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Kardiovaskuläres Risiko ab 70: SCORE2-OP vs. andere (ClinMed)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Clinical Medicine Insights Cardiology Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Übereinstimmung zwischen gängigen Risikoscores (Framingham, ASCVD-2013) und SCORE2-OP bei über 70-Jährigen ist nur gering bis mäßig.
  • SCORE2-OP neigt ohne regionale Kalibrierung dazu, das kardiovaskuläre Risiko deutlich zu überschätzen.
  • Risikoscores sollten im klinischen Alltag nicht unkritisch gegeneinander ausgetauscht werden.
  • Eine regionalspezifische Validierung ist essenziell, um Übertherapien zu vermeiden.
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Hintergrund

Die Prävalenz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt mit dem Alter drastisch an und betrifft bis zu 86 % der über 80-Jährigen. Zur Abschätzung des kardiovaskulären Risikos (CVR) bei älteren Erwachsenen ab 70 Jahren wurde der SCORE2-OP entwickelt. Da viele etablierte Modelle primär für jüngere Populationen validiert wurden, stellt sich die Frage, wie gut der SCORE2-OP im Vergleich zu etablierten Scores wie Framingham, ASCVD-2013 und SCORE2 abschneidet, insbesondere wenn diese regional kalibriert sind.

Studienergebnisse zur Übereinstimmung

In einer populationsbasierten Querschnittsstudie (SABE Colombia) mit 586 Patienten ab 70 Jahren wurde die Konkordanz zwischen dem unkalibrierten SCORE2-OP und regional kalibrierten Versionen anderer Scores untersucht.

Die Auswertung zeigte, dass die Modelle nicht austauschbar sind. Der Grad der Übereinstimmung (gemessen als quadratisch gewichteter Kappa-Koeffizient) fiel wie folgt aus:

Risikoscore (regional kalibriert)Übereinstimmung mit SCORE2-OPKappa-Wert
ASCVD-2013Gering (fair)0,24
FraminghamGering (fair)0,22
SCORE2Mäßig (moderate)0,43

Klinische Relevanz und Risikobewertung

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist, dass der SCORE2-OP dazu neigt, das kardiovaskuläre Risiko zu überschätzen, wenn er mit national validierten CVR-Scores verglichen wird.

  • Gefahr der Übertherapie: Die unkritische Anwendung des unkalibrierten SCORE2-OP kann dazu führen, dass Patienten fälschlicherweise in zu hohe Risikokategorien eingestuft werden.
  • Therapieentscheidungen: Dies könnte erhöhte und unnötige Behandlungskosten sowie ein gesteigertes Risiko für unerwünschte Ereignisse (z. B. durch Statin-Therapien) nach sich ziehen.
  • Notwendigkeit der Kalibrierung: Traditionelle Modelle berücksichtigen oft nicht das konkurrierende Risiko der nicht-kardiovaskulären Mortalität im Alter. Obwohl SCORE2-OP dieses Problem adressiert, ist eine regionalspezifische Validierung zwingend erforderlich, um präzise Schätzungen zu gewährleisten.

Fazit für die Praxis

Bis zur Verfügbarkeit validierter und regional angepasster Skalen sollte das kardiovaskuläre Risiko bei Patienten ab 70 Jahren individualisiert und unter Berücksichtigung aktueller klinischer Leitlinien bewertet werden. Ein direkter Austausch der verschiedenen Risikoscores ist aufgrund der mangelnden Übereinstimmung nicht zu empfehlen.

💡Praxis-Tipp

Tauschen Sie verschiedene kardiovaskuläre Risikoscores (wie Framingham, ASCVD-2013 und SCORE2-OP) bei Patienten über 70 Jahren nicht unkritisch aus. Beachten Sie, dass unkalibrierte Scores das Risiko oft überschätzen, was zu unnötigen Statin-Verordnungen führen kann.

Häufig gestellte Fragen

Der SCORE2-OP wurde speziell zur Abschätzung des kardiovaskulären Risikos bei älteren Erwachsenen ab 70 Jahren entwickelt.
Die Übereinstimmung ist laut aktuellen Studiendaten nur gering (fair). Die Scores liefern teils stark abweichende Ergebnisse und sollten nicht austauschbar verwendet werden.
Der Score neigt dazu, das kardiovaskuläre Risiko zu überschätzen. Dies kann zu einer Übertherapie und unnötigen Nebenwirkungen, beispielsweise durch Statine, führen.

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