HPV-Testung bei Kopf-Hals-Tumoren: ASCO-Leitlinie
📋Auf einen Blick
- •Der HPV-Status muss bei neu diagnostizierten Plattenepithelkarzinomen des Oropharynx bestimmt werden.
- •Die p16-Immunhistochemie dient als empfohlener Surrogatmarker für die Testung.
- •Ein Test gilt ab einer nukleären und zytoplasmatischen Expression von mindestens 70 % als positiv.
- •Bei Nicht-Plattenepithelkarzinomen oder nicht-oropharyngealen Tumoren wird keine routinemäßige Testung empfohlen.
Hintergrund
Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) hat die evidenzbasierte Leitlinie des College of American Pathologists (CAP) zur Testung, Anwendung und Interpretation von humanen Papillomaviren (HPV) und Surrogatmarkern bei Kopf-Hals-Karzinomen geprüft und offiziell befürwortet. Die Empfehlungen basieren auf der CAP-Leitlinie von 2018.
Indikation zur HPV-Testung
Die Entscheidung zur Bestimmung des HPV-Tumorstatus hängt primär von der Lokalisation und Histologie des Tumors ab:
| Tumorart / Lokalisation | Empfehlung zur HPV-Testung |
|---|---|
| Neu diagnostizierte Plattenepithelkarzinome des Oropharynx | Routinemäßig empfohlen |
| Nicht-Plattenepithelkarzinome des Oropharynx | Nicht routinemäßig empfohlen |
| Nicht-oropharyngeale Plattenepithelkarzinome (Kopf-Hals-Bereich) | Nicht routinemäßig empfohlen |
| Unklare Histologie oder schlecht differenzierte Oropharynx-Tumoren | Nach Ermessen des Pathologen/Klinikers |
Testmethodik und Material
- Methode: Die Testung auf den HPV-Tumorstatus kann mittels p16-Immunhistochemie als Surrogatmarker erfolgen.
- Probenmaterial: Die Testung kann am Primärtumor oder an zervikalen Lymphknotenmetastasen durchgeführt werden. Letzteres ist jedoch nur zulässig, wenn ein oropharyngealer Primärtumor vorliegt.
- Bestätigungstests: Zusätzliche konfirmatorische Tests können nach Ermessen des behandelnden Arztes oder Pathologen durchgeführt werden.
Kriterien für p16-Positivität
Ein p16-Test gilt als positiv, wenn folgende Schwellenwerte in der Immunhistochemie erreicht werden:
| Kriterium | Anforderung |
|---|---|
| Expression | Nukleär und zytoplasmatisch |
| Anteil | Mindestens 70 % |
| Intensität | Mindestens moderat bis stark |
💡Praxis-Tipp
Nutzen Sie die p16-Immunhistochemie als Standard-Surrogatmarker bei Oropharynx-Karzinomen. Achten Sie auf den strengen Cut-off von mindestens 70 % nukleärer und zytoplasmatischer Expression für ein positives Ergebnis.