CochraneIa2024

Ulcus cruris venosum: Kompression zur Rezidivprophylaxe

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Ulcus cruris venosum ist eine chronische Wunde, die häufig auf eine venöse Insuffizienz zurückzuführen ist. Auch nach erfolgreicher Abheilung ist das Risiko für ein erneutes Auftreten (Rezidiv) hoch.

Um den venösen Rückfluss zu verbessern und den Druck in den Beinen zu senken, wird standardmäßig eine Kompressionstherapie eingesetzt. Ein aktueller Cochrane Review aus dem Jahr 2024 untersucht die Evidenz zur Wirksamkeit verschiedener Kompressionsstrümpfe bei der Rezidivprophylaxe.

Die Meta-Analyse schloss acht randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 1995 Teilnehmenden ein. Untersucht wurden verschiedene Kompressionsstärken nach britischem (UK) und europäischem (EU) Standard über einen Zeitraum von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz zu verschiedenen Kompressionsklassen zusammen. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz wird durchgehend als niedrig eingestuft.

Kompression vs. keine Kompression

Laut Meta-Analyse verringern europäische Kompressionsstrümpfe der Klasse 3 (EU-Klasse 3) das Wiederauftreten von venösen Ulzera im Vergleich zu keiner Kompression über einen Zeitraum von sechs Monaten.

Vergleich europäischer Kompressionsklassen (EU)

Der Review zeigt folgende Ergebnisse für den Vergleich von EU-Klassen über 12 Monate:

  • Es gibt möglicherweise keinen oder nur einen geringen Unterschied in der Rezidivrate zwischen EU-Klasse 1 und EU-Klasse 2.

  • Auch bei der Therapietreue (Compliance) der Betroffenen zeigt sich kein wesentlicher Unterschied zwischen diesen beiden Klassen.

Vergleich britischer Kompressionsklassen (UK)

Bei der Untersuchung britischer Kompressionsklassen über 18 Monate bis 10 Jahre ergaben sich folgende Erkenntnisse:

  • Kompressionsstrümpfe der UK-Klasse 3 senken das Rezidivrisiko möglicherweise stärker als Strümpfe der UK-Klasse 2.

  • Allerdings weisen Personen, die UK-Klasse 2 verwenden, eine signifikant höhere Therapietreue auf als Personen mit UK-Klasse 3.

  • Zwischen verschiedenen Herstellern (Scholl und Medi) der UK-Klasse 2 zeigte sich kein relevanter Unterschied bezüglich Rezidivrate oder Compliance.

Klassifikation der Kompressionsstrümpfe

Da die Studien unterschiedliche Standards verwenden, werden die Kompressionsklassen im Review wie folgt eingeteilt:

KlasseBeschreibungKnöcheldruckIndikation laut Standard
UK 1Leichte Unterstützung14-17 mmHgBehandlung von Krampfadern
UK 2Mittlere Unterstützung18-24 mmHgSchwere chronische Hypertonie, Vorbeugung von Ulzera
UK 3Starke Unterstützung25-35 mmHgSchwere Varikosis, Vorbeugung von Ulzera
KlasseBeschreibungKnöcheldruckIndikation laut Standard
EU 1Leichte Unterstützung18,4-21,1 mmHgLeichte Varizen, Schweregefühl
EU 2Mittlere Unterstützung25,2-32,3 mmHgAusgeprägte Varizen, mäßiges Ödem
EU 3Starke Unterstützung36,5-46,6 mmHgSchwere Varizen, Vorbeugung von Ulzera
EU 4Sehr starke Unterstützung> 59 mmHgLymphödem, Elephantiasis

Kontraindikationen

Der Review weist darauf hin, dass vor der Verordnung einer Kompressionstherapie auf Begleiterkrankungen geachtet werden muss, die das Risiko für Komplikationen erhöhen.

Als mögliche Nebenwirkungen der Kompressionstherapie werden Hautirritationen, Juckreiz sowie die Dekompensation einer Herzinsuffizienz genannt. In seltenen Fällen kann es zu neurologischen Schäden, Thrombosen oder Hautnekrosen kommen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review verdeutlicht einen wichtigen klinischen Zielkonflikt bei der Verordnung von Kompressionsstrümpfen. Obwohl höhere Kompressionsklassen (wie UK-Klasse 3) das Rezidivrisiko eines Ulcus cruris venosum effektiver senken können, führen sie häufig zu einer schlechteren Therapietreue der Betroffenen. Es wird empfohlen, bei der Auswahl der Kompressionsstärke die individuelle Toleranz zu berücksichtigen, da eine konsequent getragene, moderatere Kompression vorteilhafter sein kann als eine starke Kompression, die abgelehnt wird.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review senken höhere Kompressionsklassen (z.B. UK-Klasse 3 oder EU-Klasse 3) das Rezidivrisiko am effektivsten. Allerdings geht ein höherer Druck oft mit einer geringeren Therapietreue einher.

Der Review untersucht Zeiträume von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Da das Risiko für ein erneutes Auftreten dauerhaft bestehen bleibt, wird in der Regel eine langfristige Kompressionstherapie empfohlen.

Die Meta-Analyse verglich zwei Marken (Scholl und Medi) der UK-Klasse 2. Dabei zeigte sich kein wesentlicher Unterschied in Bezug auf die Rezidivrate oder die Compliance der Anwender.

Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen zählen Hautirritationen und Juckreiz. Seltene, aber schwere Komplikationen können Hautnekrosen oder die Dekompensation einer Herzinsuffizienz sein.

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Quelle: Cochrane Review: Compression for preventing recurrence of venous ulcers (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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