ASS zur kardiovaskulären Primärprävention: Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: USPSTF (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) sind in den USA die führende Todesursache und für mehr als jeden vierten Todesfall verantwortlich. Jährlich erleiden schätzungsweise 605.000 Menschen einen ersten Myokardinfarkt und 610.000 einen ersten Schlaganfall.

Die US Preventive Services Task Force (USPSTF) hat ihre Empfehlungen aus dem Jahr 2016 zur primären Prävention aktualisiert. Dafür wurde die Wirksamkeit von Aspirin zur Reduktion von CVD-Ereignissen, kardiovaskulärer Mortalität und Gesamtmortalität bei Personen ohne bekannte CVD systematisch untersucht.

Zusätzlich wurden die Auswirkungen auf die Inzidenz und Mortalität von kolorektalen Karzinomen (CRC) sowie die Risiken, insbesondere Blutungen, bewertet. Ein Mikrosimulationsmodell half dabei, den Nettonutzen stratifiziert nach Alter, Geschlecht und CVD-Risiko zu ermitteln.

Empfehlungen

Die USPSTF-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur primären Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen:

Zielgruppe und Voraussetzungen

Die Empfehlungen richten sich an Erwachsene ab 40 Jahren ohne bekannte CVD und ohne entsprechende Symptome. Eine zwingende Voraussetzung für eine mögliche Therapie ist, dass kein erhöhtes Blutungsrisiko vorliegt.

Erwachsene von 40 bis 59 Jahren

Für diese Altersgruppe sieht die Leitlinie einen kleinen Nettonutzen, sofern das 10-Jahres-CVD-Risiko bei mindestens 10 % liegt. Es wird folgendes Vorgehen empfohlen:

  • Die Entscheidung für den Beginn einer Therapie mit niedrig dosiertem Aspirin sollte individuell getroffen werden (Empfehlungsgrad C).

  • Personen, die kein erhöhtes Blutungsrisiko aufweisen und zur täglichen Einnahme bereit sind, profitieren am ehesten.

Erwachsene ab 60 Jahren

Bei älteren Patienten überwiegen laut Leitlinie die Risiken den potenziellen Nutzen.

  • Es wird mit moderater Sicherheit festgestellt, dass in dieser Altersgruppe kein Nettonutzen für die Primärprävention besteht.

  • Die Leitlinie rät explizit davon ab, eine primärpräventive Aspirin-Therapie bei Personen ab 60 Jahren zu initiieren (Empfehlungsgrad D).

Kontraindikationen

Die Leitlinie schließt Personen mit einem erhöhten Blutungsrisiko von der primären Prävention mit Aspirin aus. Als Faktoren für ein erhöhtes Risiko werden genannt:

  • Anamnese von gastrointestinalen Ulzera

  • Kürzlich aufgetretene Blutungen

  • Andere medizinische Begleiterkrankungen, die das Blutungsrisiko erhöhen

  • Einnahme von Medikamenten, die die Blutungsneigung steigern

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt der Leitlinie ist der strikte Alters-Cut-off bei 60 Jahren für die Primärprävention. Es wird explizit davon abgeraten, bei Patienten ab 60 Jahren eine neue Aspirin-Therapie zur Verhinderung kardiovaskulärer Erstereignisse zu beginnen. Bei jüngeren Hochrisikopatienten (40 bis 59 Jahre) wird stattdessen eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung unter strenger Beachtung des Blutungsrisikos empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut USPSTF-Leitlinie wird davon abgeraten, bei Erwachsenen ab 60 Jahren eine primärpräventive Therapie mit niedrig dosiertem Aspirin zu beginnen. In dieser Altersgruppe gibt es keinen Nettonutzen.

Die Leitlinie empfiehlt eine individuelle Entscheidung bei Personen dieser Altersgruppe, wenn ihr 10-Jahres-Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei 10 % oder höher liegt. Ein kleiner Nettonutzen ist bei Patienten ohne erhöhtes Blutungsrisiko zu erwarten.

Als Risikofaktoren nennt die Leitlinie unter anderem eine Vorgeschichte von Magen-Darm-Geschwüren, kürzliche Blutungen sowie die Einnahme von Medikamenten, die die Blutungsneigung verstärken.

Die Leitlinie hat in ihrer systematischen Übersichtsarbeit auch den Effekt von Aspirin auf die Inzidenz und Mortalität von kolorektalen Karzinomen (Darmkrebs) untersucht. Die konkreten Empfehlungen basieren auf einer Abwägung dieser potenziellen Nutzen und der Blutungsrisiken.

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Quelle: Aspirin Use to Prevent Cardiovascular Disease: US Preventive Services Task Force Recommendation Statement. (USPSTF, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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