Zoonosen-Management: One-Health-Ansatz und Prävention
Hintergrund
Die WHO-Leitlinie (2024) zum "Workforce Development Operational Tool" (WFD OT) unterstützt Länder bei der Planung und Stärkung einer multisektoralen Belegschaft. Ziel ist ein effektives Management von Zoonosen unter Anwendung des One-Health-Ansatzes.
Ein funktionierender One-Health-Ansatz erfordert die Zusammenarbeit von Fachkräften aus der Humanmedizin, der Veterinärmedizin und dem Umweltsektor. Die Leitlinie betont, dass viele Länder weiterhin Schwierigkeiten haben, diese multisektorale Koordination in der Praxis umzusetzen.
Das vorgestellte operative Tool hilft Regierungsbehörden dabei, bestehende und benötigte Funktionen, Berufe und Kompetenzen auf institutioneller Ebene zu identifizieren. Es ist Teil des umfassenderen "Tripartite Zoonoses Guide" von WHO, FAO und WOAH.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert einen strukturierten Prozess zur Entwicklung der Belegschaft für das Zoonosen-Management.
Grundlegende Konzepte
Es wird empfohlen, die Personalentwicklung auf drei zentralen Säulen aufzubauen:
-
Funktionen: Sektorspezifische und multisektorale Pflichten zur Koordination des Zoonosen-Managements.
-
Berufe: Die Art der Arbeit, die zur Erfüllung der Funktionen erforderlich ist.
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Kompetenzen: Die Fähigkeit des Personals, Wissen und Fähigkeiten in der Praxis zu integrieren.
Strukturierter Implementierungsprozess
Die Leitlinie empfiehlt die Anwendung des WFD OT in drei aufeinanderfolgenden Modulen. Dieser Prozess soll systematisch Schwachstellen aufdecken und beheben.
| Modul | Fokus | Zentrale Schritte laut Leitlinie |
|---|---|---|
| 1: Vorbereitung | Rahmenbedingungen | Einholung von Unterstützung, Bildung eines Lenkungsausschusses, Situationsanalyse |
| 2: Belegschaftsanalyse | Bedarfsermittlung | Definition von Prioritäten, Zuordnung von Berufen, Bewertung von Kompetenzpaketen |
| 3: Nachhaltige Planung | Umsetzung | Identifikation von Schulungsressourcen, Erstellung eines Arbeitsplans, Monitoring |
Modul 1: Vorbereitung und Situationsanalyse
Laut Leitlinie ist es essenziell, zunächst die Unterstützung von Entscheidungsträgern aus allen relevanten Sektoren (Human-, Tier- und Umweltgesundheit) einzuholen. Es wird die Gründung eines Lenkungsausschusses und eines technischen Teams empfohlen.
Zudem wird eine umfassende Situationsanalyse angeraten. Diese soll bestehende Personalbewertungen, nationale Pläne und prioritäre Zoonosen erfassen.
Modul 2: Analyse der Belegschaft
Die Leitlinie empfiehlt, in einem ersten Schritt fünf bis zehn prioritäre Funktionen für das Zoonosen-Management auszuwählen. Anschließend sollen die in den Institutionen vorhandenen Berufe diesen Funktionen zugeordnet werden.
Es wird geraten, die Kompetenzpakete der Institutionen für jede prioritäre Funktion farblich zu bewerten (Grün, Gelb, Rot). Dadurch lassen sich spezifische Schulungsbedarfe und strukturelle Herausforderungen identifizieren.
Modul 3: Nachhaltige Personalplanung
Basierend auf den identifizierten Lücken wird die Auswahl geeigneter globaler, regionaler oder nationaler Schulungsprogramme empfohlen. Die Leitlinie verweist hierfür auf eine integrierte Datenbank für Trainingsressourcen.
Abschließend wird die Erstellung eines konkreten Arbeitsplans sowie die Implementierung eines Monitoring- und Evaluationsrahmens (M&E) empfohlen. Dies soll die langfristige Wirksamkeit der Personalentwicklungsmaßnahmen sicherstellen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass eine erfolgreiche Personalentwicklung für das Zoonosen-Management zwingend die Einbindung des Umwelt- und Wildtiersektors erfordert. Ein häufiger Fehler ist die alleinige Fokussierung auf die Human- und Veterinärmedizin, wodurch wichtige Kompetenzen an der Schnittstelle der Ökosysteme übersehen werden. Es wird daher empfohlen, von Beginn an Vertreter aller relevanten Sektoren in den Lenkungsausschuss zu integrieren.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie beschreibt der One-Health-Ansatz die kontinuierliche sektorübergreifende Zusammenarbeit zur Bewältigung von Gesundheitsrisiken. Er integriert Fachkräfte aus der Human-, Tier- und Umweltgesundheit, um Zoonosen effektiv zu managen.
Die Leitlinie empfiehlt für die Präsenzvariante einen dreitägigen Workshop. Zuvor sollte ein eintägiges Training für die Moderatoren stattfinden.
Es wird empfohlen, ein kleines Team von Experten aus den Bereichen menschliche Gesundheit, Tiergesundheit sowie Umwelt und Wildtiere zusammenzustellen. Mindestens zwei nationale Experten sollten für die Vorbereitung und Moderation abgestellt werden.
Die Leitlinie schlägt ein Farbsystem vor, bei dem Kompetenzpakete für prioritäre Funktionen auf institutioneller Ebene bewertet werden. Grün steht für starke Kompetenzen, Gelb für ausreichende und Rot für Kompetenzen, die dringend gestärkt werden müssen.
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Quelle: Workforce development for effective management of zoonotic diseases: operational tool of the 'Tripartite zoonoses guide' (WHO, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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