IQWiG2022Onkologie

Amivantamab (NSCLC): Therapie bei EGFR-Exon-20-Mutation

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A22-05 bewertet den Zusatznutzen von Amivantamab als Monotherapie. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Personen mit fortgeschrittenem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC).

Voraussetzung für die Therapie ist das Vorliegen einer aktivierenden Exon-20-Insertionsmutation des epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors (EGFR). Zudem muss zuvor ein Versagen einer platinbasierten Therapie stattgefunden haben.

Die Bewertung unterscheidet zwei Fragestellungen, abhängig davon, ob für die Betroffenen eine weitere Chemotherapie angezeigt ist oder nicht. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde Docetaxel, Pemetrexed, Docetaxel plus Nintedanib oder Best Supportive Care (BSC) festgelegt.

Empfehlungen

Die Nutzenbewertung des IQWiG kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen hinsichtlich des Zusatznutzens:

Patientengruppe mit Indikation zur Chemotherapie

Für Personen, für die eine weitere Chemotherapie infrage kommt, ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Der pharmazeutische Unternehmer legte einen Vergleich aus der einarmigen CHRYSALIS-Studie und Registerdaten (CRISP, NGM) vor.

Laut Bericht ist dieser Vergleich methodisch nicht geeignet, da der Studienpool potenziell unvollständig ist und die Adjustierung für Störgrößen (Confounder) Mängel aufweist.

Patientengruppe ohne Indikation zur Chemotherapie

Für Personen, für die keine weitere Chemotherapie mehr angezeigt ist, ist ein Zusatznutzen ebenfalls nicht belegt.

Für diese Fragestellung wurden im Dossier keine Daten gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Best Supportive Care) vorgelegt.

Methodische Kritikpunkte

Der Bericht bemängelt an der vorgelegten Evidenz unter anderem folgende Aspekte:

  • Fehlende Daten zur Ausprägung relevanter Patientencharakteristika in den Registern

  • Unsicherheiten, ob die Vergleichstherapien leitliniengerecht verabreicht wurden

  • Das Fehlen vergleichender Daten zur Abwägung von Nutzen und Schaden

Dosierung

Die Fachinformation und der Bericht nennen folgende Dosierungsschemata für Amivantamab in Abhängigkeit vom Körpergewicht:

KörpergewichtZyklus 1 (Woche 1-4)Ab Zyklus 2 (alle 2 Wochen)Applikation
< 80 kg1050 mg wöchentlich1050 mgintravenös
≥ 80 kg1400 mg wöchentlich1400 mgintravenös

Zur Reduktion von infusionsbedingten Reaktionen wird eine Aufteilung der ersten Dosis auf Tag 1 und Tag 2 des ersten Zyklus beschrieben. Zudem wird eine Prämedikation mit Antihistaminika, Antipyretika und Glukokortikoiden aufgeführt.

Kontraindikationen

Laut Fachinformation besteht eine Kontraindikation bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass Amivantamab während der Schwangerschaft nicht angewendet werden darf, es sei denn, der Nutzen überwiegt die potenziellen Risiken.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und bis drei Monate nach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass vor Beginn einer Therapie mit Amivantamab der positive EGFR-Exon-20-Insertionsmutationsstatus zwingend mit einer validierten Testmethode nachgewiesen werden muss. Zudem wird betont, dass aufgrund des Risikos für infusionsbedingte Reaktionen eine angemessene medizinische Ausrüstung zur Notfallbehandlung bereitstehen sollte.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Zusatznutzen von Amivantamab bei NSCLC mit EGFR-Exon-20-Insertionsmutation als nicht belegt an. Dies gilt sowohl für Personen mit als auch ohne Indikation für eine weitere Chemotherapie.

Bei Indikation zur Chemotherapie gelten Docetaxel, Pemetrexed oder Docetaxel plus Nintedanib als Vergleichstherapie. Ist keine Chemotherapie mehr angezeigt, wird Best Supportive Care (BSC) als Vergleich herangezogen.

Laut Bericht waren die vorgelegten indirekten Vergleiche aus einarmigen Studien und Registerdaten methodisch unzureichend. Es fehlten unter anderem vergleichende Daten zu Nebenwirkungen und eine adäquate Adjustierung von Störgrößen.

Die Dosierung erfolgt gewichtsadaptiert als intravenöse Infusion. Personen unter 80 kg erhalten 1050 mg, ab 80 kg werden 1400 mg verabreicht, initial wöchentlich und ab dem zweiten Zyklus alle zwei Wochen.

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Quelle: IQWiG A22-05: Amivantamab (NSCLC) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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