CochraneIa2021

Depression bei KHK: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Depressionen treten bei Personen mit koronarer Herzkrankheit (KHK) häufig auf. Sie sind mit einer schlechten Prognose für die Betroffenen assoziiert.

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2021 untersucht die Effekte von psychologischen und pharmakologischen Interventionen. Zielgruppe der analysierten Studien sind Erwachsene mit KHK und komorbider Depression.

Primäre Endpunkte der Auswertung umfassten Depressionssymptome, Mortalität und kardiale Ereignisse. Sekundäre Endpunkte beinhalteten unter anderem die gesundheitsbezogene Lebensqualität und unerwünschte Ereignisse.

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz zu verschiedenen Therapieansätzen zusammen und liefert folgende zentrale Erkenntnisse:

Psychologische Interventionen

Psychologische Interventionen führen am Ende der Behandlung möglicherweise zu einer Reduktion der Depressionssymptome im Vergleich zu Kontrollgruppen (niedrige Evidenzqualität).

Für mittelfristige Effekte, ein bis sechs Monate nach Behandlungsende, konnte kein Nutzen nachgewiesen werden. Bezüglich der Depressionsremission zeigt sich laut Review kaum bis kein Unterschied zur Kontrollgruppe.

Pharmakologische Interventionen

Pharmakologische Therapien bewirken wahrscheinlich einen moderaten bis großen Anstieg der Depressionsremission am Behandlungsende (moderate Evidenzqualität).

Zudem zeigt sich ein großer Effekt auf die Reduktion der Depressionssymptome, wobei die Evidenzqualität hierfür als niedrig eingestuft wird. Ein positiver Effekt auf das Therapieansprechen im Vergleich zu Placebo konnte ebenfalls beobachtet werden.

Vergleich der Therapieansätze

Die nachfolgende Tabelle fasst die Effekte der untersuchten Interventionen auf die Depressionssymptomatik am Behandlungsende zusammen:

InterventionstypEffekt auf DepressionssymptomeEffekt auf RemissionEvidenzqualität
Psychologische TherapieMögliche ReduktionKaum/kein UnterschiedNiedrig
Pharmakologische TherapieGroße ReduktionModerater bis großer AnstiegNiedrig (Symptome) / Moderat (Remission)

Mortalität und kardiale Ereignisse

Weder für psychologische noch für pharmakologische Interventionen konnten konsistent positive Effekte auf die Mortalität oder kardiale Ereignisse festgestellt werden. Die Evidenz für diese Endpunkte wird von den Autoren als sehr unsicher und spärlich bewertet.

Direkte Vergleiche (Head-to-Head)

Für direkte Vergleiche verschiedener Wirkstoffe oder Therapieformen ist die Evidenz laut Review sehr unsicher. Dies betrifft unter anderem folgende untersuchte Vergleiche:

  • Simvastatin versus Atorvastatin

  • Paroxetin versus Fluoxetin

  • Escitalopram versus Bu Xin Qi

  • Kognitive Verhaltenstherapie versus unterstützendes Stressmanagement

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass die positiven Effekte beider Therapieformen primär am Ende der Behandlung messbar sind. Es wird darauf hingewiesen, dass Daten zur Langzeitwirkung und zur Dauerhaftigkeit dieser kurzfristigen Ergebnisse derzeit noch fehlen. Zudem konnte für keine der Interventionen eine konsistente Senkung der Mortalität oder der kardialen Ereignisse belegt werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review führen pharmakologische Interventionen am Behandlungsende wahrscheinlich zu einem moderaten bis großen Anstieg der Depressionsremission. Die Evidenzqualität hierfür wird als moderat eingestuft.

Psychologische Interventionen können am Ende der Behandlung zu einer Reduktion der Depressionssymptome führen. Die Evidenzqualität ist jedoch niedrig, und mittelfristig konnte kein signifikanter Effekt nachgewiesen werden.

Der Review fand keine konsistenten Belege dafür, dass psychologische oder pharmakologische Interventionen die Mortalität oder kardiale Ereignisse reduzieren. Die Datenlage zu diesen Endpunkten ist spärlich und sehr unsicher.

Die Evidenz aus direkten Vergleichen verschiedener pharmakologischer Wirkstoffe, wie beispielsweise Paroxetin versus Fluoxetin, ist laut Review sehr unsicher. Es können derzeit keine verlässlichen Aussagen zur Überlegenheit einzelner Präparate getroffen werden.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Psychological and pharmacological interventions for depression in patients with coronary artery disease (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien