Urolithiasis: Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe
Hintergrund
Die Harnsteinerkrankung (Urolithiasis) ist eine weltweit häufige Erkrankung mit steigender Inzidenz und Prävalenz. Ursächlich hierfür sind veränderte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie eine verbesserte bildgebende Diagnostik.
Obwohl Harnsteine heute meist minimal-invasiv therapiert werden können, besteht eine hohe Rezidivrate von bis zu 50 Prozent. Dies erfordert die Identifikation von Risikopatienten für eine erweiterte metabolische Diagnostik und gezielte Prophylaxe.
Die AWMF-Leitlinie fokussiert sich auf die Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe von Nieren- und Harnleitersteinen bei Erwachsenen und Kindern. Blasensteine werden in dieser Leitlinie nicht behandelt.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler ist die sofortige interventionelle Steinsanierung bei einer infizierten Harnstauungsniere. Die Leitlinie betont, dass in dieser Notfallsituation primär die Entlastung der Niere durch eine perkutane Nephrostomie oder Harnleiterschienung erfolgen soll. Die definitive Steinsanierung wird erst nach eingeleiteter resistenzgerechter Infektbehandlung empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sind Nicht-Opioide wie Metamizol, Paracetamol und Diclofenac den Opioiden vorzuziehen. Sie wirken effektiver und haben weniger Nebenwirkungen.
Eine aktive Intervention wird empfohlen, wenn der Stein eine geringe Spontanabgangswahrscheinlichkeit hat, die Schmerzen nicht beherrschbar sind oder eine persistierende Obstruktion vorliegt. Bei Steinen bis 7 mm kann laut Leitlinie zunächst abgewartet werden.
Die Leitlinie empfiehlt den Ultraschall als Methode der ersten Wahl. Bei unklaren Befunden oder zur genauen Therapieplanung sollte eine native Computertomographie (ohne Kontrastmittel) durchgeführt werden.
Es wird eine Trinkmenge von 2,5 bis 3 Litern pro Tag empfohlen. Ziel ist laut Leitlinie ein tägliches Harnvolumen von 2,0 bis 2,5 Litern, um die Konzentration steinbildender Substanzen zu senken.
Im ersten Trimenon sollte auf Röntgenuntersuchungen komplett verzichtet werden. Die Leitlinie empfiehlt bei Schwangeren primär den Ultraschall zur Diagnostik.
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Quelle: Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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