Sturzprophylaxe im Alter: Assessment und Prävention

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Stürze gehören zu den häufigsten und folgenreichsten Ereignissen im höheren Lebensalter. Etwa ein Drittel der Menschen über 65 Jahren und die Hälfte der über 80-Jährigen stürzen mindestens einmal pro Jahr.

Die Folgen eines Sturzes reichen von Schmerzen und Verunsicherung bis hin zu schweren Verletzungen wie Frakturen. Insbesondere Hüftfrakturen gehen mit einer hohen Ein-Jahres-Mortalität von bis zu 31 Prozent einher.

Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählen eine verminderte Muskelkraft, Polypharmazie, Sehstörungen sowie Umgebungsgefahren. Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf der NICE-Leitlinie NG249 und beleuchtet Strategien zur Risikominimierung.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie NG249 formuliert folgende Kernempfehlungen zur Erfassung und Vermeidung von Stürzen.

Risikoeinschätzung und Screening

Laut Leitlinie wird ausdrücklich davon abgeraten, standardisierte Sturzrisiko-Vorhersagetools zur Prognose des individuellen Sturzrisikos zu verwenden. Stattdessen wird empfohlen, Personen im ambulanten Bereich gezielt nach Stürzen in der Vorgeschichte zu befragen.

Eine umfassende Sturzbeurteilung wird für alle Personen im stationären Krankenhaus- oder Pflegebereich empfohlen. Im ambulanten Bereich wird dieses Assessment für Personen empfohlen, die im letzten Jahr gestürzt sind und mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllen:

  • Vorliegen einer Gebrechlichkeit (Frailty)

  • Sturzbedingte Verletzung, die medizinisch behandelt werden musste

  • Sturzbedingter Bewusstseinsverlust

  • Unfähigkeit, nach dem Sturz selbstständig aufzustehen

  • Zwei oder mehr Stürze im vergangenen Jahr

Umfassendes Sturz-Assessment

Wenn eine Indikation zur umfassenden Beurteilung besteht, empfiehlt die Leitlinie eine detaillierte Untersuchung der individuellen Risikofaktoren. Dazu gehören unter anderem:

  • Überprüfung von Kognition, Stimmung und Delir-Risiko

  • Herz-Kreislauf-Untersuchung inklusive Blutdruckmessung im Liegen und Stehen

  • Beurteilung von Gang, Gleichgewicht, Mobilität und Muskelkraft

  • Überprüfung der Seh- und Hörfähigkeit

  • Strukturierte Medikamentenüberprüfung

Interventionen und Prävention

Die Leitlinie betont, dass Interventionen stets individuell auf die identifizierten Risikofaktoren zugeschnitten sein sollten. Es wird empfohlen, psychotrope Medikamente zu überprüfen und bei Bedarf in Absprache mit der betroffenen Person langsam abzusetzen.

Für Personen im häuslichen Umfeld wird ein strukturiertes Kraft- und Gleichgewichtstraining empfohlen. Zudem sollte laut Leitlinie eine Überprüfung der häuslichen Umgebung auf Gefahrenquellen, idealerweise durch Ergotherapeuten, erwogen werden.

Im stationären Bereich wird empfohlen, die Personen zu ermutigen, aktiv zu bleiben und Bettlägerigkeit zu vermeiden. Die Leitlinie rät dazu, Angehörige aktiv in die Sturzprävention einzubeziehen und über den sicheren Umgang mit Hilfsmitteln aufzuklären.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler und oft kontraintuitiver Hinweis der Leitlinie ist der Verzicht auf standardisierte Sturzrisiko-Scores zur Prognose des individuellen Risikos. Stattdessen wird eine gezielte klinische Anamnese bezüglich stattgehabter Stürze und eine individuelle Beurteilung der multifaktoriellen Risikofaktoren empfohlen. Zudem wird betont, dass psychotrope Medikamente das Sturzrisiko signifikant erhöhen und deren Indikation regelmäßig kritisch geprüft werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird ein umfassendes Assessment für alle stationären Patienten und Pflegeheimbewohner empfohlen. Im ambulanten Bereich gilt dies für Personen mit Stürzen im Vorjahr, die zusätzliche Risikofaktoren wie Frailty, Bewusstseinsverlust oder Verletzungsfolgen aufweisen.

Die Leitlinie rät ausdrücklich davon ab, Vorhersagetools zur Bestimmung des Sturzrisikos zu verwenden. Es wird stattdessen empfohlen, individuelle Risikofaktoren klinisch zu bewerten und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Es wird besonders auf psychotrope Medikamente hingewiesen, da diese das Sturzrisiko signifikant erhöhen. Die Leitlinie empfiehlt, diese Medikamente im Rahmen eines strukturierten Reviews zu überprüfen und gegebenenfalls auszuschleichen.

Die Leitlinie stellt fest, dass es keine ausreichende Evidenz für die Gabe von Vitamin D spezifisch zur Sturzprävention gibt. Es wird jedoch empfohlen, die allgemeinen Richtlinien zur Vitamin-D-Einnahme für den Knochen- und Muskelerhalt zu befolgen.

Es wird empfohlen, dass eine Überprüfung der häuslichen Umgebung idealerweise von einem Ergotherapeuten durchgeführt wird. Alternativ kann dies laut Leitlinie auch durch entsprechend geschultes medizinisches Fachpersonal erfolgen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Falls: assessment and prevention in older people (NICE, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.