Alirocumab: Zusatznutzen bei Hypercholesterinämie
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A15-47 bewertet den Zusatznutzen des monoklonalen Antikörpers Alirocumab. Die Bewertung erfolgt gemäß § 35a SGB V für erwachsene Patienten mit primärer Hypercholesterinämie oder gemischter Dyslipidämie.
Die Beurteilung gliedert sich in drei spezifische Fragestellungen, die sich nach der Vortherapie und der Statin-Verträglichkeit der Patienten richten. Für jede Gruppe wurde eine spezifische zweckmäßige Vergleichstherapie durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegt.
Ziel der Bewertung ist es zu prüfen, ob Alirocumab im Vergleich zu den etablierten Standardtherapien einen patientenrelevanten Vorteil bietet. Dabei werden Endpunkte wie Mortalität, kardiovaskuläre Morbidität und Nebenwirkungen betrachtet.
Empfehlungen
Der Bericht unterteilt die Bewertung in drei Patientengruppen. Für alle Gruppen wird eine Mindeststudiendauer von einem Jahr gefordert.
Fragestellung A: Patienten mit Statin-Eignung
Diese Gruppe umfasst Patienten, die ihre LDL-C-Zielwerte unter einer maximal verträglichen Statintherapie nicht erreichen. Als Vergleichstherapie dient eine maximal tolerierte medikamentöse und diätetische Therapie.
Laut IQWiG legte der pharmazeutische Unternehmer hierzu acht Studien vor. Diese wurden jedoch für die Bewertung als nicht relevant eingestuft.
Die Gründe für den Ausschluss der Studien waren:
-
Fehlende Vortherapie mit einer maximal verträglichen Statindosis
-
Ein Komparator, der nicht der zweckmäßigen Vergleichstherapie entsprach
-
Eine zu kurze Studiendauer von unter einem Jahr
Fragestellung B: Patienten mit Statin-Intoleranz
Hierbei handelt es sich um Patienten, für die Statine aufgrund von Kontraindikationen oder therapielimitierenden Nebenwirkungen nicht infrage kommen. Die Vergleichstherapie besteht aus einem anderen Lipidsenker als Monotherapie.
Der Bericht schließt die zwei vorgelegten Studien (ALTERNATIVE und CHOICE II) von der Bewertung aus. Die Definition der Statinintoleranz war in den Studien ungeeignet und die Behandlungsdauer mit 24 Wochen zu kurz.
Fragestellung C: Ausgeschöpfte Therapieoptionen
Diese Gruppe betrifft Patienten, bei denen medikamentöse und diätetische Optionen zur Lipidsenkung ausgeschöpft sind. Als Vergleichstherapie ist die LDL-Apherese festgelegt.
Die einzige vorgelegte Studie (ESCAPE) war zum Zeitpunkt der Einreichung noch nicht abgeschlossen. Zudem betrug die Studiendauer lediglich 18 Wochen, was laut Bericht für eine chronische Erkrankung unzureichend ist.
Fazit zum Zusatznutzen
Das IQWiG kommt zu dem Schluss, dass für keine der drei Patientengruppen geeignete Daten vorgelegt wurden. Ein Zusatznutzen von Alirocumab ist somit für keine der Fragestellungen belegt.
Dosierung
Die Fachinformation nennt folgende Dosierungsempfehlungen für Alirocumab:
| Medikament | Dosis | Indikation / Bemerkung |
|---|---|---|
| Alirocumab | 75 mg s.c. alle 2 Wochen | Empfohlene Anfangsdosis |
| Alirocumab | 150 mg s.c. alle 2 Wochen | Bei Bedarf an stärkerer LDL-C-Senkung (> 60 %) |
Die Dosierung kann basierend auf Patientencharakteristika, Therapieziel und Ansprechen individuell angepasst werden. Eine Überprüfung der Lipidspiegel wird vier Wochen nach Therapiebeginn empfohlen.
Kontraindikationen
Der Bericht zitiert folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen aus der Fachinformation:
-
Allergische Reaktionen: Bei Anzeichen schwerwiegender allergischer Reaktionen muss die Behandlung abgesetzt werden.
-
Nieren- und Leberfunktion: Bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nieren- oder Leberfunktion wird eine Anwendung mit Vorsicht empfohlen.
-
Schwangerschaft: Die Anwendung während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, es sei denn, der klinische Zustand der Mutter erfordert dies zwingend.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist darauf hin, dass die Definition einer maximal verträglichen Statintherapie im klinischen Alltag streng gefasst werden sollte. Laut IQWiG entspricht die Gabe von beispielsweise 40 mg Atorvastatin pro Tag nicht automatisch der maximal verträglichen Dosis, da die zugelassene Maximaldosis 80 mg beträgt. Es wird betont, dass eine Dosisreduktion klar durch Unverträglichkeiten und nicht durch regionale Verschreibungsgewohnheiten begründet sein muss.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen von Alirocumab für keine der untersuchten Patientengruppen belegt. Der Grund hierfür ist das Fehlen geeigneter Langzeitstudien, die den Vorgaben der zweckmäßigen Vergleichstherapie entsprechen.
Die Fachinformation empfiehlt eine subkutane Anfangsdosis von 75 mg alle zwei Wochen. Bei Bedarf an einer stärkeren LDL-C-Senkung kann die Dosis auf 150 mg alle zwei Wochen erhöht werden.
Der Bericht legt für die Bewertung von Lipidsenkern wie Alirocumab eine Mindeststudiendauer von zwölf Monaten fest. Dies wird damit begründet, dass es sich um eine dauerhafte Therapie einer chronischen Erkrankung handelt.
Der Gemeinsame Bundesausschuss legt für diese Patientengruppe einen anderen Lipidsenker als Monotherapie als zweckmäßige Vergleichstherapie fest. Hierzu zählen beispielsweise Fibrate, Anionenaustauscher oder Cholesterinresorptionshemmer.
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Quelle: IQWiG A15-47: Alirocumab - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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