CochraneIa2023

CRPS (Morbus Sudeck): Therapie-Optionen und Evidenzlage

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS) ist eine chronische Schmerzerkrankung, die typischerweise nach einem Trauma oder einer Operation an den Extremitäten auftritt. Die Schmerzintensität und -dauer stehen dabei in keinem Verhältnis zur ursprünglichen Verletzung.

Begleitet wird die Erkrankung häufig von sensorischen, vasomotorischen, sudomotorischen und motorischen Symptomen wie Schwellungen, Hautveränderungen und Bewegungseinschränkungen. Die genauen pathophysiologischen Mechanismen sind komplex und umfassen entzündliche, sympathische und zentralnervöse Prozesse.

Zur Behandlung von Schmerzen und Behinderungen bei Erwachsenen mit CRPS wird ein breites Spektrum an Therapien eingesetzt. Dieser Cochrane-Overview fasst die Evidenz aus systematischen Reviews zusammen, um die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Interventionen zu bewerten.

Empfehlungen

Diagnostik

Für die Diagnose des CRPS werden laut Review die Budapest-Kriterien herangezogen:

KriteriumBeschreibung
1. Anhaltender SchmerzSchmerz steht in keinem Verhältnis zum auslösenden Ereignis
2. Symptome (mind. 1 in 3 von 4 Kategorien)Sensorisch, Vasomotorisch, Sudomotorisch/Ödem, Motorisch/Trophisch
3. Klinische Zeichen (mind. 1 in 2 von 4 Kategorien)Sensorisch, Vasomotorisch, Sudomotorisch/Ödem, Motorisch/Trophisch
4. AusschlussdiagnoseKeine andere Diagnose erklärt die Symptome besser

Allgemeine Bewertung der Evidenzlage

Laut dem Review besteht ein kritischer Mangel an hochwertiger Evidenz für die Wirksamkeit jeglicher Therapien bei CRPS. Für die meisten routinemäßig eingesetzten Interventionen ist die Evidenz von sehr niedriger Qualität.

Pharmakologische Interventionen

Der Review fasst folgende Erkenntnisse zu medikamentösen Therapien zusammen:

  • Bisphosphonate reduzieren möglicherweise die Schmerzintensität nach der Behandlung (niedrige Evidenz), sind aber wahrscheinlich mit vermehrten unerwünschten Ereignissen verbunden (moderate Evidenz).

  • Für topisches Dimethylsulfoxid (DMSO) im Vergleich zu oralem N-Acetylcystein gibt es Hinweise von niedriger Qualität, dass es die Schmerzintensität möglicherweise nicht reduziert.

  • Für häufig verwendete Medikamente wie trizyklische Antidepressiva oder Opioide konnte keine Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) identifiziert werden.

Interventionelle Verfahren

Bezüglich Nervenblockaden und ähnlichen Verfahren zeigt die Übersichtsarbeit folgende Ergebnisse:

  • Eine Sympathikusblockade mit dem Lokalanästhetikum Lidocain reduziert die Schmerzintensität im Vergleich zu Placebo wahrscheinlich nicht (moderate Evidenz).

  • Eine kontinuierliche Brachialplexusblockade mit Bupivacain reduziert die Schmerzintensität möglicherweise stärker als eine kontinuierliche Blockade des Ganglion stellatum mit Bupivacain (niedrige Evidenz).

Weitere Therapieansätze

Für andere häufig angewendete Behandlungen wie intravenöse Ketamin-Infusionen, Rückenmarkstimulation (Spinal Cord Stimulation), Graded Motor Imagery und Spiegeltherapie liegt laut dem Review nur Evidenz von sehr niedriger Qualität vor. Die wahren Effekte dieser Interventionen können daher erheblich von den bisherigen Schätzungen abweichen.

Kontraindikationen

Der Review weist darauf hin, dass die Behandlung mit Bisphosphonaten wahrscheinlich mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte Ereignisse jeglicher Art verbunden ist (moderate Evidenz). Bei invasiven, medikamentösen und nicht-medikamentösen Behandlungen variiert das Schadensrisiko, was bei der Therapieentscheidung berücksichtigt werden sollte.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass für routinemäßig eingesetzte pharmakologische Therapien wie trizyklische Antidepressiva oder Opioide bei CRPS derzeit keine Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien vorliegt. Die Therapieentscheidung muss mangels hochwertiger Daten stark auf klinischem Konsens basieren.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane-Review gibt es nur für Bisphosphonate Hinweise von niedriger Qualität, dass sie die Schmerzintensität reduzieren könnten. Für andere häufig genutzte Medikamente wie Opioide oder Antidepressiva fehlt es an hochwertiger RCT-Evidenz.

Der Review zeigt mit moderater Evidenz, dass eine Sympathikusblockade mit Lidocain die Schmerzintensität im Vergleich zu Placebo wahrscheinlich nicht reduziert. Die routinemäßige Anwendung wird durch die aktuelle Studienlage nicht gestützt.

Für die Spiegeltherapie sowie für Graded Motor Imagery liegt laut der Übersichtsarbeit nur Evidenz von sehr niedriger Qualität vor. Es lässt sich daher nicht mit Sicherheit sagen, ob diese Therapien Schmerzen und Behinderungen bei CRPS wirksam reduzieren.

Die Übersichtsarbeit stellt fest, dass der Einsatz von Bisphosphonaten bei CRPS wahrscheinlich mit einer erhöhten Rate an unerwünschten Ereignissen einhergeht. Die genaue Art der Nebenwirkungen variiert je nach Präparat und Verabreichungsweg.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Interventions for treating pain and disability in adults with complex regional pain syndrome- an overview of systematic reviews (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.