StatPearls2026

Varizellen (Windpocken): Therapie und Prophylaxe

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Varizellen (Windpocken) werden durch das hochkontagiöse Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht und primär über Tröpfcheninfektion übertragen. Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich zwei Wochen, wobei die Kontagiosität bereits ein bis zwei Tage vor Auftreten des Exanthems beginnt.

Während die Erkrankung bei immunkompetenten Kindern meist mild und selbstlimitierend verläuft, besteht bei Erwachsenen, Schwangeren, Neugeborenen und immunsupprimierten Personen ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere Komplikationen. Zu den häufigsten Komplikationen zählen bakterielle Superinfektionen und die Varizellen-Pneumonie.

Nach der Primärinfektion verbleibt das Virus latent in den sensiblen Spinalganglien. Eine spätere Reaktivierung manifestiert sich als Herpes Zoster (Gürtelrose).

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zum Management von Varizellen:

Diagnostik

Laut Leitlinie wird die Diagnose primär klinisch anhand des charakteristischen Exanthems gestellt, bei dem Läsionen in verschiedenen Entwicklungsstadien gleichzeitig vorliegen. Zur labordiagnostischen Bestätigung wird die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) aus Bläscheninhalt oder Krusten empfohlen, da diese die höchste Sensitivität aufweist.

Blutuntersuchungen auf IgM- und IgG-Antikörper können gemäß Leitlinie zur Bestimmung des akuten Infektionsstatus oder der Immunität herangezogen werden.

Therapie bei Kindern

Für immunkompetente Kinder wird eine rein symptomatische Therapie empfohlen. Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen antiviralen Therapie ab:

  • Fiebersenkung mit Paracetamol

  • Linderung des Pruritus durch Calamine-Lotion und kühle Kompressen

  • Kürzen der Fingernägel zur Vermeidung bakterieller Superinfektionen durch Kratzen

Therapie bei Erwachsenen und Risikogruppen

Bei Erwachsenen und Jugendlichen verläuft die Infektion oft schwerer, weshalb eine antivirale Therapie indiziert ist. Die Leitlinie empfiehlt:

  • Beginn der oralen antiviralen Therapie (Aciclovir oder Valaciclovir) innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach Auftreten des Exanthems

  • Intravenöse Gabe von Virostatika bei immunsupprimierten Personen, insbesondere unter chronischer Kortikosteroidtherapie

  • Einleitung einer antiviralen Therapie bei Schwangeren aufgrund des erhöhten Komplikationsrisikos

Postexpositionsprophylaxe

Für nicht-immune Risikopersonen nach einer VZV-Exposition werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Gabe von Varizella-Zoster-Immunglobulin (VZIG) innerhalb von 96 Stunden für Schwangere, Immunsupprimierte und Hochrisiko-Neugeborene

  • Alternativ die Gabe von intravenösen Immunglobulinen (IVIG) oder eine prophylaktische orale Aciclovir-Gabe für eine Woche (beginnend 7 bis 10 Tage nach Exposition)

  • Postexpositionelle Impfung innerhalb von 72 bis 120 Stunden für immunkompetente Personen ab 12 Monaten

Dosierung

Wirkstoff / MaßnahmeDosierungIndikation / Anmerkung
Varizella-Zoster-Immunglobulin (VZIG)125 IE pro 10 kg Körpergewicht (Maximaldosis: 625 IE)Intramuskulär innerhalb von 96 Stunden nach Exposition bei Hochrisikopatienten
Intravenöse Immunglobuline (IVIG)≥ 400 mg/kg KörpergewichtAlternative zu VZIG bei Postexpositionsprophylaxe
Aciclovir (Prophylaxe)Standard-Varizellen-Dosierung für 1 WocheBeginn 7 bis 10 Tage nach Exposition als alternative Prophylaxe
Anti-VZV-Immunglobuline (Schwangere)0,5 bis 1 ml/kg KörpergewichtIntravenös innerhalb von 10 Tagen nach Exposition bei nicht-immunisierten Schwangeren

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der Gabe von Acetylsalicylsäure (Aspirin) bei Kindern mit Varizellen. Dies erhöht das Risiko für ein lebensbedrohliches Reye-Syndrom signifikant.

Zudem wird betont, dass der attenuierte Lebendimpfstoff in der Schwangerschaft sowie bei schwerer Immunsuppression streng kontraindiziert ist. Als immunsupprimiert gelten hierbei unter anderem Personen unter systemischer Kortikosteroidtherapie, wie beispielsweise Prednison in einer Dosierung von mindestens 20 mg täglich für zwei Wochen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein entscheidender klinischer Hinweis der Leitlinie ist, dass Patienten bereits ein bis zwei Tage vor dem Auftreten des Exanthems infektiös sind. Es wird betont, dass das gleichzeitige Vorliegen von Hautläsionen in allen Entwicklungsstadien (Makulä, Papeln, Vesikel, Pusteln und Krusten) pathognomonisch für Varizellen ist. Dies hilft laut Leitlinie maßgeblich bei der Abgrenzung von anderen vesikulären Erkrankungen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird bei Erwachsenen der Beginn einer antiviralen Therapie mit Aciclovir oder Valaciclovir empfohlen. Diese sollte idealerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach Auftreten des Hautausschlags initiiert werden, um die Krankheitsdauer und -schwere zu reduzieren.

Zur Fiebersenkung und Schmerzlinderung wird gemäß Leitlinie Paracetamol empfohlen. Auf Acetylsalicylsäure (Aspirin) muss zwingend verzichtet werden, da hierbei das Risiko für das lebensbedrohliche Reye-Syndrom besteht.

Die Infektiosität beginnt laut Leitlinie bereits ein bis zwei Tage vor dem Sichtbarwerden des Exanthems. Sie endet erst, wenn alle Bläschen vollständig verkrustet sind.

Es wird empfohlen, nicht-immune Schwangere, immunsupprimierte Personen und Hochrisiko-Neugeborene passiv mit Varizella-Zoster-Immunglobulin zu immunisieren. Dies sollte innerhalb von 96 Stunden nach der Exposition erfolgen.

Das charakteristische Merkmal der Varizellen ist das gleichzeitige Vorliegen von Läsionen in verschiedenen Stadien, auch als Heubner-Sternenhimmel bekannt. Im Gegensatz dazu befinden sich die Läsionen bei Erkrankungen wie Mpox laut Leitlinie stets im selben Entwicklungsstadium.

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Quelle: StatPearls: Varicella-Zoster Virus (Chickenpox) (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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