Bronchiektasen: Diagnostik und Therapie-Empfehlungen
Hintergrund
Die Bronchiektasen-Erkrankung ist ein heterogenes Syndrom, das durch eine irreversible Schädigung der großen Atemwege gekennzeichnet ist. Die Prävalenz nimmt weltweit stetig zu, was mit einer erheblichen gesundheitsökonomischen Belastung einhergeht.
Pathophysiologisch liegt der Erkrankung oft ein Teufelskreis aus gestörter mukoziliärer Clearance, chronischer Inflammation und rezidivierenden Infektionen zugrunde. Dies führt langfristig zu einem narbigen Umbau und einer bronchialen Funktionsstörung.
Da einheitliche Behandlungsstandards lange fehlten, erfolgte die Therapie oft erfahrungsbasiert. Die aktuelle Leitlinie fasst nun den evidenzbasierten Konsens für Diagnostik und Management zusammen.
💡Praxis-Tipp
Die Diagnose einer Exazerbation wird rein klinisch anhand der Verschlechterung von Kardinalsymptomen wie Husten, Sputumpurulenz oder Dyspnoe gestellt. Es wird betont, dass unauffällige laborchemische Biomarker wie CRP oder Procalcitonin eine Exazerbation nicht ausschließen. Eine notwendige antibiotische Therapie sollte bei entsprechender Klinik nicht aufgrund normaler Entzündungswerte verzögert oder vorenthalten werden.
Häufig gestellte Fragen
Bei klinischem Verdacht auf eine Bronchiektasen-Erkrankung wird laut Leitlinie eine hochauflösende CT des Thorax empfohlen. Diese dient der Bestätigung der Diagnose und der differenzialdiagnostischen Abklärung der Ätiologie.
Laut Leitlinie liegt eine Exazerbation vor, wenn sich mindestens drei von sechs Kardinalsymptomen wie Husten, Sputummenge, Purulenz oder Dyspnoe über mindestens 48 Stunden verschlechtern. Die Diagnose erfordert zudem, dass eine Therapieänderung medizinisch indiziert ist.
Ja, die Leitlinie empfiehlt bei einem Erstnachweis von Pseudomonas aeruginosa einen sofortigen Eradikationsversuch. Dies soll eine chronische Infektion verhindern, welche mit einer deutlich schlechteren Prognose assoziiert ist.
Eine antiinflammatorische Therapie mit ICS wird bei reiner Bronchiektasen-Erkrankung nicht empfohlen. Sie kommt nur zum Einsatz, wenn eine entsprechende Komorbidität wie Asthma bronchiale oder eine relevante eosinophile Inflammation vorliegt.
Vor Beginn einer Makrolid-Dauertherapie wird ein EKG zum Ausschluss einer QTc-Zeit-Verlängerung sowie eine kursorische Hörprüfung empfohlen. Zudem muss zwingend eine Infektion mit nichttuberkulösen Mykobakterien (NTM) ausgeschlossen werden.
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Quelle: Management erwachsener Patientinnen und Patienten mit Bronchiektasen-Erkrankung (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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