Strontiumranelat (Protelos): Neue Kontraindikationen
Hintergrund
Strontiumranelat (bekannt unter den Handelsnamen Protelos® und Osseor®) ist ein Arzneistoff, der zur Behandlung der Osteoporose eingesetzt wurde. Im Rahmen der kontinuierlichen Überwachung der Arzneimittelsicherheit kam es zu Neubewertungen des Nutzen-Risiko-Profils.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte im April 2012 einen Rote-Hand-Brief zu diesem Wirkstoff. Dieser dient der raschen Information von medizinischem Fachpersonal über neu erkannte Arzneimittelrisiken.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Kurztext der Sicherheitswarnung und ergänzt allgemeines medizinisches Hintergrundwissen zu den spezifischen Kontraindikationen, die in die Fachinformationen der entsprechenden Präparate aufgenommen wurden.
Empfehlungen
Die Mitteilung des BfArM umfasst folgende Kerninformationen zur Arzneimittelsicherheit:
Neue Sicherheitsinformationen
Laut BfArM informiert der pharmazeutische Unternehmer über neu identifizierte Risiken bei der Anwendung von Strontiumranelat. Es wird darauf hingewiesen, dass neue Kontraindikationen für die Therapie festgelegt wurden.
Zudem macht die Sicherheitswarnung auf neue Warnhinweise aufmerksam, die bei der Verordnung und Überwachung der Therapie beachtet werden müssen. Der Fokus liegt hierbei auf dem kardiovaskulären und thromboembolischen Risiko.
Betroffene Präparate
Die Änderungen der Sicherheitsinformationen und die neuen Kontraindikationen gelten gemäß der Mitteilung für folgende Medikamente:
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Protelos®
-
Osseor®
Kontraindikationen
Der Rote-Hand-Brief führt explizit neue Kontraindikationen und Warnhinweise für Strontiumranelat (Protelos®, Osseor®) ein. Folgende Erkrankungen und Zustände stellen nun eine Kontraindikation dar:
-
Aktuelle venöse Thromboembolien (VTE)
-
Venöse Thromboembolien in der Vorgeschichte
-
Vorübergehende oder dauerhafte Immobilisierung
-
Ischämische Herzkrankheiten und weitere schwerwiegende kardiovaskuläre Erkrankungen
💡Praxis-Tipp
Es wird empfohlen, vor der Erstverordnung sowie während der laufenden Therapie mit Strontiumranelat die Anamnese sorgfältig auf venöse Thromboembolien und kardiovaskuläre Vorerkrankungen zu prüfen.
Häufig gestellte Fragen
Die Sicherheitswarnung des BfArM bezieht sich auf strontiumranelathaltige Arzneimittel. Konkret werden die Präparate Protelos® und Osseor® genannt.
Zu den wichtigsten neuen Kontraindikationen zählen aktuelle oder in der Vergangenheit aufgetretene venöse Thromboembolien (VTE). Auch eine vorübergehende oder dauerhafte Immobilisierung sowie ischämische Herzkrankheiten schließen eine Therapie aus.
Der Rote-Hand-Brief resultiert aus einer Neubewertung des Nutzen-Risiko-Profils. Es wurden erhöhte Risiken für venöse Thromboembolien und kardiovaskuläre Ereignisse unter der Therapie festgestellt.
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Quelle: Rote-Hand-Brief zu Protelos® (Strontiumranelat): Neue Kontraindikationen (BfArM, 2012). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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