Makulaforamen-OP: Cochrane Review zur Bauchlagerung
Hintergrund
Ein Makulaforamen führt zu einer starken Beeinträchtigung des Sehvermögens. Um die chirurgischen Ergebnisse zu verbessern, wird postoperativ häufig eine zeitweise Bauchlagerung (Face-down-Positionierung) empfohlen.
Dies betrifft insbesondere größere Makulaforamina mit einem Durchmesser von über 400 µm. Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2023 aktualisiert eine frühere Auswertung von 2011.
Die Übersichtsarbeit analysiert acht randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 709 behandelten Augen. Dabei wird die postoperative Bauchlagerung mit einer fehlenden Bauchlagerungsvorgabe verglichen.
Empfehlungen
Der Cochrane Review liefert folgende Erkenntnisse zur postoperativen Bauchlagerung:
Anatomischer Verschluss
Laut Review hat die Bauchlagerung möglicherweise wenig bis keinen Einfluss auf den erfolgreichen Verschluss des Makulaforamens (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit). Die Verschlussraten nach einem bis sechs Monaten zeigen keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.
Für die verschiedenen Foramengrößen ergeben sich folgende Verschlussraten:
-
Bei Foramina ab 400 µm: 94 von 100 Augen (mit Bauchlagerung) im Vergleich zu 84 von 100 Augen (ohne Bauchlagerung)
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Bei Foramina unter 400 µm: 100 von 100 Augen (mit Bauchlagerung) im Vergleich zu 96 von 100 Augen (ohne Bauchlagerung)
Patientenkomfort und Schmerzen
Die Übersichtsarbeit zeigt, dass die Bauchlagerung mit deutlichen Einbußen beim Patientenkomfort verbunden ist. In den untersuchten Studien berichten die behandelten Personen übereinstimmend von größeren Beschwerden.
Folgende Unterschiede wurden in den Studien dokumentiert:
| Parameter | Mit Bauchlagerung | Ohne Bauchlagerung |
|---|---|---|
| Schmerz-Score (0-10) | 6,52 ± 2,48 | 2,53 ± 2,60 |
| Positionierungskomfort (0-10) | 6 (Median) | 9 (Median) |
Komplikationen und Lebensqualität
Die Bauchlagerung wird als risikoarme Intervention eingestuft. Schwere unerwünschte Ereignisse wie postoperative Nervenkompressionen treten bei weniger als einer von 300 Personen auf (Evidenz von moderater Vertrauenswürdigkeit).
Bezüglich der postoperativen Lebensqualität und der Sehschärfe lassen sich laut Review keine eindeutigen Vorteile für eine der beiden Strategien ableiten.
💡Praxis-Tipp
Da die postoperative Bauchlagerung nach einer Makulaforamen-Operation mit signifikant höheren Schmerz-Scores und einem geringeren Patientenkomfort einhergeht, wird eine individuelle Abwägung der Maßnahme nahegelegt. Der Review zeigt, dass die Positionierung insbesondere bei kleineren Foramina (unter 400 µm) keinen relevanten anatomischen Vorteil bietet.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review hat die Bauchlagerung wahrscheinlich wenig bis keinen signifikanten Einfluss auf die Verschlussrate. Die Evidenz hierfür ist jedoch von niedriger Vertrauenswürdigkeit.
Die Studien zeigen, dass Personen mit Bauchlagerung deutlich höhere Schmerz-Scores aufweisen. Auf einer Skala von 0 bis 10 lag der durchschnittliche Schmerzwert bei 6,5 im Vergleich zu 2,5 ohne Bauchlagerung.
Die Intervention gilt als sehr risikoarm. In seltenen Fällen (bei weniger als 3 von 1000 Personen) kann es laut Review zu einer postoperativen Nervenkompression kommen.
In den untersuchten Studien variierte die Dauer der empfohlenen Bauchlagerung zwischen drei, fünf und zehn Tagen. Der Review kann aufgrund der Heterogenität der Daten keine optimale Dauer definieren.
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Quelle: Cochrane Review: Face-down positioning or posturing after macular hole surgery (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.