Diabetes Canada2018Endokrinologie

Blutzuckermonitoring: HbA1c, CGM und SMBG-Zielwerte

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Diabetes Canada (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Leitlinie von Diabetes Canada (2018) behandelt das umfassende Monitoring der Blutzuckerkontrolle. Ein tiefgreifendes Verständnis aller verfügbaren Messmethoden liefert die besten Informationen zur Beurteilung der Stoffwechsellage.

Zu den etablierten Methoden gehören die Bestimmung des HbA1c-Wertes, die Blutzuckerselbstmessung (SMBG) sowie kontinuierliche (CGM) und Flash-Glukosemesssysteme (FGM). Diese Instrumente dienen nicht der direkten Blutzuckersenkung, sondern der Überwachung.

Sie werden eingesetzt, um die Wirksamkeit therapeutischer Interventionen zu bewerten und Hypoglykämien zu vermeiden. Die Kombination der Messsysteme mit strukturierten Schulungsprogrammen wird als essenziell für den Therapieerfolg beschrieben.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Blutzuckermonitoring:

HbA1c-Messung

Laut Leitlinie sollte der HbA1c-Wert alle 3 Monate gemessen werden, wenn die glykämischen Ziele nicht erreicht werden oder die Therapie angepasst wird (Grad D, Konsens). Bei stabilen Werten und erreichter Zieleinstellung ist eine Kontrolle alle 6 Monate ausreichend (Grad D, Konsens).

Es wird darauf hingewiesen, dass verschiedene Faktoren den HbA1c-Wert verfälschen können. Die Leitlinie klassifiziert diese Einflussfaktoren wie folgt:

FaktorErhöhtes HbA1cErniedrigtes HbA1cVariable Veränderung
ErythropoeseEisenmangel, B12-Mangel, verminderte ErythropoeseErythropoetin-Gabe, Eisen, B12, RetikulozytoseChronische Lebererkrankung
Alteriertes HämoglobinFetales Hämoglobin, Hämoglobinopathien, Methämoglobin
Alterierte GlykationAlkoholismus, chronische Niereninsuffizienz, verminderter Erythrozyten-pHAspirin, Vitamin C oder E, erhöhter Erythrozyten-pHHämoglobinopathien
ErythrozytenabbauVerlängerte Lebensdauer (z.B. Splenektomie)Verkürzte Lebensdauer (z.B. Niereninsuffizienz, Splenomegalie, Rheumatoide Arthritis, bestimmte Medikamente)Hämoglobinopathien

Blutzuckerselbstmessung (SMBG)

Für Personen, die mehrmals täglich Insulin anwenden, wird die SMBG als essenzieller Bestandteil des Selbstmanagements empfohlen (Grad A für Typ 1; Grad C für Typ 2). Die Messung sollte mindestens dreimal täglich erfolgen und prä- sowie postprandiale Werte umfassen (Grad C).

Bei Typ-2-Diabetes mit einmal täglicher Insulingabe wird eine Messung mindestens einmal täglich zu variablen Zeiten empfohlen (Grad D, Konsens). Für Personen ohne Insulintherapie sollte die Frequenz individualisiert werden, abhängig von der Medikation und dem Hypoglykämierisiko (Grad D, Konsens).

Zur Sicherstellung der Gerätegenauigkeit wird empfohlen, die SMBG-Werte mindestens jährlich mit einer venösen Nüchternplasmaglukose aus dem Labor abzugleichen (Grad D, Konsens).

Ketonmessung

Die Leitlinie empfiehlt die Ketonmessung bei Typ-1-Diabetes während akuter Erkrankungen mit erhöhten Blutzuckerwerten, bei präprandialen Werten über 14,0 mmol/l oder bei Symptomen einer diabetischen Ketoazidose (Grad D, Konsens).

Methoden zur Messung von Blutketonen (Beta-Hydroxybutyrat) werden gegenüber Urintests bevorzugt. Sie ermöglichen eine frühere Erkennung einer Ketose und eine schnellere Beurteilung des Therapieansprechens (Grad B).

Kontinuierliche Glukosemessung (CGM und FGM)

Real-Time-CGM kann bei Typ-1-Diabetes angeboten werden, um die glykämische Kontrolle zu verbessern (Grad A für Non-CSII; Grad B für CSII) und die Dauer von Hypoglykämien zu reduzieren (Grad A). Dies setzt die Bereitschaft zur nahezu täglichen Nutzung voraus.

Flash-Glukosemessung (FGM) kann zur Reduktion der Zeit im hypoglykämischen Bereich angeboten werden. Dies gilt sowohl für Typ-1- als auch für Typ-2-Diabetes (Grad B).

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass Blutzuckermessgeräte bei schnellen Blutzuckeränderungen an alternativen Messorten wie Unterarm oder Oberschenkel ungenaue Werte liefern können. Es wird betont, dass in dynamischen Phasen, beispielsweise nach Mahlzeiten, nach dem Sport oder bei Hypoglykämien, die Messung an der Fingerbeere die glykämische Situation deutlich präziser widerspiegelt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird eine Messung alle drei Monate empfohlen, wenn die Zielwerte nicht erreicht werden oder die Therapie angepasst wird. Bei stabilen Werten und erreichter Zieleinstellung ist eine Kontrolle alle sechs Monate ausreichend.

Für Personen, die mehrmals täglich Insulin spritzen, wird eine Messung mindestens dreimal täglich empfohlen. Diese Messungen sollten sowohl prä- als auch postprandiale Werte umfassen.

Die Leitlinie empfiehlt die Ketonmessung bei Typ-1-Diabetes während akuter Erkrankungen, bei Blutzuckerwerten über 14,0 mmol/l oder bei Symptomen einer diabetischen Ketoazidose. Dabei wird die kapilläre Blutketonmessung gegenüber der Urinmessung bevorzugt.

Es wird beschrieben, dass Real-Time-CGM den HbA1c-Wert und die Dauer von Hypoglykämien signifikant reduzieren kann. Der Erfolg hängt dabei stark von der Tragedauer des Geräts ab.

Es wird empfohlen, die Ergebnisse des Messgeräts mindestens einmal jährlich mit einer venösen Nüchternplasmaglukose aus dem Labor zu vergleichen. Ein Abgleich ist auch dann sinnvoll, wenn der HbA1c-Wert nicht zu den dokumentierten Blutzuckerwerten passt.

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Quelle: Diabetes Canada Chapter 9: Monitoring Glycemic Control (Diabetes Canada, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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