STIKO-Leitlinie 2024: HPV-Impfung (Humane Papillomviren)
KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf STIKO (Robert Koch-Institut) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung
📋Auf einen Blick
- •Die HPV-Impfung wird für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren in einem 2-Dosen-Schema (0, 6 Monate) empfohlen.
- •Ab 15 Jahren sowie bei Immunsuppression ist ein 3-Dosen-Schema (0, 2, 6 Monate) indiziert.
- •Nachholimpfungen sind bis zum Alter von 17 Jahren eine Kassenleistung.
- •Der 9-valente Impfstoff (Gardasil 9) wird bevorzugt eingesetzt.
- •Die reguläre Krebsvorsorge (Pap-Abstrich) bleibt trotz Impfung zwingend erforderlich.
Hintergrund
Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) zur Prävention von HPV-assoziierten Karzinomen. Hierzu zählen insbesondere Karzinome der Zervix, des Oropharynx sowie im anogenitalen Bereich. Seit 2018 wird die Impfung nicht nur für Mädchen, sondern auch für Jungen empfohlen.
Impfschema und Dosierung
Das empfohlene Impfschema richtet sich nach dem Alter bei Beginn der Impfserie sowie dem Immunstatus des Patienten. Bevorzugt sollte der 9-valente Impfstoff (Gardasil 9) verwendet werden.
| Alter / Personengruppe | Impfschema | Abstände der Dosen |
|---|---|---|
| 9 bis 14 Jahre (Mädchen & Jungen) | 2 Dosen | 0, 6 Monate |
| Ab 15 Jahren | 3 Dosen | 0, 2, 6 Monate |
| Immunsupprimierte | 3 Dosen | 0, 2, 6 Monate |
Nachholimpfung
- Bis 17 Jahre: Eine Nachholimpfung wird bis zum Alter von 17 Jahren empfohlen und erfolgt auf Kassenkosten.
- Erwachsene: Bei Erwachsenen ist eine individuelle Abwägung erforderlich. Die Kosten müssen in der Regel selbst getragen werden (Selbstzahler).
Besondere Personengruppen
- MSM (Männer, die Sex mit Männern haben): Diese Gruppe hat ein erhöhtes Risiko für HPV-assoziierte Erkrankungen.
- Immunsupprimierte Patienten: Für diese Patientengruppe wird generell das 3-Dosen-Schema empfohlen, unabhängig vom Alter.
Kontraindikationen
Folgende Kontraindikationen sind bei der HPV-Impfung zu beachten:
- Schwangerschaft: Die Impfung wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen. Bei einer versehentlichen Impfung während der Schwangerschaft ist dies jedoch kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch.
- Allergien: Eine schwere allergische Reaktion auf eine vorherige HPV-Impfung stellt eine absolute Kontraindikation dar.
Wichtige klinische Hinweise
- Die Impfung bietet keinen Schutz vor bereits bestehenden HPV-Infektionen.
- Die etablierte Krebsvorsorge (z. B. Pap-Abstrich) ist auch bei vollständig geimpften Personen weiterhin zwingend notwendig.
💡Praxis-Tipp
Klären Sie Patienten darüber auf, dass die HPV-Impfung nicht vor bereits bestehenden Infektionen schützt und die reguläre Krebsvorsorge (Pap-Abstrich) weiterhin zwingend erforderlich bleibt.
Häufig gestellte Fragen
Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren erhalten 2 Dosen im Abstand von 6 Monaten (0, 6 Monate).
Die Nachholimpfung ist bis zum Alter von 17 Jahren eine Kassenleistung. Bei Erwachsenen handelt es sich um eine Selbstzahlerleistung nach individueller Abwägung.
Immunsupprimierte Patienten sollten unabhängig vom Alter nach dem 3-Dosen-Schema (0, 2, 6 Monate) geimpft werden.
Die Impfung wird in der Schwangerschaft zwar nicht empfohlen, eine versehentliche Impfung stellt jedoch keinen Grund für einen Schwangerschaftsabbruch dar.