Pneumovax 23 Impfung: AkdÄ-Information
Hintergrund
Die Information der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) beschreibt die Anwendung des Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoffs Pneumovax 23. Der Impfstoff richtet sich gegen 23 Pneumokokken-Arten, die für etwa 90 Prozent der durch diese Bakterien verursachten Erkrankungen verantwortlich sind.
Pneumokokken können schwere Infektionen wie Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen und Bakteriämien verursachen. Die Impfung wird eingesetzt, um die natürlichen Abwehrmechanismen des Körpers zur Bildung von Abwehrstoffen zu stimulieren.
Besonders gefährdet für schwere Verläufe sind ältere Menschen sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder Immunschwäche. Auch Menschen ohne funktionierende Milz weisen ein stark erhöhtes Risiko auf und stellen eine wichtige Zielgruppe für die Immunisierung dar.
Empfehlungen
Indikation und Zielgruppen
Laut Dokument wird die Impfung für Kinder ab 2 Jahren und Erwachsene empfohlen, um vor schweren Pneumokokken-Infektionen zu schützen. Besonders hervorgehoben werden folgende Risikogruppen:
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Ältere Menschen
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Personen mit fehlender oder nicht funktionierender Milz
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Menschen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Herz- oder Lungenkrankheiten, Diabetes mellitus, Nieren- oder Lebererkrankungen, HIV)
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Personen mit immunsuppressiver Behandlung (z. B. bei Krebs)
Zeitpunkt der Impfung
Es wird geraten, die Impfung bei geplanten Eingriffen oder Therapien strategisch zu terminieren. Die Fachinformation nennt hierfür konkrete Zeitfenster:
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Mindestens 2 Wochen vor einer geplanten Milzentfernung oder dem Beginn einer Krebstherapie
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Bei bereits begonnener oder kürzlich abgeschlossener Krebstherapie kann eine Verschiebung um bis zu 3 Monate sinnvoll sein
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Bei einer HIV-Infektion sollte die Impfung erfolgen, sobald das Testergebnis bekannt ist
Koadministration und Begleittherapie
Die zeitgleiche Verabreichung mit einem Grippe-Impfstoff ist laut Text möglich, sofern unterschiedliche Injektionsstellen gewählt werden. Eine bestehende antibiotische Prophylaxe gegen Pneumokokken muss auch nach der Impfung zwingend fortgeführt werden.
Dosierung
| Zielgruppe | Dosis | Applikationsweg | Wiederholungsimpfung |
|---|---|---|---|
| Kinder (ab 2 Jahren) & Erwachsene | 1 Dosis (0,5 ml) | i.m. oder tief s.c. | Bei Gesunden i.d.R. nicht erforderlich |
| Hochrisikopatienten (z.B. Asplenie) | 1 Dosis (0,5 ml) | i.m. oder tief s.c. | Nach 3 bis 5 Jahren |
Kontraindikationen
Das Dokument nennt klare Kontraindikationen und Warnhinweise für die Anwendung:
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Alter unter 2 Jahren: Jüngere Kinder bauen keinen zuverlässigen Schutz auf.
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Allergien: Bekannte Überempfindlichkeit gegen den Impfstoff oder sonstige Bestandteile (Phenol, Natriumchlorid).
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Akute fieberhafte Erkrankungen: Die Impfung sollte auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.
Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine Wiederholungsimpfung innerhalb von 3 Jahren aufgrund eines erhöhten Risikos für Nebenwirkungen normalerweise nicht empfohlen wird.
💡Praxis-Tipp
Die Fachinformation warnt ausdrücklich davor, den Impfstoff zwischen die Hautschichten (intradermal) oder in ein Blutgefäß (intravasal) zu verabreichen. Zudem wird betont, dass Personen mit erhöhtem Risiko (wie Asplenie) trotz erfolgter Impfung bei Infektionsverdacht umgehend ärztlich untersucht und antibiotisch behandelt werden müssen. Der Impfstoff bietet keinen absoluten Schutz vor allen Pneumokokken-Infektionen, insbesondere nicht vor milderen Verläufen wie Mittelohrentzündungen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Fachinformation kann der Impfstoff zeitgleich mit einem Influenza-Impfstoff verabreicht werden. Es wird jedoch empfohlen, dafür unterschiedliche Injektionsstellen zu verwenden.
Eine Wiederholungsimpfung wird frühestens nach 3 Jahren empfohlen, da bei kürzeren Abständen das Risiko für Nebenwirkungen steigt. Bei Hochrisikopatienten erfolgt die zweite Dosis für gewöhnlich im Abstand von 3 bis 5 Jahren.
Das Dokument gibt an, dass der Impfstoff erst ab einem Alter von 2 Jahren verabreicht werden darf. Bei jüngeren Kindern wird kein zuverlässiger Immunschutz aufgebaut.
Es wird eine intramuskuläre oder tief subkutane Injektion empfohlen. Eine intravasale oder intradermale Gabe ist laut Herstellerangaben strikt zu vermeiden.
Zu den am häufigsten gemeldeten Reaktionen zählen lokale Beschwerden wie Schmerz, Rötung, Schwellung und Verhärtung an der Einstichstelle sowie Fieber. Diese Reaktionen können nach einer Wiederholungsimpfung häufiger auftreten.
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Quelle: AkdÄ: Information des PEI: Pneumokokken-Impfstoff Pneumovax® 23 in chinesischer Aufmachung eingeführt. (AkdÄ, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.