WHO2025

Tropenkrankheiten (NTD): LMIS und Last-Mile-Logistik

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie (2025) adressiert den wachsenden Bedarf an einer Harmonisierung der Kernindikatoren für das Management von Medikamenten gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs). Der Fokus liegt dabei auf der Logistik der sogenannten letzten Meile.

Die Spende von NTD-Medikamenten durch Pharmaunternehmen bildet das Rückgrat der entsprechenden Gesundheitsprogramme. Das Lieferkettenmanagement wird jedoch häufig durch mangelnde Datentransparenz, schlechte Planung und unzureichende Überwachung der Bestände erschwert.

Ein funktionierendes Logistik-Management-Informationssystem (LMIS) ist laut Leitlinie essenziell, um den Bedarf exakt zu ermitteln und Verschwendung zu minimieren. Die Implementierung elektronischer Systeme (eLMIS) ermöglicht dabei eine Echtzeitüberwachung von Beständen und Verfallsdaten.

Empfehlungen

Abgrenzung und Integration von Systemen

Die Leitlinie unterscheidet klar zwischen dem Gesundheits-Management-Informationssystem (HMIS) und dem Logistik-Management-Informationssystem (LMIS). Es wird betont, dass das LMIS ausschließlich Daten zu Verbrauchsgütern erfassen sollte, um eine Überlastung des Personals zu vermeiden.

Für eine optimale Entscheidungsfindung wird eine Interoperabilität zwischen LMIS und HMIS empfohlen. Dies ermöglicht den Abgleich von logistischen Daten mit der tatsächlichen Krankheitslast.

Best Practices für die Bestandsführung

Eine effektive Bestandskontrolle erfordert laut Leitlinie standardisierte Aufzeichnungen. Es wird die Nutzung folgender Instrumente empfohlen:

  • Bestandskarten (Stock Cards) für jeden Artikel zur Erfassung von Zu- und Abgängen

  • Transaktionsaufzeichnungen wie Anforderungs- und Ausgabescheine

  • Verbrauchsaufzeichnungen zur täglichen Dokumentation der abgegebenen Mengen

Zudem wird das Prinzip "First Expiry, First Out" (FEFO) als zentraler Standard für die Warenausgabe definiert.

Reverse Logistics und Abfallmanagement

Die Leitlinie fordert die Planung einer Rückwärtslogistik (Reverse Logistics) nach Massenbehandlungskampagnen (MDA). Ungeöffnete Medikamente sollen an übergeordnete Ebenen zurückgeführt und im System erfasst werden.

Für abgelaufene oder unbrauchbare Produkte wird ein striktes Abfallmanagement gemäß nationalen und WHO-Vorgaben empfohlen. Dies soll verhindern, dass unbrauchbare Medikamente in illegale Märkte gelangen.

Kernindikatoren für das eLMIS

Zur Überwachung der Lieferkette definiert die Leitlinie spezifische Leistungsindikatoren. Diese müssen in elektronischen Dashboards auf strategischer, taktischer und operativer Ebene abgebildet werden.

Indikator-KategorieSpezifischer IndikatorBerechnungsbasis / Fokus
ProduktverfügbarkeitBestandsabgleich (Inventory reconciliation)Physischer Bestand vs. theoretischer Bestand
ProduktverfügbarkeitFehlbestandsquote (Stock-out rate)Tage ohne Bestand im Verhältnis zum Berichtszeitraum
ServiceleistungPrognosegenauigkeit (Forecast accuracy)Geplanter Verbrauch vs. tatsächlicher Verbrauch
ServiceleistungAuftragserfüllungsquote (Order fill rate)Angeforderte Menge vs. erhaltene Menge
ProduktqualitätAnteil abgelaufener/entsorgter ProdukteVerfallene Menge im Verhältnis zum Gesamtbestand
AnlagennutzungPlangemäßer BestandAktueller Bestand vs. durchschnittlicher Monatsverbrauch
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler in der Lieferkette ist die Vernachlässigung der Rückwärtslogistik nach Massenbehandlungskampagnen. Die Leitlinie betont, dass die systematische Rückführung und Erfassung ungenutzter Medikamente essenziell ist, um Überbestände bei zukünftigen Bestellungen zu vermeiden. Zudem wird davor gewarnt, abgelaufene Produkte ohne striktes Abfallmanagement zu belassen, da dies das Risiko einer illegalen Weitergabe birgt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie erfasst das HMIS klinische Daten zu Krankheiten und erbrachten Gesundheitsdienstleistungen. Das LMIS hingegen dokumentiert ausschließlich logistische Daten wie ausgegebene, verbrauchte oder abgelaufene Artikel und Medikamente.

Der theoretische Bestand wird berechnet, indem zum Anfangsbestand die erhaltenen Mengen addiert werden. Davon werden der dokumentierte Verbrauch, gemeldete Verluste und eventuelle Weitergaben an andere Einrichtungen abgezogen.

Die Leitlinie empfiehlt die Erfassung des prozentualen Anteils abgelaufener oder entsorgter medizinischer Produkte. Dieser Wert wird ermittelt, indem die verfallene Menge ins Verhältnis zum gesamten Lagerbestand gesetzt wird.

Eine Verknüpfung von LMIS und HMIS ermöglicht es, logistische Daten direkt mit der Krankheitslast zu korrelieren. Es wird beschrieben, dass dies die Effizienz der Ressourcenallokation deutlich verbessert.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Routine health information system and health facility and community data for neglected tropical diseases: last-mile logistics information system for medicines and health products (WHO, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.