieser Faktoren wird eine prophylaktische Hydratation empfohlen.

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Quelle: AkdÄ: Änderung des Wortlauts von Fach- und Gebrauchsinformationen – Empfehlungen des PRAC. (AkdÄ, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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