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Leber- und Milzsteifigkeit bei portaler Hypertension: Cochrane

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die klinisch signifikante portale Hypertension (CSPH) ist ein wesentlicher Treiber für die Dekompensation bei chronischen Lebererkrankungen. Eine schwere portale Hypertension kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Ösophagusvarizenblutungen führen.

Der aktuelle Goldstandard zur Messung des Pfortaderdrucks ist der hepatovenöse Druckgradient (HVPG). Da diese Methode invasiv, teuer und nur eingeschränkt verfügbar ist, werden zunehmend nicht-invasive Alternativen gesucht.

Dieser Cochrane-Review untersucht die diagnostische Genauigkeit der Messung von Leber- und Milzsteifigkeit mittels verschiedener Elastographie-Verfahren. Ziel ist es, die Zuverlässigkeit dieser Methoden zur Erkennung einer CSPH zu bewerten.

Empfehlungen

Der Cochrane-Review liefert folgende Erkenntnisse zur Diagnostik der klinisch signifikanten portalen Hypertension (CSPH):

Diagnostische Genauigkeit der Elastographie

Laut Review bieten Messungen der Lebersteifigkeit (LSM) und Milzsteifigkeit (SSM) eine potenzielle nicht-invasive Alternative zur HVPG-Messung. Es wird jedoch betont, dass die Genauigkeit der einzelnen Techniken aufgrund sehr niedriger Evidenzqualität unsicher bleibt.

Kein untersuchtes Verfahren erreichte gleichzeitig eine Sensitivität und Spezifität von über 90 %. Daher schlussfolgern die Autoren, dass die Methoden nur eingeschränkt geeignet sind, um eine CSPH sicher zu bestätigen oder auszuschließen.

Vergleich der Untersuchungsmethoden

Die am häufigsten untersuchte Methode ist die Messung der Lebersteifigkeit mittels vibrationskontrollierter transienter Elastographie (VCTE). Die Analyse fasst die diagnostische Genauigkeit der verschiedenen Verfahren für CSPH wie folgt zusammen:

MethodeSensitivität (bei fixierter Spezifität)Spezifität (bei fixierter Sensitivität)
LSM mittels VCTE72,6 % (bei 90 % Spezifität)75,9 % (bei 90 % Sensitivität)
SSM mittels VCTE72,9 % (bei 90 % Spezifität)80,6 % (bei 90 % Sensitivität)
SSM mittels pSWE84,1 % (bei 90 % Spezifität)86,1 % (bei 90 % Sensitivität)
LSM mittels 2D-SWE73,5 % (bei 90 % Spezifität)83,4 % (bei 80 % Sensitivität)
SSM mittels 2D-SWE80,0 % (bei 90 % Spezifität)Nicht berechenbar

Fester Schwellenwert bei VCTE

Bei der Verwendung eines vordefinierten Schwellenwerts von 25 kPa für die Lebersteifigkeit mittels VCTE zeigte sich eine Sensitivität von 62,3 % und eine Spezifität von 94,1 %. Es wird gewarnt, dass mit diesem Cut-off etwa 38 % der Betroffenen mit CSPH übersehen und 6 % fälschlicherweise diagnostiziert würden.

Direkte Vergleiche zwischen den verschiedenen Elastographie-Techniken waren aufgrund unzureichender Datenlage nicht möglich.

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💡Praxis-Tipp

Der Review weist darauf hin, dass Elastographie-Verfahren zur Messung der Leber- und Milzsteifigkeit eine klinisch signifikante portale Hypertension weder sicher bestätigen noch ausschließen können. Bei der Nutzung des häufig verwendeten VCTE-Schwellenwerts von 25 kPa wird davor gewarnt, dass über ein Drittel der Betroffenen mit CSPH falsch-negativ getestet werden könnte.

Häufig gestellte Fragen

Der aktuelle Goldstandard ist die invasive Messung des hepatovenösen Druckgradienten (HVPG). Da diese Methode aufwendig ist, werden nicht-invasive Elastographie-Verfahren als Alternativen erforscht.

Laut Analyse ist die Zuverlässigkeit eingeschränkt, da weder Sensitivität noch Spezifität gleichzeitig Werte von über 90 % erreichen. Die Evidenzqualität wird insgesamt als sehr niedrig eingestuft.

In vielen Studien wird ein Schwellenwert von 25 kPa untersucht. Der Review zeigt jedoch, dass bei diesem Wert etwa 38 % der Fälle mit klinisch signifikanter portaler Hypertension übersehen werden.

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Quelle: Cochrane Review: Liver and spleen stiffness as assessed by vibration-controlled transient elastography for diagnosing clinically significant portal (Cochrane, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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