IQWiG2021Onkologie

Acalabrutinib bei CLL: Dosierung und Therapieempfehlung

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A20-105 bewertet den Zusatznutzen von Acalabrutinib bei erwachsenen Personen mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL). Die Bewertung bezieht sich auf Betroffene, die bereits mindestens eine Vorbehandlung erhalten haben.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat für diese Bewertung drei spezifische Fragestellungen definiert. Diese richten sich nach der Anzahl der Vorbehandlungen, dem Vorliegen einer 17p-Deletion oder TP53-Mutation sowie der Eignung für eine Chemoimmuntherapie.

Als Datengrundlage reichte der pharmazeutische Unternehmer die randomisierte, kontrollierte Studie ASCEND ein. In dieser wurde Acalabrutinib mit einer Therapie nach Ermessen der Prüfärzte (Bendamustin plus Rituximab oder Idelalisib plus Rituximab) verglichen.

Empfehlungen

Die Nutzenbewertung des IQWiG kommt zu einem eindeutigen Ergebnis bezüglich des Zusatznutzens.

Bewertung des Zusatznutzens

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Acalabrutinib im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie für alle drei Fragestellungen nicht belegt. Der Bericht bemängelt die methodische Umsetzung der vom pharmazeutischen Unternehmer eingereichten Daten.

Die vorgelegten Teilpopulationen der ASCEND-Studie sind laut Bewertung nicht geeignet, um die Fragestellungen des G-BA zu beantworten.

Methodische Kritikpunkte

Das IQWiG führt folgende Hauptgründe für den nicht belegten Zusatznutzen an:

  • Die Zuordnung von Personen mit zwei oder mehr Vorbehandlungen entsprach nicht den vorgegebenen Fragestellungen.

  • Die Kriterien für die Eignung zu einer Chemoimmuntherapie wurden im Dossier nicht nachvollziehbar dargelegt.

  • Im Vergleichsarm der Studie erfolgte keine patientenindividuelle Therapieauswahl gemäß den Vorgaben des G-BA.

Zweckmäßige Vergleichstherapien

Der Bericht listet je nach Subpopulation verschiedene zweckmäßige Vergleichstherapien auf. Dazu gehören unter anderem:

  • Ibrutinib als Monotherapie

  • Idelalisib in Kombination mit Rituximab

  • Venetoclax in Kombination mit Rituximab

  • Best supportive Care (BSC) bei Versagen spezifischer Vortherapien

Dosierung

Der Bericht zitiert die Fachinformation bezüglich der Dosierung von Acalabrutinib.

MedikamentDosisIndikationAnpassung
Acalabrutinib100 mg 2-mal täglichVorbehandelte CLLReduktion auf 100 mg 1-mal täglich bei Toxizität

Die Behandlung wird laut Fachinformation bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität fortgeführt. Das Dosierungsintervall beträgt etwa zwölf Stunden.

Bei leichter oder mäßiger Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Die Anwendung bei schwerer Leberfunktionseinschränkung wird nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Der Bericht nennt basierend auf der Fachinformation verschiedene Warnhinweise und Kontraindikationen.

Warnhinweise und Nebenwirkungen

  • Blutungen: Es traten schwerwiegende blutungsassoziierte Ereignisse auf, teilweise mit tödlichem Ausgang.

  • Infektionen: Schwere Infektionen wie Aspergillosen, progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) sowie Reaktivierungen von HBV und HZV wurden beobachtet.

  • Kardiovaskulär: Der Bericht betont die Notwendigkeit einer Überwachung auf Symptome von Vorhofflimmern und -flattern.

  • Zytopenien: Behandlungsbedingte Zytopenien des Grades 3 oder 4 können auftreten.

Interaktionen und Kontraindikationen

Die gleichzeitige Anwendung von Protonenpumpeninhibitoren sollte vermieden werden. Bei der Nutzung von Antazida oder H2-Rezeptor-Antagonisten sind zeitliche Abstände bei der Einnahme einzuhalten.

Während der Schwangerschaft darf Acalabrutinib nicht angewendet werden. In der Stillzeit ist das Stillen während der Therapie und für zwei Tage nach der letzten Dosis zu unterbrechen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht ist vor Beginn einer Therapie mit Acalabrutinib zwingend der HBV-Status zu überprüfen, da schwere virale Reaktivierungen auftreten können. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Löslichkeit des Wirkstoffs pH-abhängig ist, weshalb die gleichzeitige Gabe von Protonenpumpeninhibitoren vermieden werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung ist ein Zusatznutzen von Acalabrutinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Die eingereichten Studiendaten waren methodisch nicht geeignet, um die Fragestellungen des G-BA zu beantworten.

Der Bericht zitiert die Fachinformation, wonach die empfohlene Dosis 100 mg zweimal täglich beträgt. Die Einnahme erfolgt in einem Intervall von etwa zwölf Stunden bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität.

Der Bericht rät von der gleichzeitigen Anwendung mit Protonenpumpeninhibitoren ab, da die Löslichkeit von Acalabrutinib pH-abhängig ist. Alternativ können Antazida oder H2-Rezeptor-Antagonisten mit einem zeitlichen Abstand von mindestens zwei Stunden eingenommen werden.

Der Bericht warnt vor schwerwiegenden Blutungen, Vorhofflimmern sowie schweren Infektionen. Dazu zählen unter anderem Aspergillosen, PML und die Reaktivierung von Hepatitis-B-Viren.

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Quelle: IQWiG A20-105: Acalabrutinib (chronische lymphatische Leukämie; vorbehandelt) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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