AkdÄ2019

Durvalumab und Lithium: PRAC-Sicherheitssignale 2019

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat im Oktober 2019 Empfehlungen zu neuen Sicherheitssignalen veröffentlicht. Diese wurden von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) in einer Drug Safety Mail aufgegriffen.

Die Aktualisierungen betreffen die Fach- und Gebrauchsinformationen von zwei Wirkstoffen. Es handelt sich um den Immun-Checkpoint-Inhibitor Durvalumab sowie das in der Psychiatrie eingesetzte Lithium.

Für beide Medikamente wurden neue unerwünschte Arzneimittelwirkungen identifiziert. Dies macht eine Anpassung der Warnhinweise und der Dosierungsempfehlungen bei auftretenden Nebenwirkungen erforderlich.

Empfehlungen

Die PRAC-Empfehlung formuliert folgende Anpassungen für die Fachinformationen:

Durvalumab und Myasthenia gravis

Laut Dokument wurde Myasthenia gravis als seltene immunvermittelte Nebenwirkung unter der Monotherapie mit Durvalumab identifiziert. Die Häufigkeit in klinischen Studien lag bei unter 1 %.

Es wird empfohlen, Behandelte auf Anzeichen und Symptome einer Muskelschwäche oder raschen Muskelermüdung zu überwachen. Bei Auftreten einer Myasthenia gravis sieht das Dokument folgende Maßnahmen vor:

  • Bei Grad-3-Toxizität wird das Pausieren der Dosis empfohlen.

  • Bei Grad-4-Toxizität wird ein dauerhaftes Absetzen angeraten.

  • Besonderer Warnhinweis: Bei Anzeichen von Muskelschwäche oder Ateminsuffizienz im Rahmen einer Myasthenia gravis sollte Durvalumab dauerhaft abgesetzt werden.

Zusätzlich wird bei diesen immunvermittelten Reaktionen eine Kortikosteroid-Therapie empfohlen, sofern nicht anders spezifiziert.

Lithium und lichenoide Reaktionen

Für lithiumhaltige Arzneimittel wurde eine neue unerwünschte Nebenwirkung in die Fachinformation aufgenommen. Das Dokument listet arzneimittelinduzierte lichenoide Reaktionen auf, die sich als Eruptionen an Haut oder Schleimhäuten äußern können.

Die Häufigkeit dieser lichenoiden Arzneimittelreaktion wird auf Basis der aktuellen Datenlage als "nicht bekannt" eingestuft.

Dosierung

Das Dokument gibt folgende Empfehlungen zur Dosisanpassung und Begleittherapie bei immunvermittelten Nebenwirkungen unter Durvalumab:

SchweregradMaßnahme für DurvalumabKortikosteroid-Therapie
Grad 3Dosis pausierenInitiale Dosis von 1 bis 4 mg/kg/Tag Prednison (oder Äquivalent), gefolgt von Ausschleichen
Grad 4Dauerhaft absetzenInitiale Dosis von 1 bis 4 mg/kg/Tag Prednison (oder Äquivalent), gefolgt von Ausschleichen

Hinweis: Bei Myasthenia gravis mit Zeichen von Muskelschwäche oder Ateminsuffizienz wird unabhängig vom Grad ein dauerhaftes Absetzen empfohlen.

Kontraindikationen

Das Dokument formuliert folgende Warnhinweise:

  • Durvalumab: Bei Anzeichen einer Muskelschwäche oder Ateminsuffizienz im Rahmen einer Myasthenia gravis muss die Therapie dauerhaft beendet werden.

  • Lithium: Es wird auf das mögliche Auftreten von arzneimittelinduzierten lichenoiden Reaktionen an Haut und Schleimhäuten hingewiesen.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt der PRAC-Empfehlung ist die Überwachung von Personen unter Durvalumab-Therapie hinsichtlich neuromuskulärer Symptome. Es wird darauf hingewiesen, dass eine neu auftretende rasche Muskelermüdung oder Ateminsuffizienz auf eine Myasthenia gravis hindeuten kann und ein sofortiges, dauerhaftes Absetzen des Immun-Checkpoint-Inhibitors erfordert.

Häufig gestellte Fragen

Laut PRAC-Empfehlung wurde Myasthenia gravis als seltene, immunvermittelte Nebenwirkung in die Fachinformation aufgenommen. Es wird empfohlen, auf Symptome wie Muskelschwäche und rasche Muskelermüdung zu achten.

Die Leitlinie empfiehlt ein dauerhaftes Absetzen bei einer Grad-4-Toxizität. Zudem wird ein dauerhafter Therapieabbruch angeraten, sobald klinische Zeichen einer Muskelschwäche oder Ateminsuffizienz auftreten.

Das Dokument empfiehlt den Einsatz von Kortikosteroiden. Initial wird eine Dosis von 1 bis 4 mg/kg/Tag Prednison oder einem Äquivalent empfohlen, gefolgt von einem schrittweisen Ausschleichen.

Die aktualisierte Fachinformation listet arzneimittelinduzierte lichenoide Reaktionen als mögliche Nebenwirkung von Lithium. Die genaue Häufigkeit dieser Haut- und Schleimhauteruptionen ist derzeit nicht bekannt.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: AkdÄ: Änderung von Fach- und Gebrauchsinformationen – Empfehlungen des PRAC. (AkdÄ, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien