AkdÄ2017

Humane Epoetine und SCARs: Rote-Hand-Brief der AkdÄ

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) informiert in einem Rote-Hand-Brief aus dem Jahr 2017 über neue Sicherheitsrisiken bei der Anwendung von humanen Epoetinen. Diese Zusammenfassung basiert auf der entsprechenden Drug Safety Mail.

Humane Epoetine werden primär zur Behandlung verschiedener Formen der Anämie eingesetzt. Weitere Indikationen umfassen die Reduktion des Transfusionsbedarfs sowie die Steigerung der autologen Blutgewinnung in Eigenblutspendeprogrammen.

Zu den betroffenen Wirkstoffen gehören Darbepoetin alfa, Epoetin alfa, Epoetin beta, Epoetin theta, Epoetin zeta sowie Methoxy-Polyethylenglycol-Epoetin beta.

Empfehlungen

Risiko schwerer Hautreaktionen (SCARs)

Laut Rote-Hand-Brief wurde im Zusammenhang mit Epoetinen über Fälle von schweren arzneimittelinduzierten Hautreaktionen (SCARs) berichtet. Einige dieser Verläufe endeten tödlich.

Es wird darauf hingewiesen, dass es sich um einen Klasseneffekt aller Epoetine handelt. Bei langwirksamen Epoetinen fielen die Reaktionen laut Meldung schwerer aus, auch wenn die genaue Häufigkeit als sehr selten eingestuft wird.

Symptomatik und Patientenaufklärung

Es wird empfohlen, Behandelte auf folgende Anzeichen und Symptome von SCARs hinzuweisen:

  • Grippeähnliche Prodromi wie Fieber, Müdigkeit sowie Muskel- und Gelenkschmerzen

  • Großflächiger Ausschlag mit Rötung und Blasenbildung

  • Beteiligung der Haut sowie der Schleimhäute (Mund, Augen, Nase, Hals und Genitalbereich)

  • Abschälen und Ablösung der betroffenen Haut, ähnlich wie bei schweren Verbrennungen

Klinisches Management

Beim Auftreten der genannten Symptome wird ein sofortiger Behandlungsabbruch empfohlen. Betroffene sollen sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben.

Kontraindikationen

Der Rote-Hand-Brief formuliert eine absolute Kontraindikation für die Reexposition: Personen, die in der Vergangenheit SCARs in Verbindung mit Epoetinen entwickelt haben, dürfen nie wieder mit Epoetinen behandelt werden.

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💡Praxis-Tipp

Die Warnung betont, dass SCARs bei Epoetinen oft mit unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Gliederschmerzen beginnen, bevor es zu den massiven Hautablösungen kommt. Es wird geraten, bei Behandelten unter Epoetin-Therapie und neu aufgetretenen Grippesymptomen frühzeitig an eine beginnende schwere Hautreaktion zu denken und die Haut sowie Schleimhäute genau zu untersuchen.

Häufig gestellte Fragen

Laut AkdÄ handelt es sich um einen Klasseneffekt. Betroffen sind alle humanen Epoetine, darunter Darbepoetin alfa, Epoetin alfa, beta, theta, zeta und Methoxy-Polyethylenglycol-Epoetin beta.

Die Reaktionen beginnen oft mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Müdigkeit. Darauf folgen großflächige Ausschläge mit Blasenbildung und Hautablösungen, die auch die Schleimhäute betreffen können.

Die Warnung empfiehlt das sofortige Absetzen der Epoetin-Behandlung. Der Betroffene bedarf einer unverzüglichen ärztlichen Begutachtung und Therapie der Hautreaktion.

Nein, der Rote-Hand-Brief formuliert hier eine absolute Kontraindikation. Personen mit einer epoetinassoziierten SCAR in der Anamnese dürfen nie wieder mit diesen Wirkstoffen behandelt werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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