Octenisept Gewebeschäden: AkdÄ Warnung
Hintergrund
Die Bekanntgabe der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2017 warnt vor schweren Komplikationen bei der Wundversorgung. Octenisept® ist ein wässriges Wund- und Schleimhautantiseptikum, das die Wirkstoffe Octenidindihydrochlorid und Phenoxyethanol enthält.
Es ist ausschließlich zur oberflächlichen Anwendung zugelassen. Die Applikation soll laut Fachinformation mittels Tupfer oder durch Aufsprühen erfolgen.
In der Vergangenheit kam es nach der Spülung tiefer Wunden, wie beispielsweise Stich- oder Bisswunden, wiederholt zu schweren toxischen Gewebeschäden. Diese traten insbesondere dann auf, wenn das Antiseptikum unter Druck mit einer Spritze in das Gewebe eingebracht wurde.
Empfehlungen
Wundreinigung und Spülung
Die Bekanntgabe rät dringend davon ab, tiefe Wunden mit Octenisept® zu spülen. Bei der Behandlung akuter, tiefer und verschmutzter Wunden wird stattdessen folgendes Vorgehen empfohlen:
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Durchführung eines chirurgischen Débridements als primäre Maßnahme
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Verzicht auf zusätzliche Spülungen nach einem fachgerechten Débridement
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Bei bestehender Kontamination ausschließliche Verwendung von NaCl 0,9 % oder Polyhexanid-haltigen Lösungen zur Spülung
Antibiotikaprophylaxe
Laut AkdÄ ist in bestimmten klinischen Situationen eine prophylaktische Antibiotikatherapie indiziert. Dies wird insbesondere in folgenden Fällen empfohlen:
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Bei Verdacht auf eine nekrotisierende Fasziitis
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Bei erhöhter Infektionsgefahr durch starke Verschmutzung
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Bei Vorliegen von Crushverletzungen
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Bei einer Abwehrminderung der betroffenen Person
Kontraindikationen
Die AkdÄ formuliert eine strikte Warnung vor der Einbringung von Octenisept® in die Tiefe des Gewebes. Das Präparat darf nicht mittels Spritze, Knopfkanüle oder ähnlichen Applikationshilfen in tiefe Wunden, Stichkanäle oder Wunddehiszenzen appliziert werden.
Eine solche Anwendung ist mit dem Risiko schwerer toxischer Gewebeschäden verbunden. Zu den beschriebenen Komplikationen gehören:
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Akute, stark ausgeprägte Schwellungen und Rötungen innerhalb von 24 Stunden
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Entstehung eines Kompartmentsyndroms, insbesondere an Händen und Füßen
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Fettgewebsnekrosen und fibröser Umbau der betroffenen Muskulatur
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Bleibende Schäden und Funktionseinschränkungen, besonders bei Kindern
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die Spülung von Stich- oder Bisswunden mit Octenisept® über eine Spritze. Die Bekanntgabe warnt davor, dass bereits der durch die Spritze aufgebaute Druck ausreicht, um das Antiseptikum in das interstitielle Gewebe zu pressen und dort schwerste, irreversible Nekrosen auszulösen. Es wird empfohlen, bei tiefen Wunden nach dem Débridement ausschließlich mit NaCl 0,9 % oder Polyhexanid zu spülen.
Häufig gestellte Fragen
Laut AkdÄ darf Octenisept nicht zur Spülung von tiefen Wunden wie Biss- oder Stichwunden verwendet werden. Es wird gewarnt, dass das Einbringen unter Druck zu schweren Gewebsnekrosen führen kann.
Die Bekanntgabe empfiehlt, nach einem fachgerechten chirurgischen Débridement primär auf Spülungen zu verzichten. Falls bei Kontamination dennoch gespült werden muss, wird die Verwendung von NaCl 0,9 % oder Polyhexanid-haltigen Lösungen empfohlen.
Die Warnung beschreibt, dass innerhalb von 24 Stunden starke Schwellungen und Rötungen auftreten können, die an eine atypische Phlegmone erinnern. An Händen und Füßen kann dies laut AkdÄ rasch zu einem akuten Kompartmentsyndrom führen.
Das Antiseptikum ist ausschließlich zur oberflächlichen Anwendung zugelassen. Es wird empfohlen, das Präparat nur mittels Tupfer aufzutragen oder auf die betroffenen Areale aufzusprühen.
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Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Schwere Gewebeschädigungen nach Spülung tiefer Wunden mit Octenisept® (AkdÄ, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.