StatPearls2026

Augenverätzung: Notfallspülung, Stadien und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Augenverätzungen und -verbrennungen stellen echte ophthalmologische Notfälle dar. Sie sind weltweit eine Hauptursache für vermeidbare Sehkraftverluste und erfordern ein sofortiges Eingreifen.

Chemische Verletzungen, insbesondere durch Laugen, sind am häufigsten und gefährlichsten. Laugen dringen durch Saponifikation der Zellmembranen schnell und tief in die okulären Strukturen ein und verursachen fortschreitende Schäden.

Säureverätzungen führen hingegen zu einer Koagulationsnekrose, die ein tieferes Eindringen oft begrenzt. Thermische Verbrennungen betreffen durch den Lidschlussreflex meist eher die Augenlider und die oberflächlichen Strukturen.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management von Augenverätzungen und -verbrennungen:

Notfallmaßnahmen und Diagnostik

Laut Leitlinie hat die sofortige und ausgiebige Spülung des Auges absolute Priorität, noch vor einer detaillierten Untersuchung.

Es wird empfohlen, die Spülung fortzusetzen, bis der pH-Wert der Augenoberfläche neutralisiert ist (pH 7,0 bis 7,4).

Nach der Spülung wird eine sorgfältige Untersuchung auf zurückgebliebene Partikel, insbesondere im oberen Fornix, empfohlen.

Stadieneinteilung nach Roper-Hall

Die Leitlinie nutzt die Roper-Hall-Klassifikation zur Einschätzung der Prognose basierend auf Hornhautklarheit und limbaler Ischämie:

GradHornhautbefundLimbale IschämiePrognose
IEpithelschaden, Hornhaut klarKeineExzellent
IIHornhauttrübung, Irisdetails sichtbar< 1/3 des LimbusGut
IIITotaler Epithelverlust, Irisdetails verdeckt1/3 bis 1/2 des LimbusVorsichtig
IVHornhaut opak, Iris/Pupille nicht sichtbar> 1/2 des LimbusSchlecht

Stadieneinteilung nach Dua

Für eine detailliertere Einschätzung wird die Dua-Klassifikation empfohlen:

GradLimbale Beteiligung (Uhrzeiten)Konjunktivale BeteiligungPrognose
I00 %Sehr gut
II≤ 3≤ 30 %Gut
III> 3 bis 630 % bis 50 %Gut bis vorsichtig
IV> 6 bis 950 % bis 75 %Vorsichtig
V> 9 bis < 1275 % bis 100 %Schlecht
VI12 (total)100 %Sehr schlecht

Akuttherapie (Tag 0–7)

Die Leitlinie empfiehlt folgende medikamentöse Maßnahmen in der Akutphase:

  • Topische Breitbandantibiotika (z. B. Erythromycin) zur Infektionsprophylaxe

  • Topische Kortikosteroide zur Entzündungshemmung

  • Zykloplegika zur Schmerzkontrolle

  • Medikamente zur Senkung des Augeninnendrucks bei Bedarf

Reparative Phase und Chirurgie

Bei mittelschweren bis schweren Verbrennungen wird eine frühe Amnionmembrantransplantation (AMT) innerhalb der ersten Woche empfohlen (starke Empfehlung).

In der chronischen Phase wird bei einem Mangel an limbalen Stammzellen eine Stammzelltransplantation empfohlen.

Eine optische Keratoplastik sollte gemäß Leitlinie erst nach Etablierung einer stabilen, entzündungsfreien Augenoberfläche erfolgen.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende systemische Begleittherapien zur Unterstützung der Wundheilung in der Akutphase:

WirkstoffDosierungIndikation
Doxycyclin20-50 mg p.o., 2x täglichSystemische Begleittherapie zur Wundheilung (Kollagenase-Hemmung)
Vitamin C1000 mg p.o., 1x täglichSystemische Begleittherapie zur Unterstützung der Wundheilung

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor dem Versuch, die chemische Substanz im Auge zu neutralisieren.

Zudem wird vom Einsatz von Aminoglykosiden (wie Gentamicin oder Tobramycin) abgeraten, da diese eine toxische Wirkung auf das Hornhautepithel haben.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die Verzögerung der Augenspülung zugunsten einer detaillierten Diagnostik. Die Leitlinie betont, dass die sofortige Spülung mit Leitungswasser oder isotonischen Lösungen den wichtigsten prognostischen Faktor darstellt. Zudem wird darauf hingewiesen, dass das Ausmaß der Schmerzen nicht zuverlässig mit der Schwere der Verletzung korreliert, da bei schweren Laugenverätzungen die Hornhautnerven zerstört sein können.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist die schnelle Verfügbarkeit wichtiger als die Art der Lösung. Es wird empfohlen, sofort mit Leitungswasser, Ringer-Laktat oder 0,9%iger Kochsalzlösung zu spülen.

Die Spülung sollte gemäß Leitlinie fortgesetzt werden, bis der pH-Wert der Augenoberfläche neutralisiert ist (pH 7,0 bis 7,4). Bei schweren Verletzungen kann dies 2 bis 4 Stunden kontinuierliche Spülung erfordern.

Die Leitlinie erklärt, dass Laugen lipophil sind und durch Saponifikation der Zellmembranen sehr schnell und tief in das Auge eindringen. Säuren verursachen hingegen eine Koagulationsnekrose, die ein tieferes Eindringen oft limitiert.

Es wird die Verwendung der Roper-Hall- oder der Dua-Klassifikation empfohlen. Die Dua-Klassifikation bietet laut Leitlinie eine höhere prognostische Genauigkeit bei mittelschweren bis schweren Verletzungen.

Die Leitlinie empfiehlt eine frühe Amnionmembrantransplantation innerhalb der ersten 7 bis 10 Tage bei mittelschweren bis schweren Verätzungen. Dies dient der Entzündungshemmung und der Förderung der Epithelheilung.

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Quelle: StatPearls: Ocular Burns (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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