RKI/STIKOInfektiologie

Affenpocken (Mpox): Diagnostik, Therapie und Impfung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: RKI/STIKO|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Mpox (früher Affenpocken) werden durch das Monkeypox-Virus (MPXV) ausgelöst, ein behülltes DNA-Virus aus der Gattung Orthopoxvirus. Der RKI-Ratgeber beschreibt die Erkrankung als Zoonose, die historisch in Afrika endemisch ist, seit 2022 jedoch weltweite Ausbrüche verursacht.

Es werden verschiedene Kladen unterschieden (Ia, Ib, IIa, IIb). Während die Klade IIb vor allem durch sexuelle Kontakte übertragen wird, zeigt die neuere Klade Ib laut RKI eine schnelle Ausbreitung mit teils schwereren Verläufen.

Die Übertragung erfolgt primär durch direkten Kontakt von Haut oder Schleimhaut mit infektiösen Läsionen oder Körperflüssigkeiten. Eine Ansteckungsfähigkeit besteht ab Symptombeginn bis zum vollständigen Abfallen der Krusten.

Klinischer Kontext

Mpox (früher Affenpocken) ist eine zoonotische Viruserkrankung, die historisch vor allem in Zentral- und Westafrika endemisch auftrat. Seit dem globalen Ausbruch im Jahr 2022 werden vermehrt Infektionen außerhalb Afrikas verzeichnet, wobei primär, aber nicht ausschließlich, Männer, die Sex mit Männern haben, betroffen sind.

Der Erreger ist das Mpox-Virus, ein behülltes Doppelstrang-DNA-Virus aus der Gattung Orthopoxvirus. Die Übertragung erfolgt durch engen körperlichen Kontakt mit infektiösen Hautläsionen, Körperflüssigkeiten oder kontaminierten Gegenständen sowie seltener über Tröpfcheninfektion.

Für Ärzte ist die Erkrankung aufgrund ihrer hohen Kontagiosität bei engem Kontakt und der Gefahr schwerer Verläufe bei immunsupprimierten Personen von großer Bedeutung. Zudem erfordert das klinische Bild eine sorgfältige Differenzialdiagnostik zu anderen sexuell übertragbaren Infektionen und bläschenbildenden Hauterkrankungen.

Die Verdachtsdiagnose wird klinisch anhand des charakteristischen Exanthems gestellt, das typischerweise im Genital- oder Analbereich beginnt. Die definitive Bestätigung erfolgt durch den direkten Erregernachweis mittels PCR-Diagnostik aus Abstrichmaterial der Hautläsionen.

Wissenswertes

Die Inkubationszeit von Mpox beträgt in der Regel zwischen 5 und 21 Tagen. Meist treten die ersten Symptome jedoch bereits nach 6 bis 13 Tagen auf. In dieser asymptomatischen Phase sind die betroffenen Personen noch nicht infektiös.

Zu Beginn der Erkrankung zeigen sich oft unspezifische Prodromalsymptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und eine ausgeprägte Lymphadenopathie. Wenige Tage nach Einsetzen des Fiebers entwickelt sich das charakteristische makulopapulöse Exanthem, das rasch in Vesikel und Pusteln übergeht.

Für den direkten Erregernachweis mittels PCR wird Material aus den akuten Hautläsionen entnommen. Ideal sind kräftige Abstriche vom Grund eines eröffneten Bläschens, der Bläscheninhalt selbst oder trockenes Krustenmaterial.

Die Infektiosität beginnt mit dem Auftreten der ersten Symptome und hält an, bis alle Hautläsionen vollständig abgeheilt sind. Dies ist erst der Fall, wenn die Krusten abgefallen sind und sich eine neue, intakte Hautschicht gebildet hat, was meist zwei bis vier Wochen dauert.

Wichtige Differenzialdiagnosen umfassen andere bläschenbildende Erkrankungen wie Varizellen, Herpes simplex und Herpes zoster. Zudem müssen bei genitalen oder analen Läsionen sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis oder ein Lymphogranuloma venereum ausgeschlossen werden.

Die Behandlung erfolgt in den meisten unkomplizierten Fällen rein symptomatisch mit Analgetika und Antipyretika. Bei schweren Verläufen oder stark immunsupprimierten Patienten kann der Einsatz spezifischer antiviraler Medikamente wie Tecovirimat erwogen werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut RKI-Ratgeber können Mpox-Läsionen auf Schleimhäuten (z. B. im Oropharynx oder Anorektalbereich) von außen oft nicht sichtbar sein und als unspezifische Proktitis oder Pharyngitis fehldiagnostiziert werden. Es wird daher darauf hingewiesen, bei entsprechenden Symptomen und passender Anamnese auch ohne klassisches Hautexanthem an eine MPXV-Infektion zu denken. Zudem betont die Leitlinie, dass auch nach Abheilen der Läsionen vermehrungsfähige Viren in der Samenflüssigkeit verbleiben können.

Häufig gestellte Fragen

Laut RKI besteht die Ansteckungsfähigkeit ab Symptombeginn bis zum vollständigen Abfallen der Krusten und der Bildung einer neuen Hautschicht. Dieser Prozess dauert in der Regel zwei bis vier Wochen.

Der RKI-Ratgeber empfiehlt für den sensitivsten Nachweis einen Abstrich der Haut- oder Schleimhautläsionen. Aus diesem Material wird eine real-time PCR (rtPCR) durchgeführt.

Eine PEP mit dem Impfstoff Imvanex wird vom RKI nach engem körperlichen Kontakt, ungeschütztem Face-to-Face-Kontakt (unter 1 Meter) oder Kontakt mit infektiösem Material empfohlen. Die Impfung sollte frühestmöglich, idealerweise innerhalb von 14 Tagen nach der Exposition, erfolgen.

Das RKI empfiehlt für Kontaktpersonen keine strikte Quarantäne, sondern eine Selbstbeobachtung über 21 Tage. Bei hohem Infektionsrisiko wird zusätzlich der Verzicht auf sexuelle Kontakte und die Vermeidung von Kontakt zu vulnerablen Gruppen angeraten.

Die Behandlung erfolgt laut RKI primär symptomatisch. Eine spezifische antivirale Therapie ist vor allem bei Patienten mit relevanter Immundefizienz indiziert und sollte in Rücksprache mit einem STAKOB-Zentrum erfolgen.

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Quelle: RKI-Ratgeber: Mpox (RKI/STIKO). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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