StatPearls2026

Harnsäuresteine: StatPearls Leitlinie zur Nephrolithiasis

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Harnsäuresteine machen etwa zehn Prozent aller Nierensteine aus und sind stark mit dem metabolischen Syndrom, Adipositas und Diabetes mellitus assoziiert. Die Hauptursache für ihre Entstehung ist ein dauerhaft niedriger Urin-pH-Wert unter 5,5.

Im Gegensatz zu anderen Steinarten können Harnsäuresteine häufig durch eine konsequente Alkalisierung des Urins medikamentös aufgelöst werden. Eine chirurgische Intervention ist daher in vielen Fällen vermeidbar.

Die StatPearls-Zusammenfassung beleuchtet die pathophysiologischen Hintergründe und liefert strukturierte Ansätze für die Diagnostik sowie die konservative und operative Therapie der Harnsäure-Nephrolithiasis.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie:

Diagnostik

Als Goldstandard für die Bildgebung wird eine native Computertomographie (CT) ohne Kontrastmittel empfohlen. Harnsäuresteine stellen sich hier typischerweise mit einer Dichte von etwa 500 Hounsfield-Einheiten (HU) dar.

Im konventionellen Röntgenbild (KUB) sind reine Harnsäuresteine strahlendurchlässig und somit nicht sichtbar. Eine begleitende Urinuntersuchung zeigt meist einen pH-Wert von 5,5 oder darunter.

Konservative Therapie und Steinauflösung

Die wichtigste therapeutische Maßnahme ist die Alkalisierung des Urins mit dem Ziel, einen Urin-pH-Wert von über 6,5 zu erreichen. Hierfür wird primär Kaliumcitrat empfohlen.

Begleitend wird eine Erhöhung der Trinkmenge auf mindestens zwei Liter pro Tag empfohlen. Zudem sollte eine purinarme Diät eingehalten werden.

Medikamentöse Harnsäuresenkung

Bei Vorliegen einer Hyperurikämie oder Hyperurikosurie kommen laut Text Xanthinoxidase-Hemmer zum Einsatz. Die therapeutischen Zielwerte liegen bei:

  • Serum-Harnsäure von unter 6 mg/dl

  • Urin-Harnsäure von unter 600 mg/Tag

Operative Therapie

Eine chirurgische Intervention wird empfohlen, wenn die konservative Therapie versagt oder eine schwere Harnwegsinfektion mit Obstruktion vorliegt. Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach der Steingröße:

  • Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL) für Steine unter 2 cm (erfordert Kontrastmittel zur Darstellung)

  • Ureteroskopie für Nieren- und Harnleitersteine unter 2 cm

  • Perkutane Nephrolitholapaxie (PCNL) für größere Steine über 2 bis 2,5 cm

Dosierung

Die StatPearls-Zusammenfassung nennt folgende Dosierungen für die medikamentöse Therapie der Harnsäure-Nephrolithiasis:

Urinalkalisierung

MedikamentDosierungIndikation / Bemerkung
Kaliumcitrat15 bis 30 mEq, 2- bis 3-mal täglichMittel der ersten Wahl zur Urinalkalisierung
Natriumbicarbonat500 bis 1000 mg, 3-mal täglichAlternative, kann jedoch die Calcium-Ausscheidung erhöhen
Acetazolamid500 mg pro TagErhöht Urin-pH, senkt aber Citrat-Ausscheidung

Harnsäuresenkung

MedikamentDosierungIndikation / Bemerkung
Allopurinol100 bis 300 mg täglich (Standard: 300 mg)Mittel der ersten Wahl bei Hyperurikämie/Hyperurikosurie
Febuxostat40 bis 80 mg täglichZweite Wahl bei Allopurinol-Unverträglichkeit

Kontraindikationen

Der Text nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise für die medikamentöse Therapie:

  • Natriumbicarbonat: Kann zu Flüssigkeitsüberladung führen und ist bei Hypertonie, Herzinsuffizienz oder Leberzirrhose mit Vorsicht anzuwenden.

  • Kaliumcitrat: Vorsicht bei Personen mit Neigung zur Hyperkaliämie, insbesondere bei chronischer Nierenerkrankung.

  • Febuxostat: Unterliegt einer FDA-Warnung wegen eines erhöhten Risikos für kardiovaskuläre Todesfälle im Vergleich zu Allopurinol.

  • Rasburicase: Kontraindiziert in der Schwangerschaft und bei Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (G6PD-Mangel). Es besteht ein Risiko für Anaphylaxie, Methämoglobinämie und Hämolyse.

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💡Praxis-Tipp

Ein entscheidender klinischer Hinweis ist, dass reine Harnsäuresteine im konventionellen Röntgenbild nicht sichtbar sind. Bei kolikartigen Flankenschmerzen und einem Urin-pH-Wert unter 5,5 sollte daher primär an Harnsäuresteine gedacht und eine native CT-Untersuchung veranlasst werden. Zudem wird betont, dass eine obstruktive Uropathie mit begleitender Infektion einen urologischen Notfall darstellt, der eine sofortige Entlastung erfordert.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls können fast zwei Drittel aller Harnsäuresteine durch eine Alkalisierung des Urins aufgelöst werden. Ziel ist es, den Urin-pH-Wert durch Medikamente wie Kaliumcitrat konstant auf über 6,5 anzuheben.

In einer nativen Computertomographie stellen sich reine Harnsäuresteine typischerweise mit einer Dichte von etwa 500 Hounsfield-Einheiten (HU) dar. Im Gegensatz dazu weisen kalziumhaltige Steine meist deutlich höhere Werte um 900 HU auf.

Es wird eine hohe Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei Litern pro Tag empfohlen. Zudem sollte die Aufnahme von purinreichen Lebensmitteln wie rotem Fleisch, Innereien und bestimmten Fischsorten reduziert werden.

Eine operative Entfernung wird empfohlen, wenn die medikamentöse Steinauflösung versagt. Zudem stellt ein blockierter Harnleiter mit begleitender Harnwegsinfektion einen chirurgischen Notfall dar, der eine sofortige Entlastung erfordert.

Zur medikamentösen Austreibungstherapie (Medical Expulsive Therapy) kleinerer Steine im distalen Harnleiter wird der Einsatz von Alpha-Blockern wie Tamsulosin erwähnt. Dies kann die spontane Steinpassage erleichtern.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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