StatPearls2026

Traumatisches offenes Abdomen: Indikation und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das traumatische offene Abdomen ist ein validiertes chirurgisches Verfahren nach einer Laparotomie aufgrund eines stumpfen oder penetrierenden Traumas. Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt, dass die Faszienschicht dabei zunächst offen belassen wird, um eine spätere definitive Versorgung zu ermöglichen.

Dieses Vorgehen ist ein zentraler Bestandteil der Damage Control Laparotomie (DCL). Es dient primär der schnellen Kontrolle von Blutungen und Kontaminationen sowie dem Erhalt der physiologischen Reserven bei kritisch kranken Personen.

In den letzten Jahren ist die Häufigkeit der DCL durch den Einsatz der hämostatischen Reanimation deutlich gesunken. Zu diesen modernen Maßnahmen zählen die permissive Hypotension, die Reduktion von Kristalloiden und der frühzeitige Einsatz von Blutprodukten.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management:

Indikationsstellung

Die Anlage eines offenen Abdomens wird bei spezifischen Indikationen empfohlen, insbesondere wenn ein definitiver Eingriff voraussichtlich länger als zwei Stunden dauern würde. Zu den Hauptindikationen zählen laut Text:

  • Abdominelles Kompartmentsyndrom und intraabdominelle Hypertension

  • Schwere intraabdominelle Infektionen, Peritonitis oder posttraumatische Blutungen

  • Darmoedem, Ischämie, Hypothermie oder Azidose

Postoperatives Management und Monitoring

Nach dem Ersteingriff erfolgt die Betreuung auf der Intensivstation. Es wird empfohlen, die Operationsfähigkeit in Zyklen von 24 bis 48 Stunden zu reevaluieren.

Als Zeichen für die Bereitschaft zur Re-Operation nennt die Quelle:

  • Stabilisierung der Vitalparameter und der physiologischen Reserven

  • Ausreichende Urinausscheidung und normalisierter Blasendruck

  • Fehlen von Anzeichen einer abdominellen Infektion

Zudem wird betont, dass nach Abklingen des Schocks eine enterale Ernährung erwogen werden sollte. Dies erhöht laut Leitlinie die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen primären Verschlusses und senkt die Mortalität.

Temporärer und definitiver Bauchdeckenverschluss

Für den temporären abdominalen Verschluss (TAC) stehen verschiedene Techniken zur Verfügung. Die Leitlinie hebt hervor, dass die kontinuierliche Zugausübung auf die Faszienränder der wichtigste Faktor ist, um einen Verlust der Bauchhöhlenkapazität zu verhindern.

TechnikEigenschaften laut Leitlinie
Unterdrucktherapie (NPT)Stabilisiert die Bauchwand, schützt Viszera, quantifiziert Exsudat, erhält die Faszie
Netz-mediierter Faszienverschluss (MMFC)Kosteneffizient, nutzt im OP standardmäßig verfügbare Netzmaterialien
Weitere VerfahrenWittman-Patch, Faszienzugnähte, Bogota-Bag, Hautzug

Ein primärer Faszienverschluss sollte idealerweise innerhalb von acht Tagen angestrebt werden, um die Komplikationsrate zu minimieren. Sind mehr als vier Operationen vor dem Verschluss notwendig, steigt das Risiko eines Versagens signifikant an.

Kontraindikationen

Laut Quelle ist eine Damage Control Surgery mit offenem Abdomen kontraindiziert, wenn eine hämodynamische Stabilität vorliegt.

Zudem wird von dem Verfahren abgeraten, wenn die betroffene Person einen definitiven Eingriff von zwei Stunden oder weniger tolerieren kann.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein primärer Faszienverschluss sollte laut Text unbedingt innerhalb von acht Tagen nach der Erstoperation erreicht werden. Wird das Abdomen länger offen belassen oder sind mehr als vier Re-Operationen erforderlich, steigt die Morbiditätsrate durch Komplikationen wie enteroatmosphärische Fisteln oder den Verlust der Bauchhöhlenkapazität signifikant an.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls sind stabile Vitalparameter, eine ausreichende Urinausscheidung sowie ein normalisierter Blasendruck entscheidende Kriterien. Zudem dürfen keine Anzeichen einer intraabdominellen Infektion vorliegen.

Die Leitlinie beschreibt, dass die NPT die Bauchwand stabilisiert und die abdominellen Organe schützt. Darüber hinaus ermöglicht sie die Quantifizierung des Wundexsudats und hält die Faszie für einen späteren Verschluss intakt.

Es wird berichtet, dass eine enterale Ernährung nach Abklingen des Schocks die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen primären Verschlusses erhöht. Gleichzeitig wird dadurch die Mortalität im Vergleich zu einer reinen Nüchternheit gesenkt.

Bei erfolglosem Verschluss wird die Anlage einer geplanten ventralen Hernie mit einem Spalthauttransplantat beschrieben. Nach 9 bis 12 Monaten erfolgt dann eine erneute Operation zur Hernienreparation.

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Quelle: StatPearls: Traumatic Open Abdomen (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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