Certolizumab (Cimzia): Therapie in der Schwangerschaft
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf der Kurzmonographie von Embryotox (Charité Berlin). Certolizumab (Cimzia) ist ein pegylierter TNF-alpha-Inhibitor aus der Gruppe der Biologika, der zur Behandlung chronisch-entzündlicher Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder Morbus Crohn eingesetzt wird.
Die medikamentöse Einstellung von chronisch-entzündlichen Erkrankungen während der Schwangerschaft und Stillzeit stellt oft eine klinische Herausforderung dar. Laut Embryotox wird Certolizumab in die Risikokategorie "SAFE" eingestuft und nimmt eine Sonderstellung unter den Biologika ein.
Empfehlungen
Die Embryotox-Monographie formuliert folgende Kernempfehlungen für den Einsatz von Certolizumab:
Schwangerschaft
Laut Quelle ist Certolizumab der bevorzugte TNF-Inhibitor in der Schwangerschaft. Im ersten Trimenon zeichnet sich der Wirkstoff durch eine minimale Plazentagängigkeit aus.
Auch im zweiten und dritten Trimenon kann das Medikament gemäß den Empfehlungen durchgehend verabreicht werden. Dies wird damit begründet, dass Certolizumab keinen Fc-Teil besitzt und somit kein aktiver Plazentatransfer stattfindet. Die CRIB-Studie belegt, dass keine messbare Exposition beim Fetus vorliegt.
Stillzeit
Die Anwendung in der Stillzeit wird als kompatibel eingestuft. Es findet kein relevanter Transfer in die Muttermilch statt.
Klinisches Management
Die Quelle empfiehlt, folgende Aspekte im klinischen Alltag zu berücksichtigen:
-
Eine Umstellung von anderen Anti-TNF-Präparaten auf Certolizumab sollte erwogen werden.
-
Lebendimpfungen beim Kind sind nach einer mütterlichen Therapie problemlos möglich, da es der einzige TNF-Inhibitor ohne aktiven Plazentatransfer ist.
-
Ein regelmäßiges Monitoring der Krankheitsaktivität und möglicher Infektionszeichen wird empfohlen.
Dosierung
Obwohl die Quelle keine spezifischen Milligramm-Angaben nennt, wird folgendes Schema für die Anwendungssicherheit in den verschiedenen Phasen vorgegeben:
| Behandlungsphase | Anwendungsempfehlung | Plazentatransfer / Exposition |
|---|---|---|
| 1. Trimenon | Bevorzugter TNF-Inhibitor | Minimale Plazentagängigkeit |
| 2. und 3. Trimenon | Durchgehende Gabe möglich | Kein aktiver Transfer (fehlender Fc-Teil) |
| Stillzeit | Kompatibel | Kein relevanter Transfer |
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Vorteil von Certolizumab ist der fehlende aktive Plazentatransfer aufgrund des fehlenden Fc-Teils. Daher wird darauf hingewiesen, dass Lebendimpfungen beim Neugeborenen im Gegensatz zu anderen TNF-alpha-Inhibitoren problemlos möglich sind. Es wird empfohlen, bei Schwangerschaft eine Umstellung von anderen Biologika auf dieses Präparat zu erwägen.
Häufig gestellte Fragen
Ja, laut Embryotox kann das Medikament auch im zweiten und dritten Trimenon durchgehend verabreicht werden. Es findet kein aktiver Plazentatransfer statt.
Die Anwendung in der Stillzeit wird als kompatibel eingestuft. Gemäß der Monographie findet kein relevanter Transfer des Wirkstoffs in die Muttermilch statt.
Ja, Lebendimpfungen beim Kind sind problemlos möglich. Dies liegt daran, dass Certolizumab der einzige TNF-Inhibitor ohne aktiven Plazentatransfer ist und somit keine messbare Exposition beim Fetus vorliegt.
Der Wirkstoff besitzt keinen Fc-Teil, weshalb ein aktiver Transport über die Plazenta ausbleibt. Die CRIB-Studie bestätigte, dass keine messbare Exposition beim Fetus stattfindet.
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Quelle: Embryotox: Certolizumab (Cimzia) (Embryotox, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.
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