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STIKO-Impfempfehlung: Varizellen (Windpocken) 2024

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf STIKO (Robert Koch-Institut) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Standardimpfung für Kinder erfolgt in zwei Dosen im 11. und 15. Lebensmonat (MMRV-Kombinationsimpfstoff möglich).
  • Nachholimpfungen werden für ungeimpfte Jugendliche, seronegative Frauen mit Kinderwunsch und medizinisches Personal empfohlen.
  • Als Lebendimpfstoff ist die Varizellen-Impfung in der Schwangerschaft und bei schwerer Immunsuppression strikt kontraindiziert.
  • Eine Postexpositionsprophylaxe (PEP) sollte optimalerweise innerhalb von 3, maximal 5 Tagen nach Exposition erfolgen.
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Hintergrund

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die Impfung gegen Varizellen (Windpocken) als Standardimpfung für alle Kinder. Da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, gelten besondere Vorgaben für Schwangere und immunsupprimierte Patienten. Auch bei Geimpften kann es zu Durchbruchvarizellen kommen, diese verlaufen jedoch meist mild.

Impfschema und Nachholimpfung

Die Grundimmunisierung im Kindesalter erfolgt in zwei Dosen. Ein Kombinationsimpfstoff (MMRV: Masern, Mumps, Röteln, Varizellen) ist möglich.

DosisZeitpunktZielgruppe
1. Impfung11. LebensmonatAlle Kinder (Standard)
2. Impfung15. LebensmonatAlle Kinder (Standard)
NachholimpfungIndividuellUngeimpfte Kinder und Jugendliche (2 Dosen)

Indikationen für Erwachsene

Neben der Standardimpfung für Kinder gibt es spezifische Indikationsimpfungen für Erwachsene:

  • Seronegative Erwachsene ohne durchgemachte Varizellen
  • Seronegative Frauen mit Kinderwunsch
  • Seronegative Kontaktpersonen von immunsupprimierten Patienten
  • Personal im Gesundheitswesen (insbesondere Pädiatrie, Onkologie, Gynäkologie)

Kontraindikationen

Da die Varizellen-Impfung einen Lebendimpfstoff enthält, gelten folgende strikte Kontraindikationen:

  • Schwangerschaft (Nach der Impfung muss für 1 Monat eine sichere Kontrazeption erfolgen)
  • Schwere Immunsuppression

Postexpositionsprophylaxe (PEP) und Sonderfälle

MaßnahmeZeitfenster / IndikationBemerkung
Aktive PEPInnerhalb von 5 Tagen (optimal bis 3 Tage) nach ExpositionStandard-PEP
Passivimpfung (VZIG)Nach ExpositionFür Immunsupprimierte (keine Lebendimpfung möglich)

Hinweis zum viral shedding: Bei Kontakt zu Risikopersonen ist zu beachten, dass auch Impflinge in seltenen Fällen das Impfvirus ausscheiden können.

💡Praxis-Tipp

Denken Sie bei seronegativen Frauen im gebärfähigen Alter an die Varizellen-Impfung, weisen Sie jedoch zwingend auf die notwendige Kontrazeption für einen Monat nach der Impfung hin.

Häufig gestellte Fragen

Die STIKO empfiehlt die 1. Impfung im 11. Lebensmonat und die 2. Impfung im 15. Lebensmonat.
Nein, da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, ist die Impfung in der Schwangerschaft kontraindiziert.
Eine aktive PEP sollte optimalerweise innerhalb von 3 Tagen, maximal jedoch bis zu 5 Tagen nach Exposition erfolgen.
Da Lebendimpfstoffe kontraindiziert sind, sollte gegebenenfalls eine Passivimpfung mit Varizella-Zoster-Immunglobulin (VZIG) erfolgen.

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