IQWiG2017Onkologie

Alectinib bei NSCLC: Zusatznutzen und Nebenwirkungen

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht (Addendum A17-44) bewertet den Zusatznutzen von Alectinib bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit anaplastische Lymphomkinase (ALK)-positivem, fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC).

Die bewertete Population umfasst Personen, die zuvor sowohl mit Crizotinib als auch mit einer platinbasierten Kombinationschemotherapie behandelt wurden. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine Chemotherapie mit Docetaxel oder Pemetrexed herangezogen.

Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Ergebnissen der offenen, randomisierten kontrollierten Phase-III-Studie ALUR.

Empfehlungen

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Der Bericht formuliert einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Alectinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Docetaxel oder Pemetrexed). Dieser Vorteil begründet sich primär durch die Verringerung von Nebenwirkungen.

Überleben und Lebensqualität

Für das Gesamtüberleben zeigt sich laut Bericht kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Ein Zusatznutzen ist in diesem Bereich nicht belegt.

Auch bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität ergeben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Studienarmen.

Nebenwirkungen und Symptomatik

In der Endpunktkategorie der Nebenwirkungen und Symptome zeigt Alectinib ein gemischtes, aber in der Gesamtschau positives Bild im Vergleich zur Chemotherapie:

  • Geringerer Schaden bei schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3) (Ausmaß: beträchtlich)

  • Zusatznutzen bezüglich der Symptome Alopezie (Ausmaß: beträchtlich) und Diarrhö (Ausmaß: gering)

  • Geringerer Nutzen bezüglich des Symptoms Verstopfung (Ausmaß: gering)

Bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) sowie bei Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse ist ein höherer oder geringerer Schaden nicht belegt.

Dosierung

Die in der zugrundeliegenden Studie angewendeten Dosierungen stellen sich wie folgt dar:

WirkstoffDosierungApplikation
Alectinib600 mg 2-mal täglichoral (mit den Mahlzeiten)
Pemetrexed500 mg/m² alle 3 Wochenintravenös
Docetaxel75 mg/m² alle 3 Wochenintravenös

Bei Unverträglichkeiten unter Alectinib ist eine Dosisreduktion in Schritten von 150 mg 2-mal täglich vorgesehen. Die Behandlung wird abgebrochen, wenn eine Dosis von 300 mg 2-mal täglich nicht toleriert wird.

Kontraindikationen

Der Bericht listet basierend auf dem Studienprotokoll folgende nicht erlaubte Begleitbehandlungen unter Alectinib auf:

  • Starke CYP3A-Induktoren (z. B. Rifampicin, Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin, Johanniskraut) oder Inhibitoren (z. B. Ketoconazol) innerhalb von 2 Wochen vor Studienbeginn

  • Systemische Immunsuppressiva und zytotoxische Behandlungen

  • Systemische Chemotherapie

  • Strahlentherapie (mit Ausnahme der palliativen Behandlung von Knochenläsionen)

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass der Endpunkt Gesamtüberleben in der zugrundeliegenden Studie aufgrund eines hohen Anteils an Therapiewechseln (Crossover von der Chemotherapie zu Alectinib bei Krankheitsprogression) nur eingeschränkt interpretierbar ist. Es wird betont, dass der festgestellte beträchtliche Zusatznutzen primär auf dem vorteilhaften Nebenwirkungsprofil, insbesondere der Reduktion schwerer unerwünschter Ereignisse, beruht.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht sieht einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Alectinib im Vergleich zu Docetaxel oder Pemetrexed. Dieser basiert vor allem auf einem geringeren Risiko für schwere Nebenwirkungen.

Laut Bericht wird Alectinib in einer Dosierung von 600 mg zweimal täglich eingenommen. Die Einnahme erfolgt oral zusammen mit den Mahlzeiten.

Die Auswertung zeigt, dass unter Alectinib das Symptom Verstopfung häufiger auftritt als unter der Vergleichstherapie. Daraus wird ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen in diesem spezifischen Endpunkt abgeleitet.

Der Bericht weist darauf hin, dass starke CYP3A-Induktoren wie Johanniskraut oder Rifampicin als Begleitmedikation nicht erlaubt sind. Auch starke CYP3A-Inhibitoren sollten vermieden werden.

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Quelle: IQWiG A17-44: Alectinib (nicht kleinzelliges Lungenkarzinom) - Addendum zum Auftrag A17-19 (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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