Magenkarzinom: Splenektomie-Indikation & Komplikationen
Hintergrund
Der aktuelle Cochrane Review untersucht den Nutzen und die Risiken einer routinemäßigen Splenektomie im Rahmen einer totalen Gastrektomie bei Magenkarzinomen. Die erweiterte Lymphadenektomie zeigt bei diesen Eingriffen grundsätzlich einen Überlebensvorteil.
Eine Milzexstirpation wird primär durchgeführt, um die milznahen Lymphknoten vollständig zu entfernen. Die Rolle der routinemäßigen Splenektomie wird in der klinischen Praxis jedoch kontrovers diskutiert.
Die Meta-Analyse schließt fünf randomisiert-kontrollierte Studien mit insgesamt 1002 erwachsenen Personen ein. Die Studien weisen laut den Autoren ein hohes Verzerrungsrisiko (Risk of Bias) auf.
💡Praxis-Tipp
Der Review warnt davor, dass eine routinemäßige Splenektomie bei der totalen Gastrektomie die postoperative Komplikationsrate signifikant erhöht, ohne einen klaren Überlebensvorteil zu bieten. Es wird nahegelegt, die Indikation zur Milzexstirpation kritisch zu stellen und zukünftig stärker nach Tumorlokalisation und Tumorstadium zu stratifizieren.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review führt die zusätzliche Milzentfernung zu keinem oder nur einem sehr geringen Unterschied beim Gesamtüberleben. Auch das krankheitsfreie Überleben wird durch den Eingriff nicht signifikant verbessert.
Der Review zeigt, dass die Splenektomie die postoperative Komplikationsrate wahrscheinlich deutlich erhöht. Schätzungen zufolge treten bei 259 von 1000 Personen mit Splenektomie Komplikationen auf, verglichen mit 144 von 1000 bei Milzerhalt.
Die aktuelle Evidenzlage ist diesbezüglich sehr unsicher. Der Review kann keine verlässliche Aussage darüber treffen, ob die Milzentfernung die Liegezeit im Krankenhaus verlängert oder verkürzt.
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Quelle: Cochrane Review: Total gastrectomy with splenectomy versus total gastrectomy with spleen preservation for gastric cancer (Cochrane, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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