StatPearls2026

Distributiver Schock: Diagnostik und Volumentherapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der distributive Schock, auch als vasodilatatorischer Schock bekannt, ist durch eine systemische Vasodilatation gekennzeichnet. Dies führt zu einer verminderten Durchblutung lebenswichtiger Organe wie Gehirn, Herz und Nieren.

Zusätzlich kommt es häufig zu einem Austritt von Flüssigkeit aus den Kapillaren in das umliegende Gewebe. Die häufigsten Ursachen für diese Schockform in der Notaufnahme sind die Sepsis und die Anaphylaxie.

Weitere mögliche Auslöser umfassen neurogene Ursachen bei Traumata, eine Nebennierenrindeninsuffizienz sowie das seltene Kapillarlecksyndrom. Auch Medikamentenüberdosierungen, insbesondere mit potenten Vasodilatatoren wie Kalziumkanalblockern, werden als mögliche Ursachen aufgeführt.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management des distributiven Schocks:

Initiale Beurteilung und Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt eine primäre Beurteilung nach dem ABC-Schema (Atemwege, Atmung, Kreislauf). Es wird zur sofortigen Etablierung eines intravenösen Zugangs und eines hämodynamischen Monitorings geraten.

Zur weiteren Abklärung wird folgende Diagnostik empfohlen:

  • Durchführung eines EKG zum Ausschluss von Arrhythmien oder Ischämien

  • Mobiles Röntgen-Thorax zur Identifikation von Pneumonien oder Lungenödemen

  • Bedside-Ultraschall (RUSH-Protokoll) zur Beurteilung der Herzfunktion und des Volumenstatus

  • Laborbestimmungen einschließlich Laktat, Blut- und Urinkulturen sowie Blutgasanalysen

Hämodynamisches Management

Laut Leitlinie profitieren die meisten Betroffenen von einem initialen Flüssigkeitsbolus von 250 bis 500 ml. Das primäre Ziel ist das Erreichen eines mittleren arteriellen Drucks (MAP) von mehr als 65 mmHg.

Die Gewebeperfusion sollte anhand klinischer Parameter, einer zentralvenösen Sauerstoffsättigung (ScvO2) von mindestens 70 % sowie Laktat und Basendefizit überwacht werden.

Spezifische Therapie nach Ursache

Beim septischen Schock wird eine aggressive Volumentherapie sowie eine frühzeitige Antibiotikagabe empfohlen. Als Vasopressor der ersten Wahl wird Noradrenalin genannt.

Bei anaphylaktischem Schock gilt Adrenalin als Vasopressor der Wahl. Als begleitende Maßnahmen werden H1- und H2-Antihistaminika, Steroide, Albuterol und gegebenenfalls Glukagon empfohlen.

Bei einem Schock, der weder auf Flüssigkeit noch auf Vasopressoren anspricht, wird an eine Nebennierenrindeninsuffizienz gedacht. In diesen Fällen wird die Gabe von Hydrocortison empfohlen.

Pflegerisches Monitoring

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer engmaschigen Überwachung. Folgende Parameter sollten regelmäßig kontrolliert werden:

  • Vitalparameter und mentaler Status

  • Einfuhr- und Ausfuhrbilanzierung (Urinausscheidung)

  • Periphere Perfusion (Hautfarbe, Wärme, Pulse)

  • Blutzuckerwerte, insbesondere bei vorbestehendem Diabetes

Zudem wird eine frühzeitige Prophylaxe gegen tiefe Venenthrombosen (TVT) und Stressulzera empfohlen.

Dosierung

MedikamentDosierungIndikation
Initiale kristalline Lösung250 - 500 mlInitialer Flüssigkeitsbolus bei allen Schockformen
Kristalline Lösung30 ml/kg in den ersten 3 StundenSeptischer Schock (gemäß Surviving Sepsis Campaign)
Noradrenalin2 - 20 mcg/minVasopressor der 1. Wahl beim septischen Schock
Vasopressin0,03 - 0,04 U/minVasopressor der 2. Wahl beim septischen Schock
Hydrocortison100 mgVerdacht auf Nebennierenrindeninsuffizienz

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt davor, eine Intubation vor der hämodynamischen Optimierung durchzuführen, da dies einen Herzstillstand auslösen kann. Zudem wird empfohlen, nierenschädigende Medikamente strikt zu vermeiden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass fast 50 % der septischen Personen mit Endorganschäden einen sogenannten kryptischen Schock aufweisen. Es wird daher betont, dass eine unzureichende Gewebeperfusion auch bei normalen Blutdruckwerten vorliegen kann und Laktatwerte sowie die klinische Beurteilung entscheidend sind.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist Noradrenalin der Vasopressor der ersten Wahl beim septischen Schock. Es bietet eine Alpha-1- und Beta-1-Stimulation, die die periphere Vasokonstriktion erhöht, ohne das Herzzeitvolumen signifikant zu beeinträchtigen.

Es wird empfohlen, einen mittleren arteriellen Druck (MAP) von mehr als 65 mmHg anzustreben. Dieser Wert gilt als kritischer Perfusionsdruck für Herz und Nieren.

Die Leitlinie empfiehlt, eine Nebennierenrindeninsuffizienz in Betracht zu ziehen, wenn der Schock weder auf Volumengabe noch auf Vasopressoren anspricht. In solchen Fällen wird die Gabe von 100 mg Hydrocortison empfohlen.

Es wird der Einsatz des RUSH-Protokolls (Rapid Ultrasound for Shock) am Krankenbett empfohlen. Damit lassen sich die globale Herzfunktion und der Volumenstatus schnell beurteilen sowie Komplikationen wie eine Perikardtamponade erkennen.

Gemäß der Surviving Sepsis Campaign wird eine aggressive Volumentherapie empfohlen. Die Leitlinie nennt hierbei eine Menge von 30 ml/kg Körpergewicht innerhalb der ersten drei Stunden.

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Quelle: StatPearls: Distributive Shock (Nursing) (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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