Diabetes mellitus: Impfschema und Impfempfehlungen
Hintergrund
Die Leitlinie von Diabetes Canada (2018) betont, dass Menschen mit Diabetes ein erhöhtes Risiko für Morbidität und Mortalität durch impfpräventable Krankheiten haben. Insbesondere bei Influenza-Epidemien stellt Diabetes einen signifikanten Risikofaktor für Hospitalisierungen dar.
Klinische Empfehlungen für diese Personengruppe leiten sich primär aus großen Kohortenstudien der Allgemeinbevölkerung ab. Es wird grundsätzlich empfohlen, dass Menschen mit Diabetes alle Routineimpfungen erhalten, die auch für die Allgemeinbevölkerung vorgesehen sind.
Zusätzlich wird hervorgehoben, dass Erwachsene mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes ein etwa doppelt so hohes Risiko für akute Hepatitis-B-Infektionen aufweisen. Auch die zellvermittelte Immunität gegenüber dem Varizella-Zoster-Virus ist bei Diabetes häufig eingeschränkt.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für Menschen mit Diabetes:
Allgemeine Impfempfehlungen
Es wird empfohlen, Routineimpfungen gemäß den nationalen Richtlinien für die Allgemeinbevölkerung durchzuführen (Empfehlungsgrad D).
Influenza
Die Leitlinie empfiehlt eine jährliche Influenza-Impfung während der Grippesaison (Empfehlungsgrad C). Ziel ist die signifikante Reduktion von influenza-bedingten Hospitalisierungen und Todesfällen.
Pneumokokken
Für die Pneumokokken-Impfung werden spezifische Impfschemata in Abhängigkeit von Alter und Immunstatus vorgegeben (Empfehlungsgrad D):
| Patientengruppe | Impfstoff und Schema | Wiederholungsimpfung |
|---|---|---|
| 19 bis 64 Jahre (ohne Immunschwäche) | Pneu-P-23 | Einmalig ab 65 Jahren (sofern Erstimpfung >5 Jahre zurückliegt) |
| Ab 65 Jahren oder immunsupprimiert | Pneu-C-13, gefolgt von Pneu-P-23 (Abstand ≥8 Wochen) | Keine spezifische Angabe |
| Bereits mit Pneu-P-23 geimpft | Pneu-C-13 (Abstand ≥1 Jahr zur Pneu-P-23-Impfung) | Keine spezifische Angabe |
Hepatitis B
Die Leitlinie verweist auf Empfehlungen, eine Hepatitis-B-Impfung bei diagnostiziertem Diabetes durchzuführen. Ein besonderes Risiko besteht bei Personen mit assistierter Blutzuckermessung, beispielsweise in Pflegeeinrichtungen.
Bei Personen über 60 Jahren wird eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung empfohlen. Hierbei sollen das Infektionsrisiko und die im Alter abnehmende Immunantwort berücksichtigt werden.
Herpes Zoster
Es wird auf die Empfehlung verwiesen, Erwachsene ab 60 Jahren routinemäßig gegen Herpes Zoster zu impfen. Eine Impfung vor dem 60. Lebensjahr bietet laut Leitlinie möglicherweise nicht den erforderlichen Schutz in der späteren Hochrisikophase.
Die Leitlinie weist darauf hin, dass der durch die Impfung gebotene Schutz innerhalb der ersten 5 Jahre nachlässt. Bei immunsupprimierten Personen ist die Indikation besonders sorgfältig zu prüfen.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist bei der sequenziellen Pneumokokken-Impfung strikt auf die Reihenfolge und die zeitlichen Abstände zu achten. Es wird besonders hervorgehoben, dass bei einer bereits erfolgten Impfung mit Pneu-P-23 mindestens ein volles Jahr vergehen muss, bevor der Impfstoff Pneu-C-13 verabreicht wird.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine jährliche Influenza-Impfung während der Grippesaison. Dies senkt das Risiko für influenza-bedingte Hospitalisierungen und Todesfälle signifikant.
Für Personen zwischen 19 und 64 Jahren ohne Immunschwäche wird primär die Impfung mit Pneu-P-23 empfohlen. Eine einmalige Auffrischung ist ab dem 65. Lebensjahr vorgesehen, sofern die Erstimpfung mehr als 5 Jahre zurückliegt.
Erwachsene mit Diabetes haben laut Leitlinie ein etwa doppelt so hohes Risiko für eine akute Hepatitis-B-Infektion. Ein besonderes Übertragungsrisiko besteht bei der assistierten Blutzuckermessung in Pflegeeinrichtungen.
Es wird auf Empfehlungen verwiesen, die Herpes-Zoster-Impfung routinemäßig ab einem Alter von 60 Jahren durchzuführen. Eine frühere Impfung wird kritisch gesehen, da der Impfschutz nach 5 Jahren deutlich nachlässt.
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Quelle: Diabetes Canada Chapter 19: Influenza, Pneumococcal, Hepatitis B and Herpes Zoster Vaccinations (Diabetes Canada, 2018). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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