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Dimetinden (Fenistil): Dosierung nach Gewicht & Tropfen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Kinderformularium / DGKJ (2024)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Diese Zusammenfassung basiert auf der Kurzmonographie des Kinderformulariums zur pädiatrischen Anwendung von Dimetinden (Fenistil).

Dimetinden ist ein Antihistaminikum der ersten Generation, das in der Kinderheilkunde häufig zur Behandlung von allergischen Reaktionen und Juckreiz eingesetzt wird. Aufgrund seiner ZNS-Gängigkeit weist der Wirkstoff eine ausgeprägte sedierende Wirkung auf, was ihn von neueren Antihistaminika der zweiten Generation wie Cetirizin unterscheidet.

Die Zulassung für die topische Anwendung als Gel besteht bereits ab der Geburt. Die orale Gabe in Form von Tropfen ist ab einem Alter von einem Monat zugelassen.

Empfehlungen

Die Monographie benennt verschiedene klinische Einsatzgebiete für Dimetinden im pädiatrischen Alltag.

Indikationen

Laut Kinderformularium wird der Wirkstoff für folgende Situationen empfohlen:

  • Akute allergische Reaktionen

  • Juckreiz, beispielsweise bei Urtikaria, Insektenstichen oder Windpocken

  • Prämedikation vor der Gabe von Kontrastmitteln

Topische Anwendung

Für die lokale Therapie wird die Anwendung des Gels bei Insektenstichen, Sonnenbrand und leichten Verbrennungen aufgeführt. Es wird ein zwei- bis viermal tägliches Auftragen empfohlen.

Stellenwert in der Therapie

Da es sich um ein sedierendes Antihistaminikum der ersten Generation handelt, wird für eine Dauertherapie die Gabe von Cetirizin oder Loratadin bevorzugt. Dimetinden bietet sich laut Quelle jedoch in spezifischen Situationen an:

  • Bei Säuglingen unter einem Jahr, da Cetirizin erst ab einem Jahr zugelassen ist

  • Bei akuten allergischen Reaktionen aufgrund des schnelleren Wirkeintritts

  • Wenn eine Sedierung klinisch erwünscht ist, beispielsweise bei starkem nächtlichem Juckreiz

Dosierung

Die Standarddosis für die orale Gabe von Dimetinden-Tropfen beträgt 0,1 mg/kg Körpergewicht pro Tag. Diese Tagesdosis wird auf drei Einzelgaben verteilt. Dabei entspricht ein Tropfen 0,05 mg des Wirkstoffs (1 mg/ml).

Orale Dosierung (Tropfen)

AlterGewichtEinzeldosisTagesdosis
1-12 Monate5-10 kg3-10 Tropfen10-30 Tropfen
1-3 Jahre10-15 kg10-15 Tropfen30-45 Tropfen
3-12 Jahre15-40 kg15-20 Tropfen45-60 Tropfen
>12 Jahre>40 kg20-40 Tropfen60-120 Tropfen

Intravenöse Gabe

Für die intravenöse Applikation wird eine langsame Gabe von 0,025 bis 0,05 mg/kg Körpergewicht angegeben. Im Falle einer Anaphylaxie erfolgt der Einsatz als Adjuvans nach der primären Gabe von Adrenalin.

Kontraindikationen

Die Quelle warnt vor der gleichzeitigen Einnahme von Alkohol oder anderen sedierenden Medikamenten.

Als relevante Nebenwirkungen werden aufgeführt:

  • Ausgeprägte Sedierung (stärker als bei Antihistaminika der zweiten Generation)

  • Mundtrockenheit

  • Paradoxe Erregung, die insbesondere bei Kleinkindern auftreten kann

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Monographie weist darauf hin, dass bei Kleinkindern anstelle der erwarteten Sedierung eine paradoxe Erregung auftreten kann. Für die Praxis ist zudem relevant, dass Dimetinden die Therapie der Wahl bei Säuglingen unter einem Jahr darstellt, da neuere Antihistaminika wie Cetirizin in dieser Altersgruppe noch nicht zugelassen sind.

Häufig gestellte Fragen

Laut Kinderformularium sind Dimetinden-Tropfen für Säuglinge ab einem Alter von einem Monat zugelassen. Das Gel darf bereits ab der Geburt topisch angewendet werden.

Die empfohlene orale Standarddosis beträgt 0,1 mg/kg Körpergewicht pro Tag. Diese Menge wird auf drei Einzelgaben über den Tag verteilt.

Dimetinden wird laut Quelle bei Säuglingen unter einem Jahr sowie bei akuten allergischen Reaktionen aufgrund des schnelleren Wirkeintritts bevorzugt. Auch bei nächtlichem Juckreiz kann die sedierende Wirkung von Vorteil sein.

Bei einer anaphylaktischen Reaktion wird Dimetinden intravenös in einer Dosierung von 0,025 bis 0,05 mg/kg verabreicht. Es dient dabei als Adjuvans nach der lebensrettenden Primärtherapie mit Adrenalin.

Neben der bekannten Sedierung und Mundtrockenheit kann es bei Kleinkindern zu einer paradoxen Erregung kommen. Die Quelle weist darauf hin, dass die sedierende Wirkung stärker ausgeprägt ist als bei Antihistaminika der zweiten Generation.

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Quelle: Dimetinden Dosierung Kinder (Kinderformularium / DGKJ, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

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