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Immunstimulanzien bei COPD: Cochrane Review

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und chronische Bronchitis sind häufig durch rezidivierende Exazerbationen gekennzeichnet. Diese verschlechtern die Prognose sowie die Lebensqualität der Betroffenen erheblich und stellen eine große sozioökonomische Belastung dar.

Immunstimulanzien umfassen eine breite Klasse von Therapien, die theoretisch die unspezifische Immunität gegen Atemwegsinfekte stärken sollen. Dadurch könnte das Risiko und die Schwere von Exazerbationen reduziert werden.

Dieser Artikel fasst die Ergebnisse eines systematischen Cochrane Reviews aus dem Jahr 2022 zusammen. Die Meta-Analyse untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Präparate im Vergleich zu Placebo bei einer Behandlungsdauer von mindestens einem Monat.

Empfehlungen

Der Cochrane Review analysierte 36 randomisiert-kontrollierte Studien mit über 6.000 Teilnehmenden. Es wurden verschiedene Immunstimulanzien (unter anderem OM-85, AM3, Pidotimod und Symbioflor) in oraler, sublingualer oder subkutaner Verabreichung untersucht.

Klinische Endpunkte und Evidenz

Die Autoren des Reviews fassen die Effekte auf verschiedene klinische Endpunkte wie folgt zusammen:

Klinischer EndpunktEffekt durch ImmunstimulanzienEvidenzgrad (GRADE)
ExazerbationsfreiheitErhöhte Wahrscheinlichkeit (NNT = 11)Moderate Evidenz
AntibiotikabedarfWahrscheinliche ReduktionModerate Evidenz
Mortalität (jegliche Ursache)Kaum bis kein UnterschiedModerate Evidenz
Lebensqualität (SGRQ)Geringe Verbesserung, klinische Relevanz unklarSehr niedrige Evidenz
Unerwünschte EreignisseKein Unterschied zu PlaceboHohe Evidenz

Exazerbationen und Antibiotikabedarf

Laut Review haben Personen, die über durchschnittlich sechs Monate Immunstimulanzien erhalten, eine höhere Wahrscheinlichkeit, exazerbationsfrei zu bleiben. Die Number Needed to Treat (NNT) wird mit 11 angegeben, um bei einer Person eine Exazerbation zu verhindern.

Zudem wird eine moderate Reduktion des Antibiotikabedarfs beschrieben. Die Dauer von Exazerbationen und Krankenhausaufenthalten zeigte in den Studien zwar eine positive Tendenz zugunsten der Intervention, ließ sich aber aufgrund hoher Heterogenität nicht abschließend quantifizieren.

Sicherheit und Mortalität

Die Auswertung zeigt, dass Immunstimulanzien sicher und gut verträglich sind. Es gibt keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse im Vergleich zu Placebo.

Bezüglich der Gesamtmortalität und der atemwegsbezogenen Mortalität ergab sich laut der Analyse kein relevanter Unterschied. Die geringe Anzahl an Ereignissen in den Studien schränkt die Aussagekraft hierbei jedoch ein.

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💡Praxis-Tipp

Laut dem Cochrane Review kann der prophylaktische Einsatz von Immunstimulanzien bei COPD-Betroffenen einen klinischen Nutzen bieten, da im Schnitt 11 Personen über sechs Monate behandelt werden müssen, um eine Exazerbation zu verhindern (NNT = 11). Es wird hervorgehoben, dass die Präparate gut verträglich sind und den Antibiotikabedarf senken können, auch wenn kein Überlebensvorteil nachgewiesen wurde.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review schloss Studien zu verschiedenen Präparaten ein. Dazu gehörten unter anderem OM-85, AM3, RU41740 (Biostim), Ismigen, Pidotimod, Ribomunyl, Symbioflor und Hyaluronsäure.

Laut der Meta-Analyse gibt es kaum bis keinen Unterschied in der Gesamt- oder atemwegsbezogenen Mortalität im Vergleich zu Placebo. Die Evidenz ist hierbei jedoch durch eine geringe Ereignisrate in den Studien limitiert.

Die Präparate gelten laut Review als sicher und gut verträglich. Es konnte mit hoher Evidenz gezeigt werden, dass das Risiko für unerwünschte Ereignisse nicht höher ist als unter Placebo.

Ja, die gepoolten Daten der Studien deuten darauf hin, dass der Einsatz von Immunstimulanzien den Bedarf an Antibiotika wahrscheinlich reduziert. Dies wird von den Autoren mit einer moderaten Evidenz bewertet.

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Quelle: Cochrane Review: Immunostimulants versus placebo for preventing exacerbations in adults with chronic bronchitis or chronic obstructive pulmonary disease (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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