Tabakentwöhnung: Prävention und medikamentöse Therapie
Hintergrund
Die NICE-Leitlinie NG209 befasst sich mit der Prävention des Tabakkonsums, der Förderung des Rauchstopps und der Behandlung der Tabakabhängigkeit. Sie richtet sich an medizinisches Fachpersonal, politische Entscheidungsträger und Bildungseinrichtungen.
Rauchen ist eine der Hauptursachen für vermeidbare Krankheiten und vorzeitige Todesfälle. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit, vulnerable Gruppen zu identifizieren und gezielte Entwöhnungsprogramme anzubieten.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Kombination von verhaltenstherapeutischer Unterstützung mit medikamentösen Hilfsmitteln. Zudem werden Strategien zur Schadensminderung (Harm Reduction) für Personen beschrieben, die nicht sofort vollständig mit dem Rauchen aufhören können oder wollen.
Empfehlungen
Identifikation und Diagnostik
Bei jeder Gelegenheit soll der Raucherstatus erfasst und dokumentiert werden. Die Leitlinie empfiehlt, Personen, die rauchen, auf eine sensible Art und Weise zum sofortigen Rauchstopp zu raten.
Es wird empfohlen, den Kohlenmonoxid-Wert (CO-Wert) in der Ausatemluft zu messen, um die Motivation zu fördern und den Fortschritt zu dokumentieren.
Therapie und Interventionen
Für Erwachsene wird eine Kombination aus verhaltenstherapeutischer Unterstützung und medikamentösen Hilfsmitteln empfohlen. Die Leitlinie stuft folgende Optionen in Kombination mit Verhaltensunterstützung als am wahrscheinlichsten erfolgreich ein:
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Cytisiniclin
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Kombination aus kurz- und langwirksamer Nikotinersatztherapie (NET)
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Vareniclin
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Nikotinhaltige E-Zigaretten
Weniger erfolgversprechend sind laut Leitlinie Bupropion oder die alleinige Nutzung von kurz- oder langwirksamer NET.
Schwangerschaft
Bei Schwangeren wird ein routinemäßiger CO-Test beim ersten Termin und in der 36. Woche empfohlen. Bei einem Wert von 4 ppm oder höher soll eine automatische Überweisung (Opt-out) an ein Entwöhnungsprogramm erfolgen.
Die Leitlinie empfiehlt, in der Schwangerschaft Nikotinersatztherapie in Kombination mit Verhaltensunterstützung in Betracht zu ziehen. Zudem wird der Einsatz von Gutschein-Incentives empfohlen, sofern die Abstinenz biochemisch validiert wird.
Schadensminderung (Harm Reduction)
Für Personen, die nicht sofort aufhören können, empfiehlt die Leitlinie Ansätze zur Schadensminderung. Dazu gehört die Reduktion des Konsums mit Hilfe von lizenzierten nikotinhaltigen Produkten.
Dosierung
Die Leitlinie bewertet verschiedene medikamentöse Optionen zur Tabakentwöhnung. Es wird betont, dass diese idealerweise mit verhaltenstherapeutischer Unterstützung kombiniert werden sollten.
| Medikament | Altersbeschränkung | Empfehlung der Leitlinie | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Cytisiniclin | 18 bis 65 Jahre | Hohe Erfolgswahrscheinlichkeit | Ziel-Rauchstopp innerhalb der ersten 5 Tage |
| NET (Kombination) | Ab 12 Jahren | Hohe Erfolgswahrscheinlichkeit | Kombination aus kurz- und langwirksam |
| Vareniclin | Ab 18 Jahren | Hohe Erfolgswahrscheinlichkeit | Start 1-2 Wochen vor dem Rauchstopp |
| Bupropion | Ab 18 Jahren | Geringere Erfolgswahrscheinlichkeit | Ziel-Rauchstopp innerhalb der ersten 2 Wochen |
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:
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Cytisiniclin, Vareniclin und Bupropion dürfen nicht bei Personen unter 18 Jahren eingesetzt werden.
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Cytisiniclin wird für Personen ab 66 Jahren nicht empfohlen.
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In der Schwangerschaft und Stillzeit sind Cytisiniclin, Vareniclin und Bupropion kontraindiziert.
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Bei der Nutzung von Nikotinpflastern in der Schwangerschaft wird empfohlen, diese vor dem Schlafengehen zu entfernen.
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Vor mikrovaskulären rekonstruktiven Operationen sollen Nikotinpflaster 24 Stunden vorher entfernt werden.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass ein Rauchstopp die Wirksamkeit bestimmter Medikamente (wie Clozapin, Olanzapin, Theophyllin und Warfarin) verändern kann. Es wird empfohlen, die Dosierung dieser Medikamente bei einer Tabakentwöhnung engmaschig zu überwachen und gegebenenfalls anzupassen. Zudem wird betont, dass nikotinhaltige E-Zigaretten zwar nicht medizinisch lizenziert sind, aber als deutlich weniger schädlich als Tabakrauch gelten und zur Entwöhnung genutzt werden können.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sind Cytisiniclin, Vareniclin, nikotinhaltige E-Zigaretten sowie eine Kombination aus kurz- und langwirksamer Nikotinersatztherapie am effektivsten. Diese sollten immer mit verhaltenstherapeutischer Unterstützung kombiniert werden.
Die Leitlinie empfiehlt, eine Nikotinersatztherapie in der Schwangerschaft in Betracht zu ziehen, wenn Verhaltensunterstützung allein nicht ausreicht. Nikotinpflaster sollten jedoch vor dem Schlafengehen entfernt werden.
Es wird empfohlen, Schwangere, die rauchen oder einen CO-Wert von über 4 ppm aufweisen, automatisch an ein Entwöhnungsprogramm zu überweisen. Die Schwangere muss dieser Überweisung aktiv widersprechen (Opt-out), falls sie keine Hilfe wünscht.
Für diese Gruppe empfiehlt die Leitlinie Strategien zur Schadensminderung (Harm Reduction). Dazu gehört die schrittweise Reduktion des Tabakkonsums, idealerweise unterstützt durch medizinisch lizenzierte Nikotinprodukte.
Die Leitlinie stuft nikotinhaltige E-Zigaretten als wirksames Hilfsmittel zur Entwöhnung ein, wenn sie komplett anstelle von Tabak genutzt werden. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Langzeitfolgen von E-Zigaretten noch nicht vollständig geklärt sind.
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Quelle: NG209: Tobacco: preventing uptake, promoting quitting and treating dependence (NICE). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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