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Strabismus-Prophylaxe bei Hyperopie: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Hyperopie im Säuglings- und Kindesalter erfordert eine verstärkte Akkommodation, um Bilder scharf zu stellen. Diese anhaltende Akkommodationsanstrengung wird mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines Strabismus (Schielen) in Verbindung gebracht.

Ein Strabismus kann zu Asthenopie und intermittierender Diplopie führen und erschwert Aufgaben im Nahbereich. Es wird in der Praxis häufig angenommen, dass die Verordnung einer Brille zur Korrektur der hyperopen Refraktionsanomalie die Entstehung eines Strabismus verhindern kann.

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob eine Brillenkorrektur im Vergleich zu keiner Intervention bei Säuglingen und Kindern im Alter von 6 bis 36 Monaten mit einer Hyperopie von mehr als +2,00 Dioptrien wirksam ist.

Empfehlungen

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Cochrane Reviews. Der Review analysiert die Effekte einer Brillenkorrektur bei hyperopen Kindern anhand von vier randomisiert-kontrollierten Studien.

Einfluss auf Strabismus und Sehschärfe

Die Evidenz für die Prävention eines Strabismus durch eine Brillenkorrektur ist laut Review sehr unsicher. Es zeigt sich zwar eine Tendenz zu einem möglichen Nutzen, das Vertrauen in diese Ergebnisse ist jedoch aufgrund eines hohen Verzerrungsrisikos und methodischer Schwächen sehr gering.

Auch hinsichtlich des Risikos für eine Sehschärfe von schlechter als 20/30 bleibt der Effekt einer Brillenkorrektur unklar.

Weitere klinische Endpunkte

Die Autoren fassen die Ergebnisse für weitere ophthalmologische Parameter wie folgt zusammen:

  • Es gibt unklare Evidenz bezüglich eines verringerten Risikos für die Entwicklung einer Amblyopie.

  • Für die Prävention einer unzureichenden Stereo-Sehschärfe (räumliches Sehen) gibt es begrenzte Hinweise auf einen Nutzen der Brillenkorrektur.

  • Der Einfluss der Brille auf die Emmetropisierung (die natürliche Entwicklung zur Normalsichtigkeit) ist widersprüchlich und unklar.

Die folgende Tabelle fasst die relativen Risiken (RR) der Brillenkorrektur im Vergleich zu keiner Intervention zusammen:

Klinischer EndpunktEffekt der Brillenkorrektur (RR)Vertrauenswürdigkeit der Evidenz
Inzidenz von Strabismus0,65 (Tendenz zum Nutzen)Sehr gering
Risiko für Amblyopie0,78 (Unklarer Effekt)Sehr gering
Unzureichende Stereopsis0,38 (Möglicher Nutzen)Sehr gering
Sehschärfe schlechter als 20/300,87 (Unklarer Effekt)Sehr gering
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💡Praxis-Tipp

Der Review verdeutlicht, dass der präventive Nutzen einer Brillenkorrektur bei asymptomatischer Hyperopie (> +2,00 dpt) zur Verhinderung eines Strabismus wissenschaftlich nicht eindeutig belegt ist. Es wird darauf hingewiesen, dass beobachtete positive Effekte, beispielsweise auf das räumliche Sehen, auch auf Verzerrungen oder Zufall beruhen könnten.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review ist der Effekt einer Brillenkorrektur zur Prävention von Strabismus bei hyperopen Kindern unklar. Zwar gibt es Hinweise auf einen möglichen Nutzen, die Evidenzqualität ist jedoch aufgrund methodischer Schwächen der Studien sehr gering.

Die eingeschlossenen Studien untersuchten Säuglinge und Kinder im Alter von 6 bis 36 Monaten. Voraussetzung für den Einschluss war eine Hyperopie von mehr als +2,00 Dioptrien.

Der Einfluss einer Brillenkorrektur auf die Emmetropisierung (die natürliche Entwicklung zur Normalsichtigkeit) ist laut Review unklar. Die Ergebnisse der analysierten Studien waren in diesem Punkt widersprüchlich.

Die Evidenz für ein verringertes Risiko zur Entwicklung einer Amblyopie durch eine Brillenkorrektur wird als unklar eingestuft. Das Vertrauen in die Studienergebnisse ist aufgrund methodischer Einschränkungen sehr gering.

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Quelle: Cochrane Review: Spectacle correction versus no spectacles for prevention of strabismus in hyperopic children (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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