WHO2025

Buruli-Ulkus: Diagnostik, Stadieneinteilung & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Buruli-Ulkus ist eine vernachlässigte Tropenkrankheit (NTD) der Haut, die durch eine Infektion mit Mycobacterium ulcerans verursacht wird. Es handelt sich laut WHO-Leitlinie um die dritthäufigste mykobakterielle Erkrankung nach Tuberkulose und Lepra bei immunkompetenten Personen.

Die Infektion manifestiert sich zunächst in nicht-ulzerativen Formen wie schmerzlosen Knötchen, Plaques oder Ödemen. Innerhalb von vier bis sechs Wochen entwickeln sich daraus typischerweise Ulzera mit charakteristischen unterminierten Rändern und einem gelblich-weißen nekrotischen Belag.

Da der genaue Übertragungsweg des Erregers bisher unbekannt ist, gibt es keine klaren Präventionsempfehlungen. Die Leitlinie betont daher, dass die frühzeitige Fallerkennung und eine umfassende Behandlung entscheidend sind, um Komplikationen und dauerhafte Behinderungen zu vermeiden.

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für die klinische Erfassung und das Management:

Diagnostik und Falldefinitionen

Ein klinischer Verdachtsfall wird definiert als eine Person mit einem schmerzlosen Knötchen, einer Papel, einer Plaque oder einem Ödem in einem Endemiegebiet. Dieser Befund entwickelt sich typischerweise zu einem schmerzlosen Ulkus.

Zur Bestätigung eines Verdachtsfalls wird primär die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) empfohlen. Alternativ können laut Leitlinie direkte Mikroskopie, Histopathologie oder Kulturen eingesetzt werden, wobei diese eine geringere Sensitivität aufweisen.

Es wird das Ziel formuliert, dass bis zum Jahr 2030 mindestens 95 Prozent der Verdachtsfälle mittels PCR bestätigt werden.

Stadieneinteilung

Die Leitlinie klassifiziert das Buruli-Ulkus bei der initialen klinischen Untersuchung in drei Schweregrade. Diese Einteilung dient als Indikator für eine späte Erkennung und steuert das klinische Management:

KategorieLäsionsgrößeCharakteristika
Kategorie I≤ 5 cmEinzelne Läsion
Kategorie II5–15 cmEinzelne Läsion (nicht-ulzerativ oder ulzerativ)
Kategorie III> 15 cmMultiple Läsionen, kritische Lokalisationen oder Osteomyelitis

Es wird angestrebt, den Anteil der Läsionen im Stadium III bei Diagnosestellung bis 2030 auf unter 10 Prozent zu senken.

Therapieziele und Monitoring

Die medikamentöse Standardtherapie besteht laut Leitlinie aus einer achtwöchigen Antibiotikagabe. Es wird das Ziel vorgegeben, dass mindestens 98 Prozent der bestätigten Fälle einen vollständigen Antibiotika-Zyklus abschließen.

Für die Überwachung des Behandlungserfolgs und die Indikationsstellung zur Überweisung an spezialisierte Zentren nennt die Leitlinie folgende Kriterien:

  • Alle Ulzera über 2 cm Größe

  • Alle ödematösen Formen und Plaques

  • Läsionen, die tiefere Strukturen einschließlich der Knochen betreffen

  • Läsionen an Kopf, Hals, Genitalien, Brust und Fingern

  • Systemisch kranke Personen

Die Leitlinie betont, dass kleine Läsionen (Kategorie I und II) in der Regel ohne chirurgischen Eingriff abheilen. Daher wird empfohlen, die Entscheidung zur Operation hinauszuzögern, insbesondere bei Läsionen in kritischen Bereichen wie dem Gesicht oder den Genitalien.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei der Diagnose von Läsionen an den unteren Extremitäten wird laut Leitlinie besondere Vorsicht empfohlen, um Verwechslungen zu vermeiden. Es wird darauf hingewiesen, dass das Buruli-Ulkus klinisch sorgfältig von anderen Ursachen für Ulzerationen wie Diabetes mellitus oder arterieller und venöser Insuffizienz abgegrenzt werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Die klinische Diagnose basiert auf schmerzlosen Knötchen oder Ulzera mit unterminierten Rändern in Endemiegebieten. Zur laborchemischen Bestätigung wird laut WHO-Leitlinie primär ein PCR-Test (IS2404) empfohlen.

Die Behandlung besteht primär aus einer achtwöchigen Antibiotikatherapie mit Rifampicin und Clarithromycin. Die Leitlinie weist darauf hin, dass chirurgische Eingriffe bei kleineren Läsionen oft vermieden werden können und die Entscheidung dazu verzögert werden sollte.

Ein Fall der Kategorie III liegt vor, wenn eine einzelne Läsion größer als 15 cm ist. Laut Leitlinie fallen auch multiple Läsionen, Läsionen an kritischen Körperstellen oder eine Knochenbeteiligung (Osteomyelitis) in diese schwerste Kategorie.

Die Einteilung in die Kategorien I bis III dient der Überwachung des Krankheitsverlaufs und der Therapieplanung. Ein hoher Anteil an Kategorie-III-Läsionen gilt laut Leitlinie als Indikator für eine zu späte Erkennung der Erkrankung im Gesundheitssystem.

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Quelle: Routine health information system and health facility data for neglected tropical diseases: Buruli ulcer (WHO, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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