Folsäure-Supplementierung: Leitlinie der USPSTF
📋Auf einen Blick
- •Eine tägliche Folsäure-Supplementierung in der perikonzeptionellen Phase verhindert Neuralrohrdefekte.
- •Alle Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder gebärfähig sind, sollten täglich 0,4 bis 0,8 mg (400-800 µg) Folsäure einnehmen.
- •Die alleinige Aufnahme von Folat über die Nahrung ist bei den meisten Frauen unzureichend.
- •Der Nettonutzen der Supplementierung ist substanziell, mögliche Schäden sind minimal (Empfehlungsgrad A).
Hintergrund
Neuralrohrdefekte gehören zu den häufigsten schweren angeborenen Anomalien und können zu einer Reihe von Behinderungen oder zum Tod führen. Eine tägliche Folsäure-Supplementierung in der perikonzeptionellen Phase kann diese Defekte wirksam verhindern. Da die meisten Frauen die empfohlene tägliche Menge an Folat nicht allein über die Ernährung aufnehmen, ist eine zusätzliche Zufuhr notwendig.
Empfehlungen zur Supplementierung
Die US Preventive Services Task Force (USPSTF) bekräftigt ihre Empfehlung aus dem Jahr 2009 und spricht eine starke Empfehlung für die präventive Einnahme von Folsäure aus.
| Zielgruppe | Tägliche Dosierung | Empfehlungsgrad |
|---|---|---|
| Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder gebärfähig sind | 0,4 bis 0,8 mg (400-800 µg) | A |
Nutzen-Risiko-Bewertung
Die USPSTF hat die Balance zwischen Nutzen und möglichen Schäden der Folsäure-Supplementierung bei Frauen im gebärfähigen Alter bewertet:
- Der Nettonutzen der Supplementierung ist substanziell.
- Die Evidenz ist ausreichend, um zu belegen, dass mögliche Schäden für Mutter oder Kind durch Folsäure in den üblichen Dosierungen nicht größer als geringfügig sind.
💡Praxis-Tipp
Weisen Sie alle gebärfähigen Frauen routinemäßig auf die Notwendigkeit einer täglichen Folsäure-Supplementierung (400-800 µg) hin, da die alleinige Aufnahme über die Nahrung meist unzureichend ist.