Zystische Fibrose: Ivacaftor-Triple-Therapie (F508del)
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des IQWiG (A21-03) bewertet den Zusatznutzen von Ivacaftor in Kombination mit Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor. Die Bewertung bezieht sich auf Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit zystischer Fibrose, die homozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde die Kombination aus Ivacaftor und Ivacaftor/Tezacaftor herangezogen. Die Datengrundlage bildet die randomisierte, doppelblinde Studie VX18-445-109, in der 176 Personen über 24 Wochen behandelt wurden.
Ziel der Untersuchung war es, Auswirkungen auf Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und unerwünschte Ereignisse zu erfassen. Auf Basis dieser Endpunkte wurde das Ausmaß des Zusatznutzens abgeleitet.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der bewerteten Studie folgende zentrale Ergebnisse zum Zusatznutzen:
Gesamtaussage zum Zusatznutzen
Laut Bericht ergibt sich in der Gesamtschau ein Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen für die Dreifachkombination im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Morbidität und Symptomatik
Für den Bereich der Morbidität und Symptomatik zeigt die Auswertung folgende Effekte:
-
Bei schwerwiegenden pulmonalen Exazerbationen liegt ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen vor.
-
Die Atmungssymptomatik (gemessen über den CFQ-R) verbesserte sich signifikant, was einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen darstellt.
-
Bei Gewichtsproblemen zeigt sich ein geschlechtsspezifischer Effekt mit einem Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen nur für männliche Patienten.
Gesundheitsbezogene Lebensqualität
Der Bericht stellt in mehreren Domänen der Lebensqualität (CFQ-R) positive Effekte fest:
-
Körperliches Wohlbefinden und subjektive Gesundheitseinschätzung: Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen.
-
Rollenfunktion, Vitalität und Therapiebelastung: Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen.
-
In den Bereichen Gefühlslage, soziale Einschränkungen, Körperbild und Essstörungen ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
Unerwünschte Ereignisse und Mortalität
Hinsichtlich der Gesamtmortalität traten im Studienverlauf keine Todesfälle auf, weshalb hier kein Zusatznutzen belegt ist.
Bei den unerwünschten Ereignissen (UE) zeigt sich laut Bericht ein geschlechtsspezifischer negativer Effekt. Für männliche Patienten besteht ein Hinweis auf einen beträchtlich höheren Schaden durch Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes. Bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) und Therapieabbrüchen wegen UE ergaben sich keine signifikanten Unterschiede.
Dosierung
Die bewertete Studie untersuchte folgendes Dosierungsschema für die Interventionsgruppe:
| Medikament | Dosis | Einnahmezeitpunkt |
|---|---|---|
| Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor | 75 mg / 50 mg / 100 mg (2 Tabletten) | Morgens |
| Ivacaftor | 150 mg (1 Tablette) | Abends |
Kontraindikationen
Der Bericht nennt folgende Ausschlusskriterien und Einschränkungen für die Studienpopulation:
-
Lungeninfektionen mit Organismen, die mit einem schnelleren Abfall des pulmonalen Status assoziiert sind.
-
Gleichzeitige Einnahme von moderaten und starken CYP3A-Induktoren und -Inhibitoren (mit Ausnahme von Ciprofloxacin).
-
Andere CFTR-Modulatoren außerhalb der Studienmedikation.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass bei der Therapie mit der Dreifachkombination auf geschlechtsspezifische Nebenwirkungen geachtet werden sollte. Insbesondere bei männlichen Patienten wurde ein Hinweis auf einen höheren Schaden durch Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes im Vergleich zur Zweifachkombination festgestellt.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht gibt es einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen für Patienten ab 12 Jahren mit homozygoter F508del-Mutation. Dies zeigt sich insbesondere durch weniger pulmonale Exazerbationen und eine verbesserte Lebensqualität.
Der Bericht stellt fest, dass bei männlichen Patienten vermehrt Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes auftreten. Bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen zeigte sich kein signifikanter Unterschied zur Vergleichstherapie.
Die Auswertung zeigt eine signifikante Verbesserung der Atmungssymptomatik, gemessen über den CFQ-R-Fragebogen. Dies wird im Bericht als Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen in der Kategorie Morbidität gewertet.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie diente die Kombination aus Ivacaftor und Ivacaftor/Tezacaftor. Die Patientengruppen erhielten zusätzlich eine symptomatische Basistherapie.
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Quelle: IQWiG A21-03: Ivacaftor (Kombination mit Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor, zystische Fibrose, ab 12 Jahre, F508del Mutation, homozygot) - Addendum zum Auftrag A20-77 (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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