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American Thoracic Society (ATS)2024PneumologieInnere Medizin

Digitale Bedürfnisse bei Telemedizin: JAMA-Studie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf American Thoracic Society (ATS) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Über 42 % der untersuchten Patienten gaben mindestens ein digitales Bedürfnis an, das die Nutzung von Telemedizin erschwert.
  • Am häufigsten fehlte ein verlässlicher und bezahlbarer Internetzugang (23,2 %).
  • Ältere Patienten (≥80 Jahre) haben ein signifikant höheres Risiko, kein internetfähiges Gerät zu besitzen (30,8 %).
  • Patienten mit Demenz oder Suchterkrankungen benötigen besonders häufig Hilfe bei der Einrichtung von Videosprechstunden.
  • Ein routinemäßiges Screening hilft, digitale Barrieren frühzeitig zu erkennen und abzubauen.
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Hintergrund

Telemedizin kann den Zugang zur Gesundheitsversorgung erheblich verbessern, birgt jedoch das Risiko, gesundheitliche Ungleichheiten durch die sogenannte "digitale Kluft" (Digital Divide) zu verstärken. Eine aktuelle Qualitätsverbesserungsstudie untersuchte die digitalen Bedürfnisse von 6.419 Patienten (US-Veteranen) mithilfe des ACORN-Screening-Tools (Assessing Circumstances and Offering Resources for Needs). Ziel war es, soziodemografische und klinische Faktoren zu identifizieren, die mit mangelnder digitaler Anbindung assoziiert sind.

Prävalenz digitaler Bedürfnisse

Insgesamt gaben 42,7 % der befragten Patienten mindestens ein digitales Bedürfnis an. Die Verteilung der spezifischen Barrieren stellt sich wie folgt dar:

Digitales BedürfnisAnteil der Patienten
Fehlender bezahlbarer/zuverlässiger Internetzugang23,2 %
Kein Smartphone oder Computer vorhanden16,9 %
Wunsch nach Hilfe bei der Einrichtung einer Videosprechstunde12,1 %
Datenvolumen/Telefonminuten oft oder manchmal aufgebraucht2,9 %

Von den Patienten, die Hilfe bei der Einrichtung einer Videosprechstunde wünschten, gaben 44,7 % an, generelle Unterstützung beim Erlernen der Gerätenutzung zu benötigen.

Soziodemografische Risikofaktoren

Die Studie identifizierte signifikante Unterschiede in der digitalen Ausstattung basierend auf soziodemografischen Merkmalen:

  • Alter: Das Risiko, kein internetfähiges Gerät zu besitzen, steigt mit dem Alter drastisch an (18-49 Jahre: 3,4 % vs. ≥80 Jahre: 30,8 %).
  • Wohnort: Patienten in ländlichen Regionen haben häufiger kein Smartphone oder Computer als städtische Patienten.
  • Einkommen und Familienstand: Ein niedriges Einkommen sowie ein lediger/alleinstehender Status sind stark mit fehlender digitaler Ausstattung und mangelndem Internetzugang assoziiert.
  • Geschlecht: Männliche Patienten gaben häufiger an, kein Gerät zu besitzen (17,6 % vs. 7,9 % bei Frauen).

Klinische Risikofaktoren

Auch bestimmte Vorerkrankungen und die medizinische Komplexität beeinflussen die digitalen Bedürfnisse der Patienten:

Klinischer FaktorAssoziiertes digitales BedürfnisBemerkung
Demenz / AlzheimerFehlendes Gerät, Hilfebedarf bei VideosprechstundenErhöhtes Risiko (aRR 1,58) für den Wunsch nach technischer Unterstützung.
SuchterkrankungenFehlendes Gerät, aufgebrauchtes Datenvolumen, HilfebedarfSignifikant höherer Bedarf an Unterstützung bei Telemedizin.
Hohe medizinische Komplexität (CAN-Score ≥95)Fehlender InternetzugangPatienten mit hohem Hospitalisierungsrisiko sind oft digital schlechter angebunden.
HerzinsuffizienzAufgebrauchtes DatenvolumenSeltener von aufgebrauchtem Datenvolumen betroffen (aRR 0,45).

Fazit für die Praxis

Die Ergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit eines routinemäßigen Screenings auf digitale Bedürfnisse, bevor telemedizinische Angebote geplant werden. Nur so können Patienten identifiziert werden, die von Leihgeräten, finanziellen Zuschüssen für Internetverbindungen oder technischem Support profitieren.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie vor der Planung von Videosprechstunden ein kurzes Screening der digitalen Möglichkeiten durch, insbesondere bei Patienten über 65 Jahren, Alleinstehenden sowie Patienten mit Demenz oder Suchterkrankungen.

Häufig gestellte Fragen

In der untersuchten Kohorte gaben über 42 % der Patienten mindestens ein digitales Bedürfnis an, am häufigsten fehlte ein zuverlässiger Internetzugang (23,2 %).
Besonders gefährdet sind ältere Patienten (≥80 Jahre), Alleinstehende, einkommensschwache Personen sowie Patienten in ländlichen Regionen.
Patienten mit Demenz oder Suchterkrankungen äußern signifikant häufiger den Wunsch nach Unterstützung bei der Einrichtung und Nutzung von Videosprechstunden.
ACORN (Assessing Circumstances and Offering Resources for Needs) ist ein Instrument zur systematischen Erfassung sozialer und digitaler Bedürfnisse im klinischen Alltag.

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