AkdÄ2020

PRAC-Sicherheitswarnungen: AkdÄ Drug Safety Mail 2020-28

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Drug Safety Mail 2020-28 der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) informiert über aktuelle Empfehlungen des Pharmakovigilanz-Ausschusses (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Diese Zusammenfassung basiert auf den im März 2020 verabschiedeten Änderungen der Fach- und Gebrauchsinformationen.

Im Fokus stehen neu identifizierte Sicherheitsrisiken und Nebenwirkungen verschiedener Wirkstoffklassen. Dazu gehören Immun-Checkpoint-Inhibitoren, Antidepressiva sowie Diuretika.

Die Anpassungen dienen der Erhöhung der Arzneimittelsicherheit. Es wird eine konsequente Überwachung auf spezifische, teils seltene unerwünschte Arzneimittelwirkungen gefordert.

Empfehlungen

Die AkdÄ-Mitteilung formuliert folgende Warnhinweise und Anpassungen der Fachinformationen:

Immun-Checkpoint-Inhibitoren (Atezolizumab, Cemiplimab, Durvalumab)

Bei dem Verdacht auf eine immunvermittelte Pneumonitis wird eine radiologische Abklärung empfohlen. Laut Dokument müssen andere infektiöse und krankheitsbedingte Ursachen zwingend ausgeschlossen werden.

Nivolumab

Es wird vor dem Auftreten einer hämophagozytischen Lymphohistiozytose (HLH) gewarnt. Dies betrifft sowohl die Monotherapie als auch die Kombination mit Ipilimumab.

Mögliche Symptome einer HLH umfassen laut Dokument:

  • Vergrößerung von Leber und/oder Milz

  • Hautausschlag und Lymphknotenvergrößerung

  • Atemprobleme und Neigung zu Blutergüssen

  • Nieren- und Herzprobleme

Bei einer bestätigten HLH wird der sofortige Abbruch der Nivolumab-Therapie sowie die Einleitung einer spezifischen HLH-Behandlung gefordert.

Paroxetin

Für das Antidepressivum Paroxetin wurde eine neue gastrointestinale Nebenwirkung in die Fachinformation aufgenommen. Es wird auf das Risiko einer mikroskopischen Kolitis hingewiesen, die sich klinisch durch Diarrhö äußern kann.

Thiazide und thiazidartige Diuretika

Sulfonamide und deren Derivate können laut Dokument eine idiosynkratische Reaktion auslösen. Diese kann zu einem Aderhauterguss (Choroidalerguss) mit Gesichtsfelddefekten, transienter Myopie und einem akuten Engwinkelglaukom führen.

Die Symptome wie Sehverschlechterung oder Augenschmerzen können innerhalb von Stunden bis Wochen nach Therapiebeginn auftreten.

Übersicht der neu aufgenommenen Nebenwirkungen

Wirkstoff(klasse)Neu aufgenommene NebenwirkungHäufigkeit
NivolumabHämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH)Nicht bekannt
ParoxetinMikroskopische KolitisNicht bekannt
Thiazid-DiuretikaAderhauterguss (Choroidalerguss)Nicht bekannt / Klasseneffekt

Kontraindikationen

Bei einer bestätigten hämophagozytischen Lymphohistiozytose (HLH) unter Nivolumab (als Monotherapie oder in Kombination mit Ipilimumab) muss die Behandlung laut AkdÄ-Mitteilung zwingend abgesetzt werden.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Bei Personen unter Thiazid-Diuretika, die über eine plötzliche Sehverschlechterung oder Augenschmerzen klagen, sollte an einen Aderhauterguss oder ein akutes Engwinkelglaukom gedacht werden. Das Dokument weist darauf hin, dass diese idiosynkratische Reaktion bereits innerhalb von Stunden bis Wochen nach Therapiebeginn auftreten kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut AkdÄ-Mitteilung können Thiazide eine idiosynkratische Reaktion auslösen, die zu einem Aderhauterguss, einer transienten Myopie und einem akuten Engwinkelglaukom führt. Typische Symptome sind eine plötzliche Sehverschlechterung und Augenschmerzen.

Es wird eine radiologische Abklärung empfohlen. Zudem betont das Dokument, dass andere Ursachen wie Infektionen zwingend ausgeschlossen werden müssen.

Die Fachinformation von Paroxetin wurde um das Risiko einer mikroskopischen Kolitis ergänzt. Diese unerwünschte Wirkung äußert sich typischerweise durch Diarrhö.

Bei einer bestätigten hämophagozytischen Lymphohistiozytose (HLH) wird der sofortige Therapieabbruch von Nivolumab gefordert. Anschließend sollte laut Dokument umgehend eine spezifische HLH-Behandlung eingeleitet werden.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: AkdÄ: Änderung des Wortlauts von Fach- und Gebrauchsinformationen – Empfehlungen des PRAC. (AkdÄ, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien