IQWiG2025Onkologie

Amivantamab (NSCLC): Therapie bei EGFR-Exon-20-Mutation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Amivantamab ist in Kombination mit Carboplatin und Pemetrexed zur Erstlinienbehandlung von Erwachsenen mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) zugelassen. Voraussetzung für diese Therapie ist das Vorliegen einer aktivierenden Exon-20-Insertionsmutation des epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors (EGFR).

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat in einer Dossierbewertung untersucht, ob diese Kombinationstherapie einen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie bietet. Als Vergleichstherapie definierte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine platinbasierte Chemotherapie (Cisplatin oder Carboplatin) in Kombination mit einem Drittgenerationszytostatikum.

Die Bewertung des IQWiG basiert auf der offenen, randomisierten Phase-3-Studie PAPILLON. In dieser Studie wurde die Dreifachkombination aus Amivantamab, Carboplatin und Pemetrexed direkt mit der alleinigen Gabe von Carboplatin und Pemetrexed verglichen.

Empfehlungen

Das IQWiG kommt in seiner Dossierbewertung zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen von Amivantamab in Kombination mit Carboplatin und Pemetrexed nicht belegt ist.

Unvollständige Datenlage

Laut IQWiG sind die vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegten Daten nicht geeignet, um Aussagen zum Zusatznutzen abzuleiten. Der Grund hierfür ist eine unvollständige Datenaufbereitung des aktuellsten Datenschnitts der PAPILLON-Studie.

Für die Zulassungsstudie wurden zwei Datenschnitte durchgeführt:

  • Ein erster Datenschnitt vom Mai 2023 mit einer präspezifizierten Analyse aller Endpunkte.

  • Ein zweiter, von den Zulassungsbehörden (EMA und FDA) angeforderter Datenschnitt vom Oktober 2023 zur Aktualisierung des Gesamtüberlebens.

Methodische Mängel im Dossier

Das IQWiG kritisiert, dass für den aktuelleren zweiten Datenschnitt lediglich Ergebnisse zum Gesamtüberleben eingereicht wurden. Da zu diesem Zeitpunkt noch ein relevanter Teil der Patientinnen und Patienten unter Studienmedikation stand, hätten zwingend auch aktuelle Daten zu Morbidität, Lebensqualität und Nebenwirkungen ausgewertet werden müssen.

Aufgrund dieser inhaltlichen Unvollständigkeit des Dossiers ergibt sich laut IQWiG kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Die finale Beschlussfassung über den Zusatznutzen obliegt dem G-BA.

Dosierung

Die Therapie erfolgt in 21-Tage-Zyklen. Um das Risiko von infusionsbedingten Reaktionen zu reduzieren, wird vor der Gabe von Amivantamab eine Prämedikation (Glukokortikoide, Antihistaminika, Antipyretika) empfohlen. Für Pemetrexed ist eine Begleitmedikation mit Folsäure, Vitamin B12 und Kortikosteroiden erforderlich.

MedikamentDosisIndikation / Anmerkung
Amivantamab (< 80 kg)Zyklen 1-4: 1400 mg (Woche 2-4); ab Zyklus 5: 1750 mg alle 3 WochenIntravenöse Infusion; an Tag 1 und 2 des ersten Zyklus als geteilte Dosis (350 mg / 1050 mg)
Amivantamab (≥ 80 kg)Zyklen 1-4: 1750 mg (Woche 2-4); ab Zyklus 5: 2100 mg alle 3 WochenIntravenöse Infusion
CarboplatinAUC 5 (max. 750 mg) an Tag 1Nur in den Zyklen 1 bis 4 (Kombinationsphase)
Pemetrexed500 mg/m² Körperoberfläche an Tag 1Zyklen 1-4 sowie als Erhaltungstherapie ab Zyklus 5

Kontraindikationen

Laut Fachinformation und Studienprotokoll bestehen folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Überempfindlichkeit: Gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

  • Schwangerschaft: Amivantamab darf nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen für die Mutter überwiegt das potenzielle Risiko für den Fötus.

  • Pneumonitis / ILD: Bei bestätigter interstitieller Lungenerkrankung (ILD) oder Pneumonitis jeglichen Schweregrads sind sämtliche Komponenten der Studienmedikation abzubrechen.

  • Infusionsbedingte Reaktionen (IRR): Bei Auftreten von IRR oder Ausschlag mit CTCAE-Grad 4 ist die Behandlung dauerhaft abzubrechen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Das IQWiG weist darauf hin, dass vor Beginn einer Therapie mit Amivantamab der EGFR-Mutationsstatus zwingend durch eine validierte Testmethode nachgewiesen werden muss. Fällt ein Plasmatest negativ aus, wird die Testung von Tumorgewebe empfohlen, da Plasmatests falsch-negative Ergebnisse liefern können.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG bemängelt, dass der pharmazeutische Unternehmer für den aktuellsten Datenschnitt der PAPILLON-Studie nur Daten zum Gesamtüberleben eingereicht hat. Da aktuelle Auswertungen zu Nebenwirkungen und Lebensqualität fehlten, wurde das Dossier als unvollständig eingestuft.

Die Therapie erfolgt in 21-Tage-Zyklen in Kombination mit Carboplatin und Pemetrexed. Die Dosis von Amivantamab richtet sich nach dem Körpergewicht (Grenze bei 80 kg) und erfordert im ersten Zyklus eine geteilte Gabe an Tag 1 und 2.

Zur Vermeidung von infusionsbedingten Reaktionen wird vor Amivantamab eine Prämedikation mit Glukokortikoiden, Antihistaminika und Antipyretika empfohlen. Für Pemetrexed ist eine Supplementierung mit Folsäure und Vitamin B12 sowie die Gabe von Kortikosteroiden erforderlich.

Laut Fachinformation sollte die Behandlung bei symptomatischer Pneumonitis (CTCAE-Grad ≥ 2) sofort unterbrochen werden. Bestätigt sich eine interstitielle Lungenerkrankung (ILD) oder Pneumonitis, wird der vollständige Abbruch der Medikation empfohlen.

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Quelle: IQWiG A25-10: Amivantamab (NSCLC, Kombination mit Carboplatin und Pemetrexed) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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