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American Society of Clinical Oncology (ASCO)2024OnkologiePathology

HPV-Testung bei Kopf-Hals-Tumoren: ASCO-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf American Society of Clinical Oncology (ASCO) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Der HPV-Status muss bei neu diagnostizierten Plattenepithelkarzinomen des Oropharynx bestimmt werden.
  • Die p16-Immunhistochemie dient als empfohlener Surrogatmarker für die Testung.
  • Ein Test gilt ab einer nukleären und zytoplasmatischen Expression von mindestens 70 % als positiv.
  • Bei Nicht-Plattenepithelkarzinomen oder nicht-oropharyngealen Tumoren wird keine routinemäßige Testung empfohlen.
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Hintergrund

Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) hat die evidenzbasierte Leitlinie des College of American Pathologists (CAP) zur Testung, Anwendung und Interpretation von humanen Papillomaviren (HPV) und Surrogatmarkern bei Kopf-Hals-Karzinomen geprüft und offiziell befürwortet. Die Empfehlungen basieren auf der CAP-Leitlinie von 2018.

Indikation zur HPV-Testung

Die Entscheidung zur Bestimmung des HPV-Tumorstatus hängt primär von der Lokalisation und Histologie des Tumors ab:

Tumorart / LokalisationEmpfehlung zur HPV-Testung
Neu diagnostizierte Plattenepithelkarzinome des OropharynxRoutinemäßig empfohlen
Nicht-Plattenepithelkarzinome des OropharynxNicht routinemäßig empfohlen
Nicht-oropharyngeale Plattenepithelkarzinome (Kopf-Hals-Bereich)Nicht routinemäßig empfohlen
Unklare Histologie oder schlecht differenzierte Oropharynx-TumorenNach Ermessen des Pathologen/Klinikers

Testmethodik und Material

  • Methode: Die Testung auf den HPV-Tumorstatus kann mittels p16-Immunhistochemie als Surrogatmarker erfolgen.
  • Probenmaterial: Die Testung kann am Primärtumor oder an zervikalen Lymphknotenmetastasen durchgeführt werden. Letzteres ist jedoch nur zulässig, wenn ein oropharyngealer Primärtumor vorliegt.
  • Bestätigungstests: Zusätzliche konfirmatorische Tests können nach Ermessen des behandelnden Arztes oder Pathologen durchgeführt werden.

Kriterien für p16-Positivität

Ein p16-Test gilt als positiv, wenn folgende Schwellenwerte in der Immunhistochemie erreicht werden:

KriteriumAnforderung
ExpressionNukleär und zytoplasmatisch
AnteilMindestens 70 %
IntensitätMindestens moderat bis stark

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie die p16-Immunhistochemie als Standard-Surrogatmarker bei Oropharynx-Karzinomen. Achten Sie auf den strengen Cut-off von mindestens 70 % nukleärer und zytoplasmatischer Expression für ein positives Ergebnis.

Häufig gestellte Fragen

Routinemäßig sollte nur bei neu diagnostizierten Plattenepithelkarzinomen des Oropharynx auf HPV getestet werden.
Die p16-Immunhistochemie wird als Surrogatmarker für die Bestimmung des HPV-Tumorstatus empfohlen.
Ein Test ist positiv bei einer nukleären und zytoplasmatischen Expression von mindestens 70 % mit moderater bis starker Intensität.
Nein, eine routinemäßige Bestimmung des HPV-Status wird bei nicht-oropharyngealen Plattenepithelkarzinomen des Kopf-Hals-Bereichs nicht empfohlen.

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