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American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS)2022OrthopedicsInfektiologie

Prävention von SSI nach Extremitätentrauma: AAOS Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Leitlinie richtet sich an erwachsene Patienten (ab 18 Jahren) mit schwerem Extremitätentrauma.
  • Sie enthält 14 evidenzbasierte Empfehlungen für die prä-, peri- und postoperative Phase zur Reduktion von Wundinfektionen.
  • Sechs weitere Maßnahmen (z.B. Unterdruck-Wundtherapie, hyperbarer Sauerstoff) werden aufgrund schwacher Evidenz nur als Optionen diskutiert.
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Hintergrund

Die Leitlinie der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS) aus dem Jahr 2022 befasst sich mit der Prävention von Wundinfektionen (Surgical Site Infections, SSI) nach schwerem Extremitätentrauma. Sie bietet behandelnden Ärzten evidenzbasierte Entscheidungshilfen für die Versorgung von erwachsenen Patienten (18 Jahre oder älter).

Definition: Schweres Extremitätentrauma

Die Arbeitsgruppe der Leitlinie definiert ein schweres Extremitätentrauma durch das Vorliegen mindestens einer der folgenden Verletzungsarten:

VerletzungstypBeispiele und Bemerkungen
FrakturenOffene Fraktur, schwere oder hochenergetische geschlossene Fraktur
WeichteilverletzungenDegloving-Verletzung (Ablederung), Morel-Lavallée-Läsionen
SchussverletzungenNieder- oder hochenergetische Schusswunde
Weitere TraumataQuetschverletzung (Crush-Verletzung), Explosionsverletzung (Blast-Injury)
SonstigeJede andere mittel- bis hochenergetische Verletzung

Empfehlungen zur Infektionsprävention

Die Leitlinie umfasst insgesamt 14 evidenzbasierte Empfehlungen, die darauf abzielen, das Risiko postoperativer Wundinfektionen zu minimieren. Diese decken folgende Behandlungsphasen und Aspekte ab:

  • Präoperative Interventionen
  • Perioperative Interventionen
  • Postoperative Interventionen
  • Identifikation und Bewertung patientenspezifischer Risikofaktoren

Optionen mit unklarer Evidenzlage

Zusätzlich werden sechs Optionen diskutiert, für die aktuell nur eine niedrige, fehlende oder widersprüchliche Evidenz vorliegt. Zu diesen potenziellen Maßnahmen gehören:

  • Einsatz der inzisionalen Unterdruck-Wundtherapie (NPWT) bei Hochrisiko-Inzisionen
  • Implementierung eines orthoplastischen Teams
  • Mögliche Rolle der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO)
  • Verschiedene präoperative Hautpräparationen
  • Ausgewählte modifizierbare und administrative Risikofaktoren

💡Praxis-Tipp

Beachten Sie bei der Risikostratifizierung für Wundinfektionen nicht nur offene Frakturen, sondern stufen Sie auch schwere geschlossene Frakturen und Morel-Lavallée-Läsionen als Hochrisiko-Verletzungen ein.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie gilt für erwachsene Patienten (18 Jahre oder älter), die ein schweres Extremitätentrauma erlitten haben.
Dazu zählen unter anderem offene Frakturen, hochenergetische geschlossene Frakturen, Degloving-Verletzungen, Morel-Lavallée-Läsionen sowie Schuss-, Quetsch- und Explosionsverletzungen.
Nein, die Evidenz für den Einsatz bei Hochrisiko-Inzisionen wird als niedrig, fehlend oder widersprüchlich eingestuft. Sie gilt daher lediglich als Option.

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