StatPearls2026

Dekubitus: Stadieneinteilung, Prävention und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dekubitalgeschwüre, auch Druckverletzungen genannt, sind lokalisierte Schädigungen der Haut und des Weichteilgewebes. Sie entstehen laut StatPearls-Zusammenfassung meist über knöchernen Vorsprüngen durch anhaltenden Druck oder Scherkräfte.

Die Pathophysiologie beruht auf einer Okklusion der Kapillarbetten, die zu Gewebeischämie und Nekrose führt. Bereits eine zweistündige Immobilität kann den Grundstein für die Entstehung eines Ulkus legen.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen eingeschränkte Mobilität, Hautfeuchtigkeit, ein schlechter Ernährungszustand und eine verminderte sensorische Wahrnehmung. Ältere Patienten sowie Personen mit neurologischen oder kardiovaskulären Erkrankungen weisen eine erhöhte Prädisposition auf.

Empfehlungen

Risikobewertung

Die Leitlinie empfiehlt eine systematische Risikobewertung mithilfe etablierter Instrumente. Die Braden-Skala wird in der aktuellen Literatur am häufigsten akzeptiert und bewertet Faktoren wie sensorische Wahrnehmung, Mobilität und Feuchtigkeit.

RisikostufeBraden-Score
Geringes Risiko15 - 18
Mittleres Risiko13 - 14
Hohes Risiko10 - 12
Sehr hohes Risiko9 oder darunter

Stadieneinteilung

Zur Klassifikation wird das System des National Pressure Injury Advisory Panel (NPIAP) herangezogen. Die Einteilung basiert auf der Tiefe der Gewebeschädigung.

StadiumKlinische Merkmale
Stadium 1Intakte Haut mit nicht wegdrückbarem Erythem
Stadium 2Teilverlust der Haut (Epidermis und Dermis)
Stadium 3Vollständiger Hautverlust bis ins subkutane Gewebe (Faszie nicht durchbrochen)
Stadium 4Vollständiger Gewebeverlust mit Beteiligung von Muskeln, Knochen, Sehnen oder Gelenken
Nicht einstufbarTiefe unbekannt, da von Schorf oder Nekrose verdeckt
Tiefe Gewebeschädigung (DTI)Intakte oder nicht intakte Haut mit tiefroter, kastanienbrauner oder violetter Verfärbung

Prävention und konservative Therapie

Die Prävention wird als wichtigste therapeutische Maßnahme hervorgehoben. Folgende Kernstrategien werden empfohlen:

  • Regelmäßige Druckentlastung durch Umlagern (alle 4 Stunden auf viskoelastischen Schaumstoffmatratzen)

  • Optimierung des Hautzustandes durch Sauberkeit und Trockenheit

  • Sicherstellung einer adäquaten Hydratation und Ernährung

  • Verwendung von druckverteilenden Kissen und speziellen Auflageflächen

Wundversorgung

Bei bestehenden Ulzera wird eine stadiengerechte Wundversorgung empfohlen. Die Leitlinie rät zu folgenden Maßnahmen:

  • Mechanisches Debridement zur Entfernung von devitalisiertem Gewebe (Ausnahme: trockener Schorf ohne Eiterung)

  • Verwendung von Silikonschaumverbänden als Standardauflage gemäß NPIAP

  • Anpassung der Wundauflagen (z. B. Alginate, Hydrogele) basierend auf Exsudatmenge und Infektionsstatus

  • Verzicht auf den langfristigen Einsatz von Jod oder Wasserstoffperoxid, da diese die Wundheilung verzögern können

Chirurgische Intervention

Bei Dekubitalgeschwüren der Stadien 3 und 4 wird häufig eine chirurgische Intervention erforderlich. Es wird ein operatives Debridement mit anschließender Defektdeckung durch Lappenplastiken empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist bei einem trockenen Schorf ohne Anzeichen von Eiterung oder Fluktuation von einem mechanischen Debridement abzusehen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Jod, Silber-Sulfadiazin oder Wasserstoffperoxid zwar kurzfristig bei Infektionsverdacht eingesetzt werden können, die Wundheilung bei langfristiger Anwendung jedoch verzögern.

Häufig gestellte Fragen

Die StatPearls-Zusammenfassung empfiehlt eine Umlagerung alle 4 Stunden, sofern der Patient auf einer viskoelastischen Schaumstoffmatratze liegt. Dies zeigt laut Leitlinie bessere Ergebnisse als eine zweistündige Umlagerung auf einer Standardmatratze.

Gemäß den NPIAP-Richtlinien wird primär die Verwendung von Silikonschaumverbänden empfohlen. Bei infizierten oder stark exsudierenden Wunden rät die Leitlinie zur Anpassung auf Alginate oder eine Unterdruckwundtherapie.

Laut Leitlinie erfordern Ulzera der Stadien 1 und 2 in der Regel keine operativen Maßnahmen. Bei Läsionen der Stadien 3 und 4 wird hingegen häufig eine chirurgische Intervention mittels Debridement und Lappenplastik empfohlen.

Ein schlechter Ernährungszustand ist ein wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung und verzögerte Heilung. Es wird empfohlen, auf eine ausreichende Zufuhr von Proteinen, Vitaminen und Mineralien zu achten, da stark exsudierende Wunden zu einem erheblichen Proteinverlust führen können.

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Quelle: StatPearls: Pressure Ulcer (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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