NICE

Doppeldiagnose Psychose und Sucht: Therapie-Leitlinien

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Menschen mit einer schweren psychischen Erkrankung und gleichzeitigem Substanzmissbrauch weisen häufig komplexe gesundheitliche und soziale Bedürfnisse auf. Die NICE-Leitlinie NG58 adressiert die ambulante und kommunale Versorgung dieser vulnerablen Zielgruppe ab einem Alter von 14 Jahren.

Laut Leitlinie fallen unter den Begriff der schweren psychischen Erkrankung Diagnosen wie Schizophrenie, bipolare Störungen oder schwere depressive Episoden. Der Substanzmissbrauch umfasst den schädlichen Gebrauch von legalen oder illegalen Drogen, einschließlich Alkohol und Medikamenten.

Ein zentrales Problem in der Praxis ist, dass Betroffene oft zwischen verschiedenen Zuständigkeiten hin- und hergereicht werden. Es wird betont, dass eine ganzheitliche Herangehensweise erforderlich ist, um Stigmatisierung abzubauen und den Zugang zu adäquaten Hilfsangeboten zu gewährleisten.

Empfehlungen

Erstkontakt und Zuweisung

Die NICE-Leitlinie NG58 empfiehlt, dass Personen mit Doppeldiagnosen bei jedem Erstkontakt umfassend unterstützt werden. Es wird geraten, unmittelbare Bedürfnisse wie körperliche Beschwerden oder Wohnungslosigkeit direkt zu adressieren.

Zudem wird betont, dass die sekundäre psychiatrische Versorgung die Federführung übernehmen sollte. Die Leitlinie formuliert hierzu folgende Kernpunkte:

  • Personen dürfen nicht aufgrund ihres Substanzmissbrauchs von psychiatrischen Diensten ausgeschlossen werden.

  • Ein Ausschluss von somatischen oder sozialen Hilfsangeboten aufgrund der Doppeldiagnose ist zu vermeiden.

  • Es wird eine umfassende Beurteilung der psychischen Gesundheit und des Suchtverhaltens empfohlen.

Hilfeplanung und Koordination

Nach der Aufnahme in die sekundäre psychiatrische Versorgung sollte laut Leitlinie ein fester Fallmanager (Care Coordinator) benannt werden. Dieser koordiniert die multiprofessionelle Zusammenarbeit.

Der individuelle Hilfeplan sollte folgende Aspekte umfassen:

  • Berücksichtigung von körperlicher Gesundheit, Wohnsituation und sozialen Bedürfnissen.

  • Einbezug der Betroffenen und, falls gewünscht, der Angehörigen in die Zielsetzung.

  • Integration von Maßnahmen zur Förderung der körperlichen Gesundheit, wie Ernährung oder Raucherentwöhnung.

Struktur der Versorgungsangebote

Es wird ausdrücklich empfohlen, keine separaten Spezialdienste für Doppeldiagnosen zu schaffen. Stattdessen sollen bestehende psychiatrische Dienste so angepasst werden, dass sie beide Problembereiche abdecken.

Die Leitlinie rät zu flexiblen, niedrigschwelligen Angeboten. Termine sollten an sicheren, diskreten Orten stattfinden, um Stigmatisierungsängste zu minimieren.

Umgang mit Therapieabbrüchen

Ein zentraler Aspekt der Leitlinie ist der Umgang mit verpassten Terminen. Es wird davor gewarnt, Personen bei Nichterscheinen automatisch aus dem Programm zu entlassen.

Stattdessen wird empfohlen, proaktive Schritte einzuleiten:

  • Telefonische Kontaktaufnahme zur Vereinbarung eines neuen Termins.

  • Aufsuchende Arbeit, wie beispielsweise Hausbesuche.

  • Zeitnahe Information aller beteiligten Betreuer, insbesondere bei Verdacht auf Selbstgefährdung.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist der automatische Ausschluss von Personen aus psychiatrischen Behandlungsprogrammen aufgrund eines fortgesetzten Substanzmissbrauchs oder verpasster Termine. Die Leitlinie betont nachdrücklich, dass Nichterscheinen als Warnsignal und nicht als Grund für eine Entlassung gewertet werden sollte. Es wird empfohlen, in solchen Fällen proaktiv den Kontakt zu suchen und die Gründe für den Abbruch interdisziplinär zu evaluieren.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sollte die sekundäre psychiatrische Versorgung die Federführung bei der Beurteilung und Hilfeplanung übernehmen. Es wird empfohlen, einen festen Fallmanager (Care Coordinator) zu benennen, der als zentraler Ansprechpartner fungiert.

Die Leitlinie rät explizit davon ab, isolierte Spezialdienste für Doppeldiagnosen zu schaffen. Stattdessen wird empfohlen, die bestehenden psychiatrischen Versorgungsstrukturen so anzupassen, dass sie den komplexen Bedürfnissen dieser Gruppe gerecht werden.

Es wird davor gewarnt, Betroffene bei Nichterscheinen automatisch aus der Betreuung zu entlassen. Die Leitlinie empfiehlt stattdessen aufsuchende Maßnahmen wie Hausbesuche oder erneute telefonische Kontaktangebote, da ein Kontaktabbruch ein hohes Risiko darstellt.

Es wird empfohlen, auf eine Reihe chronischer Begleiterkrankungen zu achten. Dazu zählen laut Leitlinie kardiovaskuläre und respiratorische Erkrankungen, Leberkomplikationen, Infektionskrankheiten sowie schlechte Mundgesundheit.

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Quelle: NG58: Coexisting severe mental illness and substance misuse: community health and social care services (NICE). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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